Stefan Kurz https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/ de Heeresgeschichtliches Museum https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/heeresgeschichtliches-museum <span>Heeresgeschichtliches Museum</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/1936_47_LBI714_Kopie.jpg?itok=4tJntqSR" width="480" height="346" alt="Fassade mit byzantinischen und maurischen Stilmerkmalen, Schwarz-Weiß-Foto" title="Blick auf den Mittelrisaliten des Heeresmuseums, 1936. © HGM/MHI, FotografIn unbekannt" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/28">Leonhard Weidinger</a></span> <span>Mon, 11/23/2020 - 11:18</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item"><strong>Heeresgeschichtliches Museum</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>weitere Bezeichnungen: k. k. Heeresmuseum (1885–1889), k. u. k. Heeresmuseum (1889–1918/20), Österreichisches Heeresmuseum (1920–1933), Heeresmuseum (1933–1938), Heeresmuseum Wien (1938–1945), HGM (seit 1946), Heeresgeschichtliches Museum/Militärwissenschaftliches Institut (HGM/MWI, 1966–1993), Heeresgeschichtliches Museum/Militärhistorisches Institut (HGM/MHI) (seit 1993)</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Die institutionellen Wurzeln des Heeresgeschichtlichen Museums reichen in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück, als im kaiserlichen Zeughaus in der Wiener Renngasse spätestens ab 1759 eine öffentlich zugängliche Ausstellung kaiserlicher Harnische, Prunkwaffen, Kriegstrophäen und Erinnerungsstücke bestand. Diese übersiedelte 1856 in das 1849 erbaute Wiener Arsenal, wo 1869 das k. k. Hofwaffenmuseum eröffnete und die neugeordneten Bestände des früheren Zeughauses präsentierte. 1881 verfügte Kaiser Franz Joseph die Unterstellung dieser Hofwaffensammlung unter das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">k. k. Kunsthistorische Hofmuseum</a>, in dessen neues Gebäude am Ring sie schließlich 1888 übertragen wurde. Im Jahr 1885 genehmigte der Kaiser die von Generalartillerieinspektor Erzherzog Wilhelm angeregte Gründung des k. k. Heeresmuseums, welche Kronprinz Rudolf als Kuratoriumsvorsitzender besonders förderte. Die offizielle Eröffnung des nunmehrigen k. u. k. Heeresmuseums durch den Kaiser fand am 25. Mai 1891 statt. Bis zum Ersten Weltkrieg erlebte das Heeresmuseum einen langsamen, aber stetigen Ausbau. Für die Ausrichtung des Museums prägend waren dabei der Langzeitdirektor Wilhelm John (1903–1934) und dessen Stellvertreter Alfred Mell. Sie kuratierten 1909 die <span><span><span>im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">k. k. Österreichischen Museum für Kunst- und Industrie</a> gezeigte</span></span></span> <em>Erzherzog Karl-Ausstellung</em>, die mit rund 265.000 BesucherInnen innerhalb von zwei Monaten außergewöhnlich erfolgreich war. Am 27. Juli 1914 – am Vortag der Kriegserklärung – schloss das Heeresmuseum für das Publikum und sollte erst im September 1921 wieder zugänglich sein. Wilhelm John und Alfred Mell gelang es jedoch während des Krieges eine systematische Sammelaktivität zu entfalten, welche sich die umfassende Darstellung des Krieges zum Ziel setzte. Damit sollten der bisherige Sammlungs- und Ausstellungsfokus deutlich ausgedehnt und die rückwärtigen Strukturen der Armee, das Hinterland und die sozioökonomischen und kulturellen Implikationen des Krieges ebenfalls in den Blick genommen werden. Zudem gelang es Wilhelm John über Kontakte zum k. u. k. Kriegspressequartier eine umfangreiche Kriegsbildersammlung von bei Kriegsende rund 6.000 Werken aufzubauen. Selbst für den Besuch geschlossen, wirkte das Heeresmuseum als Leihgeber zahlreicher Ausstellungen und hatte insbesondere an den beiden Kriegsausstellungen im Wiener Prater 1916 und 1917 einen wichtigen Anteil. Das Kriegsende stellte die Zukunft des Heeresmuseums, das der vor ihrer Auflösung stehenden k. u. k. Armee angehörte, in Frage. Erst im März 1920 übernahm die Republik Österreich das Museum schließlich als Österreichisches Heeresmuseum in die Verwaltung des Heeresressorts. Trotz anfänglicher Aufteilungs- oder Verkaufsabsichten konnte die Sammlung des Heeresmuseums weitgehend erhalten bleiben. Lediglich an die ungarische Regierung musste das Museum bis 1932 umfangreiche Bestände abgeben. Während der nachfolgenden Jahre war das Heeresmuseum vor allem mit der institutionellen Konsolidierung und Aufarbeitung der damals noch sehr umfangreichen Sammlung aus dem Ersten Weltkrieg befasst. 1923 eröffnete das Heeresmuseum als ersten neuen Dauerausstellungsbereich eine Kriegsbildergalerie mit Kunstwerken aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Weitere dem Weltkrieg gewidmete neue Dauerausstellungsabschnitte wurden erst unter der Direktion Alfred Mells (1934–1949) fertig gestellt, der auf den 1934 überraschend verstorbenen Wilhelm John gefolgt war. Hinsichtlich der Präsentationsformen und des erstmalig in großem Umfang eingesetzten Mediums der Fotografie brachten diese neuen Ausstellungsbereiche wichtige Innovationen. Zugleich fügte sich das Heeresmuseum in die Geschichtspolitik des austrofaschistischen Ständestaates ein, die auf ein ideologisches Anknüpfen an die Habsburgermonarchie zielte. Auf dieser Grundlage gelang es Alfred Mell, auch gegen vehementen Widerstand anderer Museen, die Zuteilung von Räumlichkeiten im ersten Stock des Mitteltraktes der Neuen Burg durchzusetzen, in der die umfassende Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg eingerichtet werden sollte.</p> <p>Der "Anschluss" im März 1938 und die dadurch bedingten veränderten geschichtspolitischen Umfeldbedingungen machten dieses zentrale Vorhaben Mells jedoch zunichte. Dennoch hatte Mell die Angliederung an NS-Deutschland zunächst euphorisch begrüßt und war auch bereit, die nunmehr im Heeresmuseum platzgreifende Umdeutung der österreichischen Militärgeschichte im großdeutschen und nationalsozialistischen Sinne mitzutragen, wie etwa die Aufstellung einer Büste Hitlers sowie von Büsten deutscher Feldherren des Ersten Weltkrieges in der Ruhmeshalle – dem zentralen Repräsentationsraum des Museums – zeigte. Das Oberkommando des Heeres unterstellte das Heeresmuseum schon 1938 dem Chef der Heeresmuseen in Berlin, General Friedrich Roese und schränkte damit dessen Autonomie erheblich ein. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das Heeresmuseum zunehmend für progandistische Zwecke des NS-Regimes und zur ideologischen Mobilisierung der Bevölkerung und der Wehrmachtsangehörigen instrumentalisiert. An die Stelle der Befassung mit der österreichischen Militärgeschichte traten daher "Beuteschauen" und Sonderausstellungen zum Kriegsgeschehen. Diese organisierten zum Teil andere Wehrmachtsdienststellen, die Mehrzahl ging jedoch von den Mitarbeitern des Hauses aus. Die dem Museum von der Wehrmacht zugedachte propagandistische Funktion hatte auch zur Folge, dass das Heeresmuseum mehr Schauen als je zuvor zeigte, sich sein Budget zwischen 1938 und 1944 verdoppelte, es eine gesteigerte Medienpräsenz erreichte und so BesucherInnenrekorde erzielte. Unter den MitarbeiterInnen des Heeresmuseums befanden sich 1945 vier NSDAP-Anwärter sowie zwei NSDAP-Mitglieder. Von diesen war lediglich Ludwig Jedlicka bereits vor 1938 beigetreten. Keiner von ihnen hatte zwischen 1938 und 1945 eine leitende Funktion inne. Alle sechs Personen wurden gegen den Willen Alfred Mells 1945 entlassen. Dieser hatte sich 1938 ohne Parteimitgliedschaft im Amt des Direktors behauptet. Eine Nähe zu nationalsozialistischem Gedankengut – ohne Parteimitglied gewesen zu sein – wies jedoch zweifellos der für die Kunstsammlung zuständige Kunsthistoriker Bruno Wikingen auf, der 1919 und 1920 der Sturmkompanie des Freikorps Marine-Brigade Ehrhardt angehört hatte und mit diesem am 13. März 1920 am Kapp-Putsch in Deutschland beteiligt gewesen war. Von den diskriminatorischen Maßnahmen des NS-Regimes war lediglich der Referats- und spätere Abteilungsleiter Eduard Wettendorfer betroffen. Er wurde zunächst als "Mischling 1. Grades" eingestuft und war ab Oktober 1938 von der Entlassung bedroht. Auf Intervention Mells wurde er vorläufig im Dienst belassen, durfte jedoch keine Führungsposition übernehmen. Nachdem ihm ein "Abstammungsbescheid" des "Reichssippenamtes" im Oktober 1942 bescheinigt hatte, kein "Mischling 1. Grades" zu sein, wurde er zum Leiter der 4. Abteilung befördert. Dem Heeresmuseum als Heeresinstitution waren ab 1938 Ankäufe von als jüdisch geltenden AntiquitätenhändlerInnen untersagt. Zugleich versuchte es aktiv von "Arisierungen" und Sammlungsbeschlagnahmungen zu profitieren, wozu es seine Interessen auch initiativ bei der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Zentralstelle für Denkmalschutz</a> anmeldete. Dadurch gelangten mehr als 50 Objekte in die Sammlungen des Heeresmuseums, hinzu kamen 58 durch die Gestapo zugewiesene Objekte. Zudem erwarb das Museum einige Kunstwerke und andere Gegenstände direkt von durch das NS-Regime verfolgten Personen. Nach derzeitigem Kenntnisstand machten diese jedoch nur einen geringen Anteil der mehr als 24.000 zwischen 1938 und 1945 in die Sammlung gelangten Objekte aus, die sich vor allem aus Zuweisungen der Heereszeugämter und in geringerem Maße aus von Reisen Alfred Mells mitgebrachten Stücken speisten, heute aber überwiegend nicht mehr vorhanden sind. Aufgrund der Zugehörigkeit des Museums zur Wehrmacht begannen Bergungsmaßnahmen erst im Herbst 1942. Sie dauerten bis Herbst 1944 an und wurden vom Direktor und den Luftschutzleitern Adolf Spalenka und Eduard Wettendorfer geleitet. Die geborgenen Objekte verteilten sich auf 15 Örtlichkeiten in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark, im Burgenland und im heutigen Tschechien, was die Bewachung und konservatorische Maßnahmen erschwerte. Am 10. September 1944 zerstörte ein Luftangriff den Nordostflügel des Museumsgebäudes weitgehend, am 11. Dezember 1944, 15. Jänner 1945 und 23. März 1945 erlitten weitere Büros, Depots und Werkstätten des Museums Bombentreffer.</p> <p>Im Juni 1945 transportierte ein sowjetisches Trophäenbataillon mit rund 16.000 Objekten beinahe die gesamte historische Sammlung an Handfeuerwaffen und Teile der Blankwaffensammlung ab. An den Bergungsorten kam es darüber hinaus in den nachfolgenden Jahren zu Plünderungen durch die lokale Bevölkerung und Besatzungssoldaten. Insgesamt betrugen die Sammlungsverluste bis 1950 geschätzte 40 Prozent des Gesamtbestandes, wobei einzelne Bereiche wie z. B. die Modellsammlung, die Sammlung neuerer Uniformen und die Gewehrsammlung Verluste bis zu 95 Prozent zu verzeichnen hatten. Ab Jänner 1946 übernahm das Bundesministerium für Unterricht (BMU) die Zuständigkeit für das Heeresmuseum, das nun den Namen Heeresgeschichtliches Museum (HGM) erhielt. Alfred Mell blieb durchgehend bis 1949 dessen Direktor. Ihm folgte 1950 interimistisch Géza Kövess und schließlich Rudolf Pühringer, der das Museum bis 1956 leitete. Obwohl anfänglich umstritten, ließ das BMU das zerstörte Museumsgebäude wiederaufbauen. Das HGM erwarb zwischen 1945 und 1955 etwa 20.000 neue Objekte, um Lücken in der Sammlung zu schließen, und trug durch Geschützmetallverkäufe selbst zur Finanzierung seines Wiederaufbaus bei. Bei der Wiedereröffnung am 24. Juni 1955 standen dem Museum zum ersten Mal in seiner Geschichte sämtliche Flächen des Gebäudes zur Verfügung und die neuen Ausstellungen intendierten nunmehr die Darstellung ganzer militärhistorischer Epochen in ihren politikgeschichtlichen und kulturhistorischen Bezügen. Ab 1957 behandelte erstmalig ein eigener Saal die Marinegeschichte, doch endeten die Ausstellungen vorerst noch beim Jahr 1914. Erst ab 1988 umfassten die Dauerausstellungen auch den Ersten Weltkrieg. Der Zeitraum 1918 bis 1945 folgte im Jahr 1998.</p> <p>Das HGM restituierte in den Jahren nach 1945 21 Objekte, die aus in der NS-Zeit entzogenen Sammlungen stammten, an die rechtmäßigen EigentümerInnen. Weitere 17 Objekte, die nach den Rückstellungsgesetzen zu restituieren gewesen wären, waren durch Bombentreffer oder Plünderungen verloren gegangen. Seit März 1998 ist das Heeresgeschichtliche Museum/Militärhistorische Institut (HGM/MHI) zudem an der Arbeit der Kommission für Provenienzforschung beteiligt und erstellte bislang Dossiers, Dossierbeiträge und Sachverhaltsdarstellungen zu Oscar Bondy, Viktor Ephrussi, Eduard Epstein, Hanns Fischl, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="966dbd4d-e90a-419e-8f06-07e30f2ab731" href="/fuchs-siegfried" title="Fuchs, Siegfried">Siegfried Fuchs</a>, Emilio Hofmannsthal, Saul Juer, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="07f101d9-28dd-4aec-a724-7b1b612d9dea" href="/klein-albert" title="Klein, Albert ">Albert Klein</a>, Gisela und <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="0f6c1e75-c870-4212-b0b0-b2e568006f86" href="/pollack-ernst" title="Pollack, Ernst">Ernst Pollack</a>, Albert Pollak, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="8e18f862-8d6f-4136-89cd-1f7c8bfa3363" href="/rado-geza" title="Radó, Géza">Geza Rado</a>, Alphonse Rothschild, Franz Ruhmann und Valentine Springer. 219 Objekte konnte das HGM/MHI seither bereits an die jeweiligen RechtsnachfolgerInnen zurückgeben, in Bezug auf 72 Gegenstände ist die ErbInnensuche hingegen noch nicht abgeschlossen.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/124" hreflang="de">Museum</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/199" hreflang="de">Stefan Kurz</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2022-11-02T23:00:00Z">2. November 2022</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Beschluss des Kunstrückgabebeirats, Oskar Bondy, 27.10.1999, URL: <a href="http://www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Bondy_Oskar_1999-10-27.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Bondy_Oskar_1999-10-27.pdf</a> (3.12.2020).<br /> Beschluss des Kunstrückgabebeirats, Clarice und Louis Rothschild, 11.2.1999, URL: <a href="http://www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Rothschild_Clarice_Louis_1999-02-11.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Rothschild_Clarice_Louis_1999-02-11.pdf</a> (3.12.2020).<br /> Beschluss des Kunstrückgabebeirats, Emilio Hofmannsthal, 11.3.2003, URL: <a href="http://www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Hofmannsthal_Emilio_2003-03-11.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Hofmannsthal_Emilio_2003-03-11.pdf</a> (3.12.2020).<br /> Beschluss des Kunstrückgabebeirats, Albert Klein, 26.11.2010, URL: <a href="http://www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Klein_Albert_2010-11-26.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Klein_Albert_2010-11-26.pdf</a> (3.12.2020).<br /> Beschluss des Kunstrückgabebeirats, Eduard Epstein, 8.3.2013, URL: <a href="http://www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Epstein_Eduard_2013-03-08.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Epstein_Eduard_2013-03-08.pdf</a> (19.11.2020).<br /> Beschluss des Kunstrückgabebeirats, Valentine Springer, 3.5.2013, URL: <a href="www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Springer_Valentine_2013-05-03.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Springer_Valentine_2013-05-03.pdf</a> (3.11.2022).<br /> Beschluss des Kunstrückgabebeirats, Geza Rado, 5.10.2017, URL: <a href="http://www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Rado_Geza_2017-10-05.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Rado_Geza_2017-10-05.pdf</a> (3.12.2020).<br /> Beschluss des Kunstrückgabebeirats, Viktor Ephrussi, 12.4.2019, URL: <a href="www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Ephrussi_Viktor_2019-04-12.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Ephrussi_Viktor_2019-04-12.pdf</a> (3.11.2022).<br /> Beschluss des Kunstrückgabebeirats, Siegfried Fuchs, 29.6.2021, URL: <a href="www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Fuchs_Siegfried_2021-06-29.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Fuchs_Siegfried_2021-06-29.pdf</a> (3.11.2022).<br /> Beschluss des Kunstrückgabebeirats, Hanns Fischl, 5.11.2021, URL: <a href="www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Fischl_Hanns_2021-11-05.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Fischl_Hanns_2021-11-05.pdf</a> (3.11.2022).</p> <p>Günter Dirrheimer, Das k. u. k. Heeresmuseum von 1886–1903. Vorgeschichte, Aufbau und Organisation von den Anfängen bis zum Abschluss der Ära Wilhelm Erbens, ungedr. Prüfungsarbeit, Institut für Österreichische Geschichtsforschung 1971.</p> <p>Christoph Hatschek, "Sich stets der Vergangenheit stellen" – Provenienzforschung im Heeresgeschichtlichen Museum, in: G<span>abriele Anderl/Christoph Bazil/Eva Blimlinger/Oliver Kühschelm/Monika Mayer/Anita Stelzl-Gallian/Leonhard Weidinger </span>(Hg.), ... wesentlich mehr Fälle als angenommen. 10 Jahre Kommission für Provenienzforschung (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 1), <span>Wien-Köln-Weimar</span> 2009, 127–135, URL: <span><a href="https://doi.org/10.7767/boehlau.9783205118862.127">doi.org/10.7767/boehlau.9783205118862.127</a></span>.<br /> Christoph Hatschek, Provenienzforschung und Restitution. Eine "neue" Form der Vergangenheitsbewältigung, in: Heeresgeschichtliches Museum (Hg.), Viribus Unitis. Jahresbericht 2001 des Heeresgeschichtlichen Museums, Wien 2002, 54–65.<br /> Christoph Hatschek, "Ein solches Verhalten wäre sehr zu verurteilen…". Das Schicksal der Sammlungen des Heeresgeschichtlichen Museum im Verlauf und nach Ende des Zweiten Weltkrieges, in: Heeresgeschichtliches Museum (Hg.), Viribus Unitis. Jahresbericht 2000 des Heeresgeschichtlichen Museums, 9–40.</p> <p>Heeresgeschichtliches Museum [Franz Kaindl], 100 Jahre. 1891–1991, Wien 1991.</p> <p>Lothar Hölbling, "Diese Stätte ist geweiht für immer". Zur Geschichte des Heeresmuseums 1938–1945, in: Heeresgeschichtliches Museum (Hg.), Viribus Unitis. Jahresbericht 1999 des Heeresgeschichtlichen Museums, Wien 2000, 8–59.</p> <p>Richard Hufschmied, Die "Überlebensfrage des Aschenbrödels unter den Wiener Staatlichen Museen". Das Heeresmuseum und der Traum von seiner zentralen und attraktiven Lage in der Neuen Hofburg von 1924 bis 1950, in: Heeresgeschichtliches Museum (Hg.), Viribus Unitis. Jahresbericht 2015, Wien 2016, 40–70.</p> <p><span>Walter Kalina, Zwanzig Jahre Provenienzforschung im Heeresgeschichtlichen Museum/Militärhistorischen Institut (HGM/MHI) und der Fall Albert Klein, in: Eva Blimlinger/Heinz Schödl (Hg.), … (k)ein Ende in Sicht. 20 Jahre Kunstrückgabegesetz in Österreich (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 8), Wien-Köln-Weimar 2018, 149–154, URL:<a href="https://doi.org/10.7767/9783205201274.149"> doi.org/10.7767/9783205201274.149</a>.</span></p> <p>Stefan Kurz, "HM liquidiert nicht." Das Heeresmuseum 1918 – 1920 – zwischen Liquidierung und Fortbestand, in: Heeresgeschichtliches Museum (Hg.), Viribus Unitis. Jahresbericht 2015 des Heeresgeschichtlichen Museums, Wien 2016, 24–40.<br /> Stefan Kurz, Die Erzherzog Karl-Ausstellung im Jahr 1909, in: Heeresgeschichtliches Museum (Hg.), Viribus Unitis. Jahresbericht 2017 des Heeresgeschichtlichen Museums, Wien 2018, 49–59.<br /> Stefan Kurz, Ein beinahe unbekanntes Kapitel der Geschichte des Heeresgeschichtlichen Museum. Der Neubau des Heeresmuseums im Wiener Prater, in: Heeresgeschichtliches Museum (Hg.), Beiträge zur österreichischen Militärgeschichte 864–2019 (= Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums 26), Wien 2019, 545–585.</p> <p>Hannes Leidinger/Verena Moritz, Die Last der Historie. Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien und die Darstellung der Geschichte bis 1945, in: Dirk Rupnow/Heidemarie Uhl (Hg.), Zeitgeschichte ausstellen in Österreich. Museen – Gedenkstätten – Ausstellungen, Wien 2011, 15–44.</p> <p>Manfried Rauchensteiner, Phönix aus der Asche. Zerstörung und Wiederaufbau des Heeresgeschichtlichen Museums 1944 bis 1955, Wien 2005.</p> <p>Georg Rütgen, Das Heeresmuseum in Wien von 1938 bis 1945 im Dienste der Propaganda unter besonderer Berücksichtigung der Sonderausstellungen und "Beuteschauen", Diplomarbeit Universität Wien 2012.</p> <p>Heinz Zatschek, Die Geschichte des Museums, in: Heeresgeschichtliches Museum (Hg.), Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien, Wien 1960, 9–34.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/2006452-4" rel="nofollow" target="_blank">GND: 2006452-4</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/149726120" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 149726120</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q700751" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q700751</a></div> </div> Mon, 23 Nov 2020 11:18:41 +0000 Leonhard Weidinger 1575 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Klein, Albert https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/klein-albert <span>Klein, Albert </span> <span><a title="View user profile." href="/user/30">Susanne Hehenberger</a></span> <span>Fri, 06/03/2022 - 13:28</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Albert <strong>Klein</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>31.5.1873 Varsány, Ungarn (heute: Kalinčiakovo/Hontvársany, Slowakei) – ? (vmtl. 1944)</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p><span><span>Albert Klein, der aus der heutigen Slowakei stammte und wie seine Gattin Szidonie der Israelitischen Kultusgemeinde angehörte, lebte spätestens ab 1903 in Wien, wo er als Holzhändler tätig war. Nach eigener Aussage war er in seinem Beruf bis zum Ersten Weltkrieg so erfolgreich, dass er zeitweilig als "Eschenkönig Österreichs" bezeichnet wurde. Noch im Jahr 1928 soll er nach einer in jenem Jahr im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="64c53b10-81c6-456e-a871-ebfa3a27f424" href="/heeresgeschichtliches-museum" title="Heeresgeschichtliches Museum">Heeresmuseum</a> (<a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="64c53b10-81c6-456e-a871-ebfa3a27f424" href="/heeresgeschichtliches-museum" title="Heeresgeschichtliches Museum">HM</a>) entstandenen Notiz über eine Kunstsammlung von 200 Werken verfügt haben, über die jedoch keine weiteren Informationen vorliegen. Durch den Ersten Weltkrieg, die nachfolgende Inflation und schließlich die Weltwirtschaftskrise verlor er beinahe sein gesamtes Vermögen. 1928 bot er dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="64c53b10-81c6-456e-a871-ebfa3a27f424" href="/heeresgeschichtliches-museum" title="Heeresgeschichtliches Museum">HM</a> zwei Gemälde zum Kauf an, doch wurden diese abgelehnt, da es sich um Kopien von geringer künstlerischer Qualität handelte.</span></span></p> <p><span><span>1938 gab Klein an, kein Bargeld zu besitzen und sein letztes Eigentum – ein Grundstück in Floridsdorf – verkaufen zu wollen, um die ausständigen Hypotheken und Kredite zu begleichen. Obwohl Klein über keine Einkünfte verfügte und nach eigenem Bekunden von der Ausspeisung durch die Israelitische Kultusgemeinde abhängig war, war er aufgrund seiner jüdischen Herkunft auch in finanzieller Hinsicht der Verfolgung durch das NS-Regime ausgesetzt. Die Finanzbehörden forderten von ihm zunächst die "Judenvermögensabgabe" in der Höhe von 20 % des Vermögens und erlegten ihm am 12. Jänner 1939 im Rahmen der "Reichsfluchtsteuer" und in Hinblick auf eine unterstellte Fluchtabsicht eine Sicherstellungsleistung in der Höhe von 50.000 Reichsmark auf. Die Forderungen überstiegen die finanziellen Möglichkeiten Kleins bei weitem. Im September 1939 musste das Ehepaar Klein aus der von ihm seit 1905 bewohnten Wohnung in Wien 4, Starhemberggasse 40 ausziehen und in eine Wohnung in Wien 1, Franz-Josefs-Kai 19/11 übersiedeln. Zeitgleich zu seinem Umzug trat Klein an das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="64c53b10-81c6-456e-a871-ebfa3a27f424" href="/heeresgeschichtliches-museum" title="Heeresgeschichtliches Museum">HM</a> heran und bot diesem drei Ölgemälde mit militärischen Sujets zum Kauf an. Das Museum erwarb diese laut einer Niederschrift vom 20. September 1939 um 15 Reichsmark. Am 13. Oktober 1939 übergab Klein dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="64c53b10-81c6-456e-a871-ebfa3a27f424" href="/heeresgeschichtliches-museum" title="Heeresgeschichtliches Museum">HM</a> 13 "patriotische Abzeichen" aus dem Ersten Weltkrieg zur Ansicht, von denen dieses zehn übernahm. Im November 1941 musste das Ehepaar Klein in eine Sammelwohnung in Wien 2, Im Werd 7/14 ziehen. Albert Klein und seine Gattin flüchteten im März 1942 nach Budapest und 1944 weiter in das zu diesem Zeitpunkt ungarische Kalinčiakovo (Hontvársany). Von dort aus wurde das Paar 1944 zu einem unbekannten Zeitpunkt deportiert und ermordet. Von den drei Kindern des Paares konnten die Söhne Franz und Alexander Klein rechtzeitig nach Großbritannien flüchten. Der Tochter Gisela scheint im November 1938 ebenfalls die Flucht dorthin gelungen zu sein, ihr weiteres Schicksal ist jedoch nicht bekannt.</span></span></p> <p><span><span>Auf Antrag von Franz und Alexander Klein stellte das Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien 1951 fest, dass Albert und Szidonie Klein den 8. Mai 1945 nicht überlebt hatten. Während sich die Abzeichen nicht mehr in den Sammlungen des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="64c53b10-81c6-456e-a871-ebfa3a27f424" href="/heeresgeschichtliches-museum" title="Heeresgeschichtliches Museum">Heeresgeschichtlichen Museums/Militärhistorischen Instituts</a> (<a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="64c53b10-81c6-456e-a871-ebfa3a27f424" href="/heeresgeschichtliches-museum" title="Heeresgeschichtliches Museum">HGM/MHI</a>) befinden und als Kriegsverlust zu betrachten sind, empfahl der Kunstrückgabebeirat auf Basis der Ergebnisse der Provenienzforschung des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="64c53b10-81c6-456e-a871-ebfa3a27f424" href="/heeresgeschichtliches-museum" title="Heeresgeschichtliches Museum">HGM/MHI</a> im Jahr 2010 die Rückgabe der drei 1939 erworbenen Gemälde. Nach erfolgreicher ErbInnenermittlung durch die IKG Wien konnten die Bilder schließlich im Februar 2013 restituiert werden.</span></span></p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/19" hreflang="de">NS-Verfolgte/r</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/88" hreflang="de">NS-Vermögensentzug</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/199" hreflang="de">Stefan Kurz</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2022-04-11T22:00:00Z">11. April 2022</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Beiratsbeschluss Albert Klein, 26.11.2010, URL: <a href="https://provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Klein_Albert_2010-11-26.pdf">provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Klein_Albert_2010-11-26.pdf</a> (23.3.2022).</p> <p>Index der Jüdischen Matriken Wien und NÖ, URL: <a href="http://www.genteam.at">www.genteam.at</a> (23.3.2022).</p> <p>Walter Kalina, Zwanzig Jahre Provenienzforschung im Heeresgeschichtlichen Museum/Militärhistorischen Institut (HGM/MHI) und der Fall Albert Klein, in: Eva Blimlinger/Heinz Schödl (Hg.), ... (k)ein Ende in Sicht. 20 Jahre Kunstrückgabegesetz in Österreich (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 8), Wien-Köln-Weimar 2018, 149–154, URL: <a href="https://doi.org/10.7767/9783205201274.149">doi.org/10.7767/9783205201274.149</a>.</p> <p>N. N., Lehmann's Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Handels- und Gewerbe-Adreßbuch für die k. k. Reichs-Haupt- und Residenzstadt Wien nebst Floridsdorf und Jedlersdorf. Bd. 1903–1910, Wien 1903–1910. </p> <p>N. N., Wiener Adreßbuch. Lehmanns Wohnungsanzeiger, Bd. 1923–1940, Wien 1923–1940.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>Archiv der IKG Wien, Fürsorgezentrale der IKG Wien/Auswanderungsabteilung, Auswanderungsfragebogen Nr. 11398, Gisela Klein.</p> <p>HGM, DionReg, K. "COR 1928 Nr. 1 - 150", Exh. Nr. 123/1928.<br /> HGM, DionReg, K. "COR 1939 Nr. 412 - 559", Exh. Nr. 452/1939. </p> <p>OeStA/AdR, E-uReang, VVSt, VA 32369, Albert Klein.</p> <p>WStLA, BG Innere Stadt, 10 A 754/51, Verlassenschaft Albert Klein.<br /> WStLA, Handelsgericht Wien, B74 E Register, E 38, 481, Albert Klein.<br /> WStLA, Historische Wiener Meldeunterlagen, Meldeauskunft Albert Klein.</p></div> </div> Fri, 03 Jun 2022 13:28:26 +0000 Susanne Hehenberger 1616 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Radó, Géza https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/rado-geza <span>Radó, Géza</span> <span><a title="View user profile." href="/user/30">Susanne Hehenberger</a></span> <span>Fri, 06/03/2022 - 13:18</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Géza <strong>Radó</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>30.7.1870 Raab (Győr) – 22.12.1941 Wien</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p><span><span>Der in Ungarn geborene Géza Radó war jüdischen Glaubens und lebte mit seiner ebenfalls der Israelitischen Kultusgemeinde angehörenden Frau Pauline, née Blau, seit spätestens 1902 in Wien. Ab 1910 war er Mitinhaber der Firma Radó &amp; Zeisler und ab 1915 Alleininhaber des in der Rotenturmstraße 6 in Wien 1 ansässigen Unternehmens, das mit "Gold-, Silber-, und Chinasilberwaren sowie neuen Bronzen, Leder-, Galanterie- und Bijouteriewaren" handelte. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten musste Radó seine Firma aber im August 1937 auflösen.</span></span></p> <p><span><span>Radó war tschechoslowakischer Staatsbürger und daher bis zur Besetzung der Tschechoslowakei durch das nationalsozialistische Deutsche Reich zunächst noch vor manchen Formen der Repression geschützt. Géza Radó und seine Gattin mussten jedoch im Herbst 1939 die langjährige Wohnung in Wien 1, Rathausplatz 8 aufgeben, wobei Géza Radó betonte, dass dies "durch die Verhältnisse bedingt" sei. Er bezog sich damit vermutlich auf die seit Mai 1939 verstärkten Maßnahmen des NS-Regimes zur Verdrängung von JüdInnen aus Mietwohnungen, die auf eine Trennung von der nichtjüdischen Bevölkerung abzielten. Radó musste daher nach eigenen Angaben vieles aus seinem Eigentum veräußern, ohne diese Gegenstände näher zu spezifizieren, weshalb auch nicht bekannt ist, ob damit eine Kunstsammlung gemeint war. Ende August 1939 wandte sich Rádo an das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="64c53b10-81c6-456e-a871-ebfa3a27f424" href="/heeresgeschichtliches-museum" title="Heeresgeschichtliches Museum">Wiener Heeresmuseum</a> und bot diesem ein Triptychon eines unbekannten Künstlers mit Manöverszenen zum Kauf an. Ihm war zuvor von unbekannter Seite empfohlen worden, das Bild vor einer Abgabe an einen privaten Interessenten zunächst dem Museum anzubieten. Direktor Alfred Mell erwarb das Bild zu dem von Radó vorgeschlagenen Preis von 200 Reichsmark. Zuletzt lebte das Ehepaar Radó im Dezember 1941 in einer Sammelwohnung in der Zirkusgasse 27, Wien 2. Hier verstarb Géza Radó am 22. Dezember 1941. Pauline Radó wurde am 20. Juni 1942 nach Theresienstadt und am 23. September 1942 nach Treblinka deportiert und dort zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet. Die gemeinsame Tochter Lily (auch Lilly) war bereits im Jahr 1932 verstorben.</span></span></p> <p><span><span>Auf Grundlage eines Dossiers des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="64c53b10-81c6-456e-a871-ebfa3a27f424" href="/heeresgeschichtliches-museum" title="Heeresgeschichtliches Museum">Heeresgeschichtlichen Museums/Militärhistorischen Instituts</a> sprach der Kunstrückgabebeirat in seiner Sitzung vom 5. Oktober 2017 die Empfehlung aus, das Gemälde an die RechtsnachfolgerInnen nach Géza Radó rückzuübereignen.</span></span></p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/19" hreflang="de">NS-Verfolgte/r</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/88" hreflang="de">NS-Vermögensentzug</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/199" hreflang="de">Stefan Kurz</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2022-03-31T22:00:00Z">31. März 2022</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Beiratsbeschluss Geza Rado, 5.10.2017, URL: <a href="http://provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Rado_Geza_2017-10-05.pdf">provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Rado_Geza_2017-10-05.pdf </a>(23.3.2022).</p> <p>Index der Jüdischen Matriken Wien und NÖ, URL: <a href="https://www.genteam.at">www.genteam.at</a> (23.3.2022).</p> <p>N. N., Lehmann's Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Handels- und Gewerbe-Adreßbuch für die k. k. Reichs-Haupt- und Residenzstadt Wien nebst Floridsdorf und Jedlersdorf. Bd. 1902–1918, Wien 1902–1918. </p> <p>N. N., Wiener Adreßbuch. Lehmanns Wohnungsanzeiger, Bd. 1936–1938, Wien 1936–1938.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>HGM, DionReg, K. "COR 1939 Nr. 412–559", Zl. 438/1939.</p> <p>WStLA, BG Innere Stadt, 28 A 48/42, Verlassenschaft Geza Rado.<br /> WStLA, Handelsgericht Wien, B76 Handelsregister A, A 16, 65, Radó &amp; Zeisler.<br /> WStLA, Handelsgericht Wien, B76 Handelsregister A, A 30, 83, G. Radó.<br /> WStLA, Historische Wiener Meldeunterlagen, Meldeauskunft Geza Rado.</p></div> </div> Fri, 03 Jun 2022 13:18:05 +0000 Susanne Hehenberger 1615 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org