MuseumsmitarbeiterIn https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/ de Adametz, Lotte https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/adametz-lotte <span>Adametz, Lotte</span> <span><a title="View user profile." href="/user/28">Leonhard Weidinger</a></span> <span>Wed, 11/18/2020 - 20:14</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Lotte <strong>Adametz</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>25.7.1879<span> </span>Wien – 3.6.1966<span> </span>Wien</p> <p>eigentlich Karoline Adametz</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Nach Abschluss der Handelsschule war Karoline Adametz, die sich stets Lotte nannte, durchgehend von 1898 bis 1945 in der Geologisch-Paläontologischen Abteilung des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6bf3c61a-ea5a-4d6a-b9b0-6457b8eefac0" href="/naturhistorisches-museum-wien" title="Naturhistorisches Museum Wien">Naturhistorischen Museums</a> (<a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6bf3c61a-ea5a-4d6a-b9b0-6457b8eefac0" href="/naturhistorisches-museum-wien" title="Naturhistorisches Museum Wien">NHM</a>) in Wien beschäftigt. Neben ihrer Erwerbsarbeit war sie ab 1898 außerordentliche Hörerin geologischer und paläontologischer Vorlesungen an der Technischen Hochschule Wien und der Universität Wien. Im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6bf3c61a-ea5a-4d6a-b9b0-6457b8eefac0" href="/naturhistorisches-museum-wien" title="Naturhistorisches Museum Wien">NHM</a> arbeitete sie ab 1902 an der Revision der paläozoischen und mesozoischen Studiensammlungen. Zwischen 1904 und 1913 bereitete sie im Auftrag des Leiters der Geologisch-Paläontologischen Abteilung Ernst Kittl (1854–1913) umfangreiches Sammlungsmaterial wissenschaftlich auf. So ordnete sie z. B. die Objekte nach damals gültigen taxonomischen Erkenntnissen. 1927 wurde sie in den mittleren Fachdienst befördert. Bis zum Tod des Direktors der prähistorischen und der anthropologischen Abteilung Josef Bayer (1882–1931) beteiligte sich Adametz in ihrer Freizeit an dessen Ausgrabungen und Forschungsreisen. Bayer bestimmte sie in seinem Testament zu seiner Universalerbin und sie schenkte in den folgenden Jahren mehrere Objekte aus seinem Nachlass der Geologisch-Paläontologischen Abteilung. Lotte Adametz stand, wie ihre ebenfalls am <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6bf3c61a-ea5a-4d6a-b9b0-6457b8eefac0" href="/naturhistorisches-museum-wien" title="Naturhistorisches Museum Wien">NHM</a> tätige Schwester Emilie Adametz, vermutlich schon vor dem "Anschluss" dem Nationalsozialismus nahe und pflegte Kontakt zur illegalen Betriebszelle des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6bf3c61a-ea5a-4d6a-b9b0-6457b8eefac0" href="/naturhistorisches-museum-wien" title="Naturhistorisches Museum Wien">NHM</a>. Noch im März oder April 1938 beantragte sie die NSDAP-Mitgliedschaft, die ihr im April 1940 verliehen werden sollte. 1938 inventarisierte und etikettierte sie Fossilien, die Irma Bondy in Vorbereitung ihrer verfolgungsbedingten Flucht im Auftrag ihres Schwagers Fritz Illner an das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6bf3c61a-ea5a-4d6a-b9b0-6457b8eefac0" href="/naturhistorisches-museum-wien" title="Naturhistorisches Museum Wien">NHM</a> verkauft hatte. Auf Adametz' Initiative beendete die Geologisch-Paläontologische Abteilung im Sommer 1939 die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Panstwowy Intsytut Geologiezny in Warschau. Ebenfalls 1939 setzte sie sich bei dem Geologen Fritz Kautsky erfolgreich für die antisemitisch motivierte Umbenennung des von ihm beschriebenen Holotypus von <em>Erycina Suessi</em>, der nach dem Geologen Eduard Suess benannt war, auf <em>Erycina Backlundi</em> ein. 1941 organisierte Adametz den Transport von hunderten ausgesuchten Stücken aus den entzogenen geologischen, zoologischen und mineralogischen Sammlungen des Missionshauses St. Gabriel in Maria Enzersdorf ins <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6bf3c61a-ea5a-4d6a-b9b0-6457b8eefac0" href="/naturhistorisches-museum-wien" title="Naturhistorisches Museum Wien">NHM</a>. Ab 1941 leitete sie die kriegsbedingten Bergungen und fungierte, wenn auch inoffiziell, als Stellvertreterin des Leiters der Geologisch-Paläontologischen Abteilung <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="449b875c-0e4d-4418-bac7-aa432ee5cfd4" href="/trauth-friedrich" title="Trauth, Friedrich">Friedrich Trauth</a>.</p> <p>Lotte Adametz wurde im Zuge der Entnazifizierung im August 1945, rückwirkend ab März 1938, in den dauerhaften Ruhestand unter Kürzung ihrer Bezüge versetzt. Nach der Verabschiedung des Nationalsozialistengesetzes 1947 erreichte sie eine Einstufung als Minderbelastete und legte auch gegen die Kürzung ihrer Bezüge Einspruch ein, dem am 18. Dezember 1951 stattgegeben wurde. Nach ihrer Pensionierung war sie bis zu ihrem Tod in der Geologisch-Paläontologischen Abteilung des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6bf3c61a-ea5a-4d6a-b9b0-6457b8eefac0" href="/naturhistorisches-museum-wien" title="Naturhistorisches Museum Wien">NHM</a> sowie in mehreren wissenschaftlichen Vereinen, wie der Geologischen Gesellschaft, aktiv. Die entzogenen Sammlungen aus St. Gabriel im Bestand des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6bf3c61a-ea5a-4d6a-b9b0-6457b8eefac0" href="/naturhistorisches-museum-wien" title="Naturhistorisches Museum Wien">NHM</a> wurden durch den Beschluss des Kunstrückgabebeirats vom 7. Dezember 2007 zur Rückgabe empfohlen und restituiert. Am 18. Oktober 2019 empfahl der Kunstrückgabebeirat die Fossilien Fritz Illners zur Restitution an dessen RechtsnachfolgerInnen.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/63" hreflang="de">NSDAP-Mitgliedschaft</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/198" hreflang="de">Marcus Rößner</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2020-11-02T23:00:00Z">2. November 2020</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Beschluss des Kunstrückgabebeirats,<span> Missionshaus St. Gabriel, 7.12.2007, URL: </span><a href="http://www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Missionshaus_StGabriel_2007-12-07.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Missionshaus_StGabriel_2007-12-07.pdf</a> (3.12.2020).</p> <p>Rupert Hirsch, Wale schwammen über Wien, in: Kreisbote, 19.5.1939, 3.</p> <p>Brigitta Keintzel (Hg.), Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben – Werk – Wirken, Wien 2002.</p> <p>Othmar Kühn, Lotte Adametz, in: Mitteilungen der Geologischen Gesellschaft 59 (1966), 255–257.</p> <p>Brigitta Schmid, Frühe Wissenschaftlerinnen am Naturhistorischen Museum Wien, Dissertation Universität Wien 2017.</p> <p>Mathias Svojtka, Adametz, Karoline (Lotte), in: Österreichisches Biographisches Lexikon ab 1815, 2011, URL: <a href="https://doi.org/10.1553/0x00280dbb">doi.org/10.1553/0x00280dbb</a>.</p> <p>Helmut Zapfe, Lotte Adametz †, in: Annalen des Naturhistorischen Museums Wien 69 (1966), 11–13.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Lotte Adametz, Eine Mammutjägerstation, in: Die Umschau 29 (1925), 470–471.<br /> Lotte Adametz, Kannibalen der Steinzeit, in: Die Umschau 32 (1928), 541–543.<br /> Lotte Adametz, Ergänzungen zu dem vorhergenden Bericht von KYRLE und eine Zusammenfassung der alt- und jungpaläolithischen Höhenstationen Österreichs auf Grund der Ausgrabungen von Josef Bayer, in: XVIth International Geological Congress, Washington D. C. 1933 (1936), 1165–1169.<br /> Lotte Adametz, Eine vielkantige Streitaxt aus dem Überschwemmungsgebiet der Traisenmündung, in: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft Wien 67 (1937), 30–31.<br /> Lotte Adametz, Über ein rätselhaftes Quecksilbervorkommen bei Haugsdorf im Weinviertel, N. Ö., in: Der Aufschluss 7 (1956), 33–36.</p> <p>Lotte Adametz, Julius Pia, Ein rätselhaftes Quecksilbervorkommen bei Haugsdorf im Weinviertel, Niederdonau, in: Anzeiger der Akademie der Wissenschaften. Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse 79 (1942), 33–36.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>NHM, Geologisch-Paläontologische Abteilung, Korrespondenzmappen; Inventarbuch 1929–1950; Einlaufjournal IV; Einlaufjournal V.</p> <p>OeStA/AdR, UWK, BMU, Personalakten, Karoline Adametz.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/131919563" rel="nofollow" target="_blank">GND: 131919563</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/23285047" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 23285047</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q15823112" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q15823112</a></div> </div> Wed, 18 Nov 2020 20:14:38 +0000 Leonhard Weidinger 1568 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Adelhart, Michaela Thekla https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/adelhart-michaela-thekla <span>Adelhart, Michaela Thekla</span> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:38</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Michaela <strong>Adelhart</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p><span><span><span>27.8.1916 Wien – 19.1.2002 Bochum</span></span></span></p> <p>née Michaela Sirucek</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Nach Absolvierung der Bundeslehranstalt für Frauengewerbe in Wien und einigen Jahren Heimarbeit bewarb sich die 22-jährige Michaela Sirucek im September 1938 als "Stickerin" (Textilrestauratorin) im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museum</a> in Wien. Neben ihrer Fachkenntnis und dem Umstand, dass im Sommer 1938 zwei verheiratete Textilrestauratorinnen, deren Ehemänner im öffentlichen Dienst tätig waren, als späte Folge der austrofaschistischen "Doppelverdiener-Verordnung" in den vorzeitigen Ruhestand geschickt worden waren, könnte ihre NSDAP-Mitgliedschaft für die Anstellung gesprochen haben. Sirucek war schon vor dem März 1938 Nationalsozialistin und erhielt als ehemals Illegale die niedrige Mitgliedsnummer 6,126.899. Im August 1939 heiratete sie den Reproduktionstechniker und späteren Kriminal-Angestellten Herbert Adelhart. Im Juni 1943, 14 Monate nach der Geburt ihrer Tochter, löste Michaela Adelhart das Dienstverhältnis.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/63" hreflang="de">NSDAP-Mitgliedschaft</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/174" hreflang="de">Susanne Hehenberger</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2021-05-18T22:00:00Z">18. Mai 2021</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p><span>Susanne Hehenberger/Monika Löscher, Akteurinnen und Akteure im Kunsthistorischen Museum Wien. Personelle Kontinuitäten und Brüche 1933/34 – 1938 – 1945, in: Tanja Baensch/Kristina Kratz-Kessemeier/Dorothee Wimmer (Hg.), Museen im Nationalsozialismus: Akteure – Orte – Politik, Köln-Weimar-Wien 2016, 129–146.</span></p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p><span><span><span>DAW, Geburts- und Taufbuch Landstraße-St. Rochus 1915–1916, fol. 27, Geburts- und Taufeintrag Michaela Thekla Johanna Siruček, 27.8.1916 und 3.9.1916, URL: <a href="https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/03-landstrasse-st-rochus/01-86/?pg=76">data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/03-landstrasse-st-rochus/01-86/?pg=76</a> (19.5.2021).</span></span></span></p> <p>KHM-Archiv, III 8, PA Michaela Adelhart.</p> <p>WStLA, Gauakten, A1-'Gauakten', Personalakten des Gaues Wien, 73.742 Michaela Adelhart.<br /> WStLA, Historische Wiener Meldeunterlagen, Meldeauskunft Herbert Adelhart.</p> <p> </p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q106889180" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q106889180</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:38:01 +0000 acolono 132 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Adler, Marianne (Mary Ann) https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/adler-marianne-mary-ann <span>Adler, Marianne (Mary Ann)</span> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:38</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Marianne <strong>Adler</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>4.4.1888 Brixen – 1.8.1952 Los Angeles</p> <p>seit 1940 Mary Ann Adler</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Die Künstlerin und Restauratorin Marianne Adler war die Tochter des Journalisten Heinrich Adler und der Grafikerin Maria Adler sowie die Nichte des berühmten österreichischen Sozialdemokraten Victor Adler. Kunstwerke von Adler, die auf Empfehlung Gustav Klimts die Wiener Kunstschule für Frauen und Mädchen besucht hatte, wurden 1908 in der Wiener Kunstschau, einer von der Gruppe um Gustav Klimt und Josef Hoffmann gestalteten Kunst- und Kunsthandwerksausstellung im Wiener Konzerthaus, ausgestellt. Einige ihrer Arbeiten war noch in den 1980er-Jahren in Schloss Leopoldskron zu sehen, und erst 2010 wurde eine Kohlezeichnung von ihr am Kunstmarkt angeboten. Seit Mai 1926 war Marianne Adler in der Restaurierwerkstätte des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> in Wien angestellt. Bereits am 16. März 1938 wurde sie vom Kommissarischen Leiter <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="19a80e8d-65ff-414c-8ad1-277790cbdf48" href="/dworschak-fritz" title="Dworschak, Fritz">Fritz Dworschak</a> vom Dienst enthoben. Der nach dem "Anschluss" neu ernannte Direktor der Gemäldegalerie <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="61bf09a0-1af8-498c-bfe1-43af911d6655" href="/baldass-ludwig" title="Baldass, Ludwig">Ludwig Baldass</a> berichtete, dass ihre Arbeitsleistungen in technischer und künstlerischer Beziehung ausgezeichnet seien, sie aber "ungewöhnlich langsam" gearbeitet habe. Mit Wirksamkeit vom 1. April 1938 wurde Adler gekündigt, als Grund wurde "nicht erzielter Arbeitserfolg einer Vertragsbediensteten trotz Ermahnung“ (BGBl. II 1934/312) angeführt. Adler stand eine Kündigungsfrist von fünf Monaten zu. Auch spielten "rassische Gründe" eine Rolle, ihr Vater war 1884 aus der Israelitischen Kultusgemeinde ausgetreten. Unterstützung bei ihrer Emigration erfuhr sie in der Folge durch Kenneth Clark, den Direktor der National Gallery in London, der sie eine Zeitlang als Restauratorin beschäftigte. Das Life Magazin widmete ihr im Dezember 1940 einen eigenen Artikel, der ihre Entdeckungen im Zuge der Restaurierung des Bildes "Ecce Homo" von Urban Görtschacher zum Thema hatte. Zu diesem Zeitpunkt lebte sie bereits als Mary Ann Adler in Kalifornien und arbeitete als Restauratorin für das Huntington Museum in San Marino, nahm aber auch Aufträge für andere Museen und Sammlungen an. Der Kontakt mit dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museum</a> in Wien sollte nie vollständig abbrechen. So stand Adler in den 1950er-Jahren in Korrespondenz mit dem damaligen Direktor der Gemäldegalerie <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="82def90c-bb0c-4783-99d2-fcd77430b985" href="/buschbeck-ernst" title="Buschbeck, Ernst">Ernst Buschbeck</a>. Sie starb 1952 in Kalifornien.</p> <p>Marianne Adler war mit dem jüdischen Kunstsammler Bruno Jellinek bekannt. Vor seiner Flucht im Frühjahr 1938 deponierte er einen Teil seiner Sammlung in ihrer Wohnung am Brahmsplatz. Am 17. Juni 1938 informierte das Devisenfahndungsamt die <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Zentralstelle für Denkmalschutz</a>, dass für die Kunstsammlung eine Sicherungsanordnung gemäß § 24 der Devisenordnung für das Land Österreich verhängt und sie damit für die Ausfuhr gesperrt worden sei. Adler wurde angewiesen, die bei ihr deponierten Kunstgegenstände an die Spedition Caro &amp; Jellinek abzuliefern. In weiterer Folge ersteigerten die <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="885d4804-c544-4ae6-9be6-b410b3d6fe98" href="/historisches-museum-der-stadt-wien" title="Historisches Museum der Stadt Wien">Städtischen Sammlungen Wien</a> 1941 einen Teil der Kunstsammlung im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e3bfa5fb-d6fd-46fe-ab81-0b9e77ad805d" href="/dorotheum" title="Dorotheum">Dorotheum</a>. Die Wiener Restitutionskommission entschied 2003, die Objekte an die RechtsnachfolgerInnen nach Bruno Jellinek zurückzustellen.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/91" hreflang="de">KünstlerIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/19" hreflang="de">NS-Verfolgte/r</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/48" hreflang="de">RestauratorIn</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/183" hreflang="de">Monika Löscher</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p><span><span><span>Elfter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wienbibliothek im Rathaus vom 31. März 2011 (Restitutionsbericht 2010), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_Wien_Museum_2010.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_Wien_Museum_2010.pdf</a> </span></span></span>(3.12.2020).</p> <p>Megan Marie Brandow-Faller, An art of their own: Reinventing "Frauenkunst" in the female academies and artist leagues of late-Imperial and First Republic Austria, 1900–1930. A Dissertation submitted to the Faculty of the Graduate School of Arts and Sciences at Georgetown University in partial fulfillment of the requirements for the degree of Doctor of Philosophy in History, Washington 2010.</p> <p>Edan Hughes, Artists in Califonia, 1786–1940, San Francisco 1986.</p> <p>Life Magazin, 2.12.1940, 108–109.</p> <p>Ulrik Runeberg, Immigrant Picture Restorers of the German-speaking World in England from the 1930s to the Post-war Era, in: Shulamith Behr, Marian Malet (Hg.), Arts in Exile in Britain 1933–1945. Politics and Cultural Identity, Amsterdam 2005, 339–372.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>Archiv der IKG Wien, Matriken, Eintrag zu Heinrich Adler.</p> <p>KHM-Archiv, III 2283, Biographie Adler Marianne; 97/ED/1934<em> </em>(Anstellung<em>); </em>10/KL/1938 (Enthebung aus dem Dienst); 145/KL/1939 (Tätigkeitsbericht), 132/AK/1938.</p> <p> </p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q106889625" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q106889625</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:38:04 +0000 acolono 238 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Adriani, Gert https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/adriani-gert <span>Adriani, Gert</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/Foto%20Adriani%20Gert_0.jpg?itok=zoRTbDd8" width="332" height="480" alt="Porträt, Schwarz-Weiß-Foto" title="Gert Adriani, undatiert. © KHM-Museumsverband, Fotografin: Elisabeth Schwenk" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:38</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Gert <strong>Adriani</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>12.1.1908 Vlotho an der Weser – 2.3.1989 Göttingen</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Nach seinen kunstgeschichtlichen Studien in Göttingen, Berlin, Wien und Graz promovierte Gert Adriani 1933 in Jena über Klosterbibliotheken in Österreich und Süddeutschland. Er war bis 1936 Hilfskraft am kunstgeschichtlichen Institut der Universität Graz und arbeitete dann als Volontär am staatlichen Kupferstichkabinett und in der Gemäldegalerie in Dresden. 1938 wurde er vom dortigen Direktor <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="fdccd065-7167-4a33-b23b-9ab1444ddc3c" href="/posse-hans" title="Posse, Hans">Hans Posse</a> an das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorische Museum</a> in Wien empfohlen, wo er die Nachfolge Johann Wildes antrat, der nach England emigrieren musste, da er als "jüdisch versippt" galt. Im Februar 1941 trat Adriani als Leiter der Gemäldegalerie die Nachfolge von <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="9be502d9-915b-4761-9686-daab11390670" href="/grimschitz-bruno" title="Grimschitz, Bruno">Bruno Grimschitz</a> an, der sich fortan wieder ganz der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e70f94cc-eb9d-48c2-b4f0-e1e26c9e3ae1" href="/oesterreichische-galerie" title="Österreichische Galerie">Österreichischen Galerie</a> widmete. Im Gegensatz zu diesem sprach sich Adriani für den Erwerb von Bildern aus dem Eigentum von Valentine Springer aus, die Anfang 1939 aus Österreich geflüchtet war, da sie in der NS-Diktion als Jüdin galt. Aufgrund ihrer britischen Staatsbürgerschaft wurde ihr Vermögen nicht unmittelbar eingezogen, sondern als "Feindvermögen" behandelt. Im Oktober 1940 begleitete Adriani gemeinsam mit <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="19a80e8d-65ff-414c-8ad1-277790cbdf48" href="/dworschak-fritz" title="Dworschak, Fritz">Fritz Dworschak</a> Jan Vermeers <em>Malkunst</em>, damals im Eigentum der Familie Czernin, in den "Führerbau" nach München, da Adolf Hitler sein Kaufinteresse dafür bekundet hatte. Im Dezember 1941 besichtigte Adriani die Bergungsmaßnahmen des Staatlichen Kupferstichkabinetts und der Staatlichen Gemäldegalerie in Dresden sowie die Auswirkungen der Luftangriffe auf die Sammlungen in Kassel. Als Leiter der Gemäldegalerie stand er außerdem mit der "Dienststelle <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="988faa84-04a4-4aa4-ba12-10df6b063086" href="/muehlmann-kajetan" title="Mühlmann, Kajetan">Mühlmann</a>" in Kontakt und war in Verbindung mit dem holländischen Kunsthändler Alois Miedl. Anfang 1945 wurde Adriani Bergungsleiter in <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="707df896-7001-4eee-9618-6f529381d3c7" href="/lauffen-salzbergwerk" title="Lauffen, Salzbergwerk">Lauffen</a>, wurde aber bald durch <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="dd29579f-31d2-45ee-a89b-96ce23018375" href="/luithlen-victor-joseph-paul" title="Luithlen, Victor Joseph Paul">Victor Luithlen</a>, den Leiter der Sammlung alter Musikinstrumente im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museum</a>, abgelöst, da ein Transport unausgepackt fälschlicherweise nach Wien zurückgegangen war. Die letzten Kriegstage verbrachte Adriani mit seiner Familie im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a7bad82c-a391-4e5d-9dc7-b9a6bc2a8e54" href="/klosterneuburg-stift" title="Klosterneuburg, Stift">Bergungsort Klosterneuburg</a>, den er infolge der Besetzung des Stiftes durch die Sowjets verlassen hatte. Adriani stellte, da er deutscher Staatsbürger war, am 2. September 1945 den Antrag auf Entlassung aus dem Dienst des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a>. In der Folge trat er eine Stelle als Kustos am Kunstmuseum in Düsseldorf an, dessen Direktor er 1954 wurde. Von 1958 bis 1970 leitete er das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/10" hreflang="de">Kunstgeschichte</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/43" hreflang="de">SammlungsdirektorIn</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/183" hreflang="de">Monika Löscher</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Christina Schedlmayer, Die Zeitschrift "Kunst dem Volk". Populärwissenschaftliche Kunstliteratur im Nationalsozialismus und ihre Parallelen in der akademischen Kunstgeschichtsschreibung, Dissertation Universität Wien 2010.</p> <p>Reinhold Wex, Adriani, Gert, in: Luitgard Camerer/Manfred R. W. Garzmann/Wolf-Dieter Schuegraf (Hg.), Braunschweiger Stadtlexikon, Braunschweig 1992, 10.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Gert Adriani, Die Klosterbibliotheken des Spätbarock in Österreich und Süddeutschland. Ein Beitrag zur Bau- und Kunstgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts, Graz, Leipzig, Wien 1935.<br /> Gert Adriani (Hg.), Italienisches Skizzenbuch, Wien 1940.<br /> Gert Adriani, Ausstellungskatalog Kunstsammlungen der Stadt Düsseldorf. Kunst und Künstler bei Goethe, Düsseldorf 1949.<br /> Gert Adriani, Schloß Richmond, München, Berlin 1966.<br /> Gert Adriani, Herzog-Anton-Ulrich-Museum, Braunschweig: Verzeichnis der Gemälde, Braunschweig 1969.</p> <p><em>Zeitschriftenartikel in "Kunst dem Volk":</em><br /> Gert Adriani, Landschaftszeichnungen Wolf Hubers, in: Kunst dem Volk (1942) 11, 28–32.<br /> Gert Adriani, Aquarelle und Zeichnungen des 19. Jahrhunderts, in: Kunst dem Volk (1943) 12, 15–25.<br /> Gert Adriani, Die deutsche Landschaft in den Radierungen von Albrecht Altdorfer, in: Kunst dem Volk (1943) 11, 22–28.<br /> Gert Adriani, Handzeichnungen aus vier Jahrhunderten, in: Kunst dem Volk (1944) 7, 3–30.<br /> Gert Adriani, Peter Paul Rubens 1577–1640, in: Kunst dem Volk (1944) 11-12, 14–25.<br /> Gert Adriani, Raffaels Handzeichnungen, in: Kunst dem Volk (1944) 7, 3–30.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>Albertina-Archiv, Zl. 788/1938.</p> <p>KHM-Archiv, III 13, PA Gert Adriani; I 31, 4/KORR/1939_40, 191/KORR/1939_40: I 53, 30/KORR/1941_42; I 58, 4/KORR/1943_44/I 58 (Auswahl); 9-44/KL/1941, 9-31/KL/1941, 9-21/KL/1941, 189/ED/1942, 9/ED/1943 (UK-Stellung/Verlängerungsanträge); 28/KL/1941 (Dienstreisen nach Dresden, Berlin, Kassel, Mannheim, Frankfurt und München); 62/KL/1941 (Erwerbung von Baron/Baronin Springer); 86/KL/1941 ("Raub des Ganymed" von Rubens aus ehem. Schwarzenbergischem Besitz); 91/KL/1941 (Erwerbung eines Gemäldes von Hals durch den Führer); 115/KL/1941 (Einleitung eines Telefons im dienstl. Interesse); 278/KL/1941 (Bestellung zum Leiter der Gemäldegalerie); 44/ED/1943 (Dienstreise nach Payerbach; Dienstreise mit Hajsinek nach Dresden); 65/ED/1943 (Leitung der Gemälderestaurierungsanstalt); 79/ED/1943 (Leitung der Gemäldegalerie); 42/ED/1944 (Antrag zum Direktor der Gemäldegalerie); 52/ED/1945 (Dienstverpflichtung Brückenbau, Gedächtnisschrift).</p> <p>Roberts Commission, URL: <a href="https://www.fold3.com/image/270079641/">www.fold3.com/image/270079641/</a> (5.7.2017).</p> <p>VLUG Report 25 December 1945, URL: <a href="https://www.lootedart.com/NITGVN553841">www.lootedart.com/NITGVN553841</a> (5.7.2017).</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/1072378655" rel="nofollow" target="_blank">GND: 1072378655</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/220190655" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 220190655</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q1515139" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q1515139</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:38:03 +0000 acolono 228 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Baldass, Ludwig https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/baldass-ludwig <span>Baldass, Ludwig</span> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:40</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Ludwig <strong>Baldass</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>8.2.1887 Wien – 20.11.1963 Wien</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Ludwig Baldass studierte Kunstgeschichte an den Universitäten Graz, Halle, München und Wien und promovierte schließlich 1911 in Wien. Zunächst war Baldass, der als Experte auf dem Gebiet der niederländischen und der gotischen Malerei galt, Volontär und ab November 1912 Assistent an der Gemäldegalerie des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> in Wien. Nachdem er als Sachverständiger ein gefälschtes Bild als echt beurteilt hatte, kam es 1924 zu einem Verfahren vor dem Landesgericht Wien, bei dem Baldass als Zeuge auftrat und die beiden Kunsthändler Philipp Überall und Johann Markytan, die dieses Gutachten in Auftrag gegeben hatten, zu mehreren Monaten Kerker verurteilt wurden. 1926 habilitierte sich Baldass und war seitdem Dozent für Kunstgeschichte an der Universität Wien, 1934 wurde ihm der Titel außerordentlicher Professor verliehen. Baldass katalogisierte die Gemälde der Sammlung Albert Figdor, wofür er das Bild <em>Christus vor Kaiphas</em> als Geschenk erhielt, das er 1930 der Gemäldegalerie des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> widmete. Heute befindet es sich im Bestand der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e70f94cc-eb9d-48c2-b4f0-e1e26c9e3ae1" href="/oesterreichische-galerie" title="Österreichische Galerie">Österreichischen Galerie Belvedere</a>. Nur wenige Tage nach dem "Anschluss", am 16. März 1938, bestellte ihn der kommissarische Leiter des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="19a80e8d-65ff-414c-8ad1-277790cbdf48" href="/dworschak-fritz" title="Dworschak, Fritz">Fritz Dworschak</a> zum provisorischen Leiter der Gemäldegalerie, womit er Alfred Stix, dem die Pensionierung nahegelegt worden war, nachfolgte. Mit Erlass vom 22. April 1938 entzog ihm jedoch das Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten seine venia legendi, da es ihm Kontakte zum "jüdischen Kunsthandel" vorwarf. Auch seine im Frühsommer 1938 beantragte Aufnahme in die NSDAP sollte im Jänner 1940 vom zuständigen Kreisgericht Wien mit der Begründung abgelehnt werden, dass er "in Anbetracht seiner früheren unsauberen Geschäfte mit jüdischen Kunsthändlern als Mitglied der Partei nicht tragbar" sei. Baldass war in die Bergungen der Kunst- und Kulturgüter der Wiener Museen involviert. Im September 1939 untersuchte er die Bilder des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="665298b7-9b86-43a0-ac50-111aa74f15a0" href="/zentraldepot-fuer-beschlagnahmte-sammlungen" title="Zentraldepot für beschlagnahmte Sammlungen">Zentraldepots</a>, die im ehemaligen Rothschildschen Jagdschloss in <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="442ba28f-9f35-474b-b585-7a1f4fb54645" href="/steinbach-bei-goestling" title="Steinbach bei Göstling">Steinbach bei Göstling</a> deponiert waren. Bereits im Dezember 1939 löste ihn <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="9be502d9-915b-4761-9686-daab11390670" href="/grimschitz-bruno" title="Grimschitz, Bruno">Bruno Grimschitz</a> auf Weisung des Ministeriums für innere und kulturelle Angelegenheiten als Leiter der Gemäldegalerie ab, während Baldass dort weiterhin als Kustos verblieb. Im November 1940 bat Baldass erfolglos um Versetzung an die <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="5b7440b3-53a0-47ab-8fa3-b89335c13812" href="/albertina" title="Albertina">Graphische Sammlung Albertina</a>, da er sich im Zuge der Beurteilung des fälschlicherweise Vermeer zugeschriebenen Bildes <em>Der Lesende Mann</em> übergangen fühlte, das Reichsstatthalter Baldur von Schirach vom Kunsthändler Alois Miedl erworben hatte. Baldass, der seit 1921 auch Leiter der Restaurieranstalt der Gemäldegalerie war und im März 1943 von <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="66707dd0-f540-47dc-b16b-43ccd8936d8a" href="/adriani-gert" title="Adriani, Gert">Gert Adriani</a> als solcher ersetzt wurde, bestand auf einer "amtliche[n] Austragung" der Angelegenheit, da er die Nichteinholung seiner Expertise als Disqualifikation seiner Dienstführung betrachtete. Die Reichsstatthalterei lehnte dies jedoch ab. Noch während der NS-Zeit verkaufte er das vermutlich aus einer Privatsammlung stammende Gemälde <em>Brustbild eines rauchenden Greises</em> von Hans Canon an den <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="aa59c949-7554-43f1-b21e-84c1fa7c32ce" href="/kunstmuseum-linz" title="Kunstmuseum Linz">"Sonderauftrag Linz"</a>. Das Bild wird in der Linz-Datenbank des Deutschen Historischen Museums als <em>Alter Mann im Schlafrock mit Zipfelmütze und langer Pfeife</em> geführt. Es gehörte zu jenen Bildern, die in den letzten Kriegstagen aus dem Führerbau in München gestohlen wurden und seitdem als verschollen gelten.</p> <p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übernahm Baldass wieder die Leitung der Gemäldegalerie. Das Ministerkomitee für Denazifizierung der leitenden Stellen des Öffentlichen Dienstes stellte in der Sitzung vom 9. Februar 1946 wegen ungenauer und unvollständiger Angaben in seinem Fragebogen die Entscheidung im Fall Baldass zurück. In der Folge bat es die Direktion des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> ihn zu veranlassen, in einer eidesstattlichen Erklärung sein Verhältnis zur NSDAP darzustellen. In seiner Antwort hielt Baldass mit Verweis auf den Verlust der venia legendi und den Entzug der Leitung der Gemäldegalerie sowie der Restaurieranstalt fest, dass er zwar einen Antrag auf Aufnahme in die NSDAP gestellt, aber nie eine Aufnahmeerklärung als Parteianwärter oder als Parteimitglied erhalten hätte. 1947 suchte Baldass um Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen sich selbst an, da er erfahren hatte, dass er in der NS-Zeit "unsauberer Geschäfte mit jüdischen Kunsthändlern" verdächtigt worden war. Da jedoch von der Museumsdirektion keine dahingehenden Hinweise gefunden werden konnte, kam es zu keinem Verfahren. Wurde er im Dezember 1948 noch zum Direktor ernannt, so beantragte er bereits im Februar 1949 aus gesundheitlichen Gründen seine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand. Nach ihm wurde 1973, zehn Jahre nach seinem Tod, die Baldassgasse in Wien 21, Leopoldau benannt.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/10" hreflang="de">Kunstgeschichte</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/64" hreflang="de">NSDAP-Anwartschaft</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/43" hreflang="de">SammlungsdirektorIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/67" hreflang="de">Universitätsprofessur</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/183" hreflang="de">Monika Löscher</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-12-02T23:00:00Z">2. Dezember 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Herbert Haupt, Jahre der Gefährdung, Das Kunsthistorische Museum 1938–1945, Wien 1995.</p> <p>Lee Sorensen, Baldass, Ludwig von, in: Dictionary of Art Historians, URL: <a href="http://www.arthistorians.info/baldassl" target="_blank">www.arthistorians.info/baldassl</a> (3.12.2020).</p> <p> </p> <p><em>Zeitungsberichte:</em></p> <p>N. N., Das Urteil im Bilderfälscherprozeß, in: Der Tag, 14.10.1924, 9, URL: <a href="https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tag&amp;datum=19241014&amp;seite=9">anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tag&amp;datum=19241014&amp;seite=9</a> (3.12.2020).</p> <p>N. N., Vor dem Richter. Zwei geschickte Bilderfälscher. Ein dreitägiger Prozeß, in: Der Tag, 10.10.1924, 7, URL: <a href="https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tag&amp;datum=19241010&amp;seite=7">anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tag&amp;datum=19241010&amp;seite=7</a> (3.12.2020).</p> <p>Erwin Pendl, Fälschungen in moderner Kunst, in: Reichspost, 21.6.1925, 7, URL: <a href="https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&amp;datum=19250621&amp;seite=7">anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&amp;datum=19250621&amp;seite=7</a> (3.12.2020).</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p><em>Auswahl:</em></p> <p>Ludwig Baldass, Die Bildnisse Kaiser Maximilians I, in: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Wien 1913–1914, S. 247–334.<br /> Ludwig Baldass, Hans Burgkmairs Entwurf zu Jörg Erharts Reiterbildnis Kaiser Maximilians I, in: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Wien 1913–1914, 359–362.<br /> Ludwig Baldass, Die niederländische Landschaftsmalerei von Patinir bis Bruegel, in: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien, Wien 1918, 111–157.<br /> Ludwig Baldass, Die Wiener Gobelinsammlung, Wien 1920.<br /> Ludwig Baldass, Holbeins Bildnisse im kunsthistorischen Museum, Wien 1921.<br /> Ludwig Baldass, Albrecht Altdorfer. Studien über die Entwicklungsfaktoren im Werke des Künstlers, Wien 1923.<br /> Ludwig Baldass, Österreichische Tafelmalerei der Spätgotik: 1400–1525, Wien 1934.<br /> Ludwig Baldass, Die altniederländische Malerei, Wien 1935.<br /> Ludwig Baldass, Die Gotik in Niederösterreich: Kunst, Kultur und Geschichte eines Landes im Spätmittelalter, Wien 1963.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 31/2, PM Ludwig Baldass.</p> <p>KHM-Archiv, Direktionsakten: 6/KL/1938, 18/KL/1940, 242/KL/1940, 68/KL/1941, 81/ED/1945, 28/ED/1946, 7/KORR/1939_40, 189/KORR/1939_40, I 52; III 68, PA Ludwig Baldass; IV 90, NL Baldass.<br /> KHM, Gemäldegalerie, 12/GG/1933, 9/GG/1936, 23/GG/1948, 34/GG/1962, Korrespondenz Gemäldegalerie.</p> <p>ÖNB, Sammlung von Handschriften und alten Drucken, Korrespondenz Ludwig Baldass – Gustav Glück.</p> <p>OeStA/AdR, UWK, BMU, PA Ludwig Baldass.<br /> OeStA/AdR, ZNsZ, Gauakt Ludwig Baldass, Zl. 559.</p> <p>UAW, PA Ludwig Baldass.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/104668512" rel="nofollow" target="_blank">GND: 104668512</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/71533305" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 71533305</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q6699390" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q6699390</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:40:36 +0000 acolono 1496 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Balke, Franz https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/balke-franz <span>Balke, Franz</span> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:37</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Franz <strong>Balke</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>28.8.1889 Otzenrath, Rheinland – 3.9.1972 Hamburg</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Franz Balke, der Kunstgeschichte an den Universitäten Tübingen, Berlin und Bonn studiert hatte, war nach dem Ersten Weltkrieg zehn Jahre lang als Lehrer und Erzieher tätig und führte ein eigenes Erziehungsheim in Cammin/Pommern. 1927 trat er als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in die Dienste der Pommerschen Provinzialverwaltung, um die neueren Abteilungen des Landesmuseums in Stettin einzurichten. Dort erlangte er 1930 den Status eines beamteten Kustos und wurde bereits im Jahr darauf zum Provinzialkonservator von Pommern ernannt. Mitte der 1930er-Jahre sah er sich allerdings gezwungen, aufgrund eines Konflikts mit der NSDAP-Gauleitung aus den Pommerschen Provinzialdiensten auszuscheiden, es folgte eine kurze Tätigkeit am Museum Krefeld. Nachdem er 1936 bis 1939 als künstlerischer Berater der deutschen Heeresverwaltung mit Sitz in Hannover angestellt gewesen war, bekam Balke 1939 eine Anstellung als Referent an der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Zentralstelle für Denkmalschutz</a>, weshalb er nach Wien übersiedelte. Hier war er für die Durchführung von Schätzungen von Kunstobjekten für das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Denkmalamt</a> verantwortlich und betätigte sich in der praktischen Denkmalpflege. 1942 erfolgte die Überstellung an die <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e70f94cc-eb9d-48c2-b4f0-e1e26c9e3ae1" href="/oesterreichische-galerie" title="Österreichische Galerie">Österreichische Galerie</a> (<a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e70f94cc-eb9d-48c2-b4f0-e1e26c9e3ae1" href="/oesterreichische-galerie" title="Österreichische Galerie">ÖG</a>), wo er zuerst mit Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem letztlich nie zustande gekommenen Prinz Eugen-Museum im Winterpalais betraut wurde, bevor man ihn zudem in die Bergungsaktionen einband. Hinter Balkes Ernennung zum Kustos 1944 stand dessen Förderer, Museumsdirektor <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="9be502d9-915b-4761-9686-daab11390670" href="/grimschitz-bruno" title="Grimschitz, Bruno">Bruno Grimschitz</a>, der allerdings seine Pragmatisierung aufgrund von Balkes fortgeschrittenem Alter nicht durchsetzen konnte. Neben seiner Beschäftigung an der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e70f94cc-eb9d-48c2-b4f0-e1e26c9e3ae1" href="/oesterreichische-galerie" title="Österreichische Galerie">ÖG</a> betraute die <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Denkmalbehörde</a> Balke im Juli 1945 mit den Agenden der Bergung und Repatriierung von Kunstgut unter deren Leiter Hugo Kaucig. Im Jahr darauf begann er als Experte für moderne Gemälde in der Kunstabteilung des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e3bfa5fb-d6fd-46fe-ab81-0b9e77ad805d" href="/dorotheum" title="Dorotheum">Dorotheum</a>s und übernahm mit seiner Bestellung zum gerichtlich beeideten Sachverständigen für bildende Kunst 1948 die Besichtigung des Sammeldepots in Celle zur Feststellung von aus österreichischem Eigentum stammenden Kunstgütern. Als Balkes Dienstverhältnis 1954 aufgrund von Querelen mit Direktor <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="3f4c3f14-351a-42e2-8136-8963d2c612f7" href="/garzarolli-thurnlackh-karl" title="Garzarolli-Thurnlackh, Karl">Karl Garzarolli-Thurnlackh</a> u. a. auf Grund seiner Beschäftigung im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e3bfa5fb-d6fd-46fe-ab81-0b9e77ad805d" href="/dorotheum" title="Dorotheum">Dorotheum</a> gekündigt wurde, sollte er wieder dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Bundesdenkmalamt</a> zugewiesen werden, was jedoch auch nicht zustande kam. Balke war in der Folge freiberuflich als gerichtlich beeideter Sachverständiger für den Kunsthandel in Wien tätig. 1969 übersiedelte er in die Bundesrepublik Deutschland, wo er wenige Jahre später in Hamburg verstarb.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/49" hreflang="de">Denkmalpflege</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/10" hreflang="de">Kunstgeschichte</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/79" hreflang="de">Sachverständige/r</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/30" hreflang="de">SchätzmeisterIn</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/165" hreflang="de">Katinka Gratzer-Baumgärtner</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-06-25T22:00:00Z">25. Juni 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Theodor Brückler/Ulrike Nimeth, Personenlexikon zur Österreichischen Denkmalpflege (1850–1990), Bundesdenkmalamt, Wien 2001.</p> <p>Katinka Gratzer-Baumgärtner, Das Belvedere in Wien: zum Status der Provenienzforschung in der Bibliothek des Hauses, in: Bruno Bauer/Christina Köstner-Pemsel/Markus Stumpf (Hg.), NS-Provenienzforschung an österreichischen Bibliotheken. Anspruch und Wirklichkeit (= Schriften der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare 10), Graz-Feldkirch 2011, 391–412, <span>URL: </span><a href="https://fedora.phaidra.univie.ac.at/fedora/objects/o:290050/methods/bdef:Content/download">fedora.phaidra.univie.ac.at/fedora/objects/o:290050/methods/bdef:Content/download</a> (3.12.2020).</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Franz Balke, Der Bildhauer Fritz Wotruba, in: Die Zeit. Halbmonatsschrift für Kunst, Kultur und Politik (1948) 16, 16–18.<br /> Franz Balke, Ein Kinderbildnis von Thomas Lawrence in der Österreichischen Galerie zu Wien, Stuttgart 1950.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>Archiv der Österreichischen Galerie Belvedere, Wien, PA Franz Balke; Zl. 24/1943; Zl. 44/1944; Zl. 69/1945; Zl. 152/1946, Zl. 3/1948, Zl. 309/1951; 272/1952; 131/1953; 649/1953.</p> <p>BDA-Archiv, PA Franz Balke.</p> <p>Dorotheum Wien, Einbringungsaufzeichnungen 1966.</p> <p>OeStA/AdR, ZNsZ, Gauakt 44.466, Franz Balke.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/116043814" rel="nofollow" target="_blank">GND: 116043814</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/8129184" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 8129184</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q94840922" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q94840922</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:37:54 +0000 acolono 90 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Berger, Josefine https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/berger-josefine <span>Berger, Josefine</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/P__Berger_Josefine__Foto_Berger_Josefine_0.jpg?itok=zB73WbC8" width="333" height="480" alt="Porträt, Schwarz-Weiß-Foto" title="Josefine Berger, undatiert. © KHM-Museumsverband, Fotografin: Elisabeth Schwenk" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:37</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Josefine <strong>Berger</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>27.4.1903 Purkersdorf (Stössing) – 10.2.1980 Tulln an der Donau</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Nach einigen Jahren Berufserfahrung in der Lohnverrechnung wurde Josefine Berger Anfang 1939 in den Kanzleidienst des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> in Wien aufgenommen, wo sie – mit kurzer Unterbrechung – bis zur ihrer Pensionierung 1963 verblieb. Museumsleiter <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="19a80e8d-65ff-414c-8ad1-277790cbdf48" href="/dworschak-fritz" title="Dworschak, Fritz">Fritz Dworschak</a> hatte beim Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten ihre Anstellung als Ersatzkraft für die "erkrankte", später aus politischen Gründen entlassene <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="4872e49d-8b6b-4a4a-8b4c-20dfca5a8c8c" href="/raab-christine" title="Raab, Christine">Christine Raab</a> beantragt. Er beschrieb Berger als "illegale Mitarbeiterin der NSDAP", die sich "unentwegt auch während der ganzen Verbotszeit durch Uebermittlung verbotener nationalsozialistischer Literatur, Propaganda und Spenden für die nationalsozialistische Idee eingesetzt" hätte. Als politisch zuverlässige Mitarbeiterin im Sinne des NS-Regimes (NSDAP-Mitglied Nr. 6,330.955, Eintritt Mai 1938) wurde sie u. a. mit der Führung der Personalakten betraut. Im Herbst und Winter 1939/1940 arbeitete sie in der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="b1604b65-0f78-4b09-acc8-15c4d0bb97b0" href="/gaming" title="Gaming">Bergungsstelle "Schloss" (Kartause Gaming)</a>. Siegfried Troll, zu dieser Zeit als leitender Beamter in <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="b1604b65-0f78-4b09-acc8-15c4d0bb97b0" href="/gaming" title="Gaming">Gaming</a> tätig, lobte Josefine Bergers große Freude an der Arbeit und ihre Findigkeit und Erfahrung in praktischen, handwerklichen Belangen. 1945 wurde sie wegen Zugehörigkeit zur NSDAP als Minderbelastete vom Dienst enthoben, konnte aber Mitte 1946 wieder regulär ins Museum zurückkehren. 1963 bekam sie die Goldene Medaille für Verdienste um die Republik Österreich.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/63" hreflang="de">NSDAP-Mitgliedschaft</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/35" hreflang="de">Verwaltung</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/174" hreflang="de">Susanne Hehenberger</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>KHM-Archiv, III 107, PA Josefine Berger; I 31, Fritz Dworschak an das Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten, 21.12.1938.</p> <p>OeStA/AdR, ZNsZ, Gauakt 92.568, Josefine Berger.</p> <p>Pfarre Purkersdorf, 01-13, Taufbuch 1.1.1903–31.12.1908, fol. 14, URL: <a href="https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/purkersdorf/01-13/?pg=17">data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/purkersdorf/01-13/?pg=17</a> (20.6.2022).</p> <p>WStLA, Historische Wiener Meldeunterlagen, Meldeauskunft Josefine Berger.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q106889876" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q106889876</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:37:59 +0000 acolono 130 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Bokh, Leo https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/bokh-leo <span>Bokh, Leo</span> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:39</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Leo <strong>Bokh</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>10.8.1900 Graz – 18.8.1974 Graz</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Leo Bokh studierte Kunstgeschichte, Archäologie, Geschichte, Germanistik und Musikwissenschaften in Wien und Graz. Noch während des Studiums trat er dem Cartellverband bei. Nach seinem Studium war er als Schriftsteller und Kunstkritiker tätig, unter anderem für das Grazer Volksblatt und die Deutsche Allgemeine Zeitung Berlin. 1934 bekam er eine Konsulentenstelle in der Kulturabteilung des staatlichen Rundfunks RAVAG. Von 1937 bis zum "Anschluss" 1938 war er auch kommunalpolitisch als Mitglied des Gemeindetages als Vertreter der berufsständischen Hauptgruppe freie Berufe in Graz aktiv. Hatte er sich zu dieser Zeit noch durchwegs negativ über den Nationalsozialismus geäußert, änderte sich diese Einstellung mit der Machtübernahme durch das NS-Regime; er wurde um 1940 sogar NSDAP-Mitglied. 1941 kam Bokh als Mitarbeiter <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="3f4c3f14-351a-42e2-8136-8963d2c612f7" href="/garzarolli-thurnlackh-karl" title="Garzarolli-Thurnlackh, Karl">Karl Garzarolli-Thurnlackhs</a> an die Landesbildergalerie bzw. Alte Galerie am Grazer <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2d3c741d-4873-4aaf-b3ed-e849e237b5b0" href="/joanneum" title="Joanneum">Joanneum</a>. Nur ein Jahr später erwirkte das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2d3c741d-4873-4aaf-b3ed-e849e237b5b0" href="/joanneum" title="Joanneum">Joanneum</a> für ihn eine Unabkömmlichkeitsstellung, die es mit dem Mehraufwand durch die vielen Neuzugänge in diesen Jahren (Klosteraufhebungen, beschlagnahmte Sammlungen etc.) sowie durch die Trennung der Landesbildergalerie in eine Alte Galerie und eine Neue Galerie begründete. Bokh, der neben <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="3f4c3f14-351a-42e2-8136-8963d2c612f7" href="/garzarolli-thurnlackh-karl" title="Garzarolli-Thurnlackh, Karl">Garzarolli-Thurnlackh</a> die einzige wissenschaftliche Kraft in der Alten Galerie war, musste in der Folge nicht zur Wehrmacht einrücken. Er führte die Leihinventare und betreute die Luftschutzdepots, die sich außerhalb von Graz befanden.</p> <p>Bokhs kunsthistorischer Schwerpunkt lag auf der Barockgalerie, die er nach dem Krieg durch umfangreiche Erwerbungen, vielfach aus dem Kunsthandel, ausbaute. Nach 1945 wurde er als "minderbelastet" eingestuft und folgte 1946 <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="3f4c3f14-351a-42e2-8136-8963d2c612f7" href="/garzarolli-thurnlackh-karl" title="Garzarolli-Thurnlackh, Karl">Garzarolli-Thurnlackh</a> als Leiter der Alten Galerie nach, wo er in dieser Funktion bis 1956 blieb. Sein Hauptaufgabenbereich umfasste hauptsächlich die Neuaufstellung der Alten Galerie, aber auch die Rückstellungen von während der NS-Zeit entzogenen Werken, etwa aus dem Eigentum von Oscar Bondy, Valerie Eisler, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="afa0c086-7db8-4573-8780-d4a9540522c5" href="/gutmann-rudolf" title="Gutmann, Rudolf">Rudolf Gutmann</a>, Albert Pollak und Louis sowie Alphonse Rothschild. Wegen Verdacht auf Veruntreuung und aufgrund von Unstimmigkeiten in den Inventaraufzeichnungen wurde er 1956 infolge zweier Disziplinarverfahren bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand mit verringerten Bezügen vom Dienst suspendiert. Sechs Jahre später erfolgte Bokhs Versetzung in den Ruhestand.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/10" hreflang="de">Kunstgeschichte</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/32" hreflang="de">MuseumsdirektorIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/63" hreflang="de">NSDAP-Mitgliedschaft</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/37" hreflang="de">Publizistik</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/180" hreflang="de">Karin Leitner-Ruhe</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Sandra Brugger, Das steirische Landesmuseum Joanneum 1939–1945, Dissertation Universität Graz 2011.</p> <p>Herbert Lipsky, Kunst einer dunklen Zeit. Die bildende Kunst in der Steiermark zur Zeit des Nationalsozialismus, Graz 2010.</p> <p>Kurt Woisetschläger, Dr. Leo Bokh, Nachruf, in: Landesmuseum Joanneum Graz, Jahresbericht 1974 N. F. 4 (1975), 137–139.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Leo Bokh, Die steirischen Marien- und Dreifaltigkeitssäulen, Dissertation Universität Graz 1929.<br /> Leo Bokh, Die steirische Malerei vom Ausklang des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts (Mit einem kurzen Vorbericht über die Malerei der Spätgotik), in: Das Joanneum. Beiträge zur Naturkunde, Geschichte, Kunst und Wirtschaft des Ostalpenraumes 6 (1943), 219–236.<br /> Leo Bokh, Das neugeschaffene Museum österreichischer Barockkunst in Graz, in: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege IX (1955), Wien 1955, 23–30.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>UMJ Graz, Archiv Alte Galerie.</p> <p>StLA, Landesregierungsakten, Personalstandesblatt Leo Bokh.</p></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:39:36 +0000 acolono 1404 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Buchwieser, Helene Elisabeth Leopoldine https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/buchwieser-helene-elisabeth-leopoldine <span>Buchwieser, Helene Elisabeth Leopoldine</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/Buchwieser.jpg?itok=kFSbKCOD" width="373" height="480" alt="Porträt, Schwarz-Weiß-Foto, gerastert für den Druck" title="Helene Kitschelt-Buchwieser, 1946. Quelle: Neues Österreich, 4.7.1946, S. 1, abgerufen über ANNO/Österreichische Nationalbibliothek" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:40</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Helene <strong>Buchwieser</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>26.11.1912 Wien – 13.3.2008 Hinterbrühl</p> <p>ab 23.12.1939 Helene Kitschelt-Buchwieser, ab 1947 Helene Koller-Buchwieser</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Helene Buchwieser, Tochter des Architekten und Baumeisters Bruno Buchwieser, studierte ab 1932 Architektur an der Technischen Hochschule in Wien. Während der Studienjahre sammelte sie praktische Erfahrungen als Maurerin, Bautechnikerin und Werkführerin auf den Baustellen ihres Vaters. Im April 1937 schloss sie ihr Studium mit dem Ingenieursdiplom ab und begab sich auf Studienreise nach England. Dort bereitete sie eine wissenschaftliche Arbeit über die Entwicklung der Universitäten im Mittelalter vor, die sie an der Wiener Meisterschule des Bauhistorikers und Dombaumeisters Karl Holey verfassen wollte, aber nach Holeys Rücktritt als Rektor der Technischen Hochschule 1938 nicht mehr weiterführen konnte. Nachdem der kommissarische Leiter des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> (<a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">KHM</a>) in Wien <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="19a80e8d-65ff-414c-8ad1-277790cbdf48" href="/dworschak-fritz" title="Dworschak, Fritz">Fritz Dworschak</a> bei der Abteilung III der Reichsstatthalterei in Österreich im November 1938 erfolgreich die Aufnahme einer Fachkraft zur Bearbeitung aller architektonischen, baulichen und ausstattungstechnischen Fragen beantragt hatte, wurde Helene Buchwieser als Leiterin des neuen Baureferats im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">KHM</a> bestellt. In dieser Funktion organisierte sie Instandsetzungen und Umgestaltungen im Bereich der Weltlichen und Geistlichen Schatzkammer, die Innenausgestaltung der Neuen Burg sowie die zur Einrichtung der Sammlung alter Musikinstrumente notwendigen Arbeiten im Palais Pallavicini in der Wiener Innenstadt. Sie plante die Aufstellung der von Edwin Grienauer und Wilhelm Fraß angefertigten Hitler-Büsten im Vestibül des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> und in der Neuen Burg und übernahm die Ausschmückung der Räumlichkeiten anlässlich des "Führerbesuchs" im März 1939. Buchwieser war weder NSDAP-Mitglied noch -Anwärterin. Sie arbeitete freiberuflich gegen Bezahlung eines Halbtagshonorars, doch bereits im November 1939 zwangen kriegsbedingte Sparmaßnahmen <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="19a80e8d-65ff-414c-8ad1-277790cbdf48" href="/dworschak-fritz" title="Dworschak, Fritz">Dworschak</a> zur Auflösung des Baureferats, womit Buchwieser ihre Position im Museum verlor. Privat blieb sie in Verbindung mit dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">KHM</a>, da sie im Dezember 1939 den Kunsthistoriker und wissenschaftlichen Beamten in der Schatzkammer <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="9dac51cc-f202-4bac-a03e-7649d7322601" href="/kitschelt-lothar-rudolf-moriz" title="Kitschelt, Lothar Rudolf Moriz">Lothar Kitschelt</a> heiratete. 1940 übernahm Kitschelt-Buchwieser die stellvertretende Betriebsleitung der Firma ihres Vaters und legte die Baumeisterprüfung ab. Nach der Einberufung <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="9dac51cc-f202-4bac-a03e-7649d7322601" href="/kitschelt-lothar-rudolf-moriz" title="Kitschelt, Lothar Rudolf Moriz">Lothar Kitschelts</a> zur Wehrmacht und dessen Vermisstmeldung im November 1944 schien Helene Kitschelt-Buchwieser noch gelegentlich in den Akten des Museums auf, um anstelle des abwesenden Ehemannes Unterschriften zu leisten.</p> <p>1945 leitete sie in Vertretung des Dombaumeisters Karl Holey die Sicherungs- und Wiederaufbaumaßnahmen für den abgebrannten Wiener Stephansdom. Im September 1945 verlieh ihr das Staatsamt für öffentliche Bauten, Übergangswirtschaft und Wiederaufbau die Befugnis als Zivilingenieurin für Hochbau. 1946/47 erhielt sie ein sechsmonatiges USA-Stipendium der Hilfs- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen, um sich mit neuen Baustoffen und Bauweisen sowie mit Wohn- und Siedlungsbau auseinanderzusetzen. 1947 heiratete sie Josef Koller, Sektionsrat im Bundesministerium für Volksernährung. In den folgenden Jahren verwirklichte sie unter dem Namen Helene Koller-Buchwieser eine Reihe von Sozial- und Kirchenbauten in Österreich, etwa das Jungarbeiterdorf Hochleiten in Mödling, die Siedlung Viktring-Klagenfurt und die Siedlung An den langen Lüssen in Wien 19, das Internat der "Töchter des göttlichen Heilands" in Wien 7, die Pfarrkirche zur Kreuzerhöhung in Kittsee und die evangelisch-katholische Doppelkirche in Gießhübl-Hinterbrühl. Im Auftrag des Erzbistums Ouagadougou in Obervolta, dem heutigen Burkina Faso (Afrika), baute sie um 1970 Ausbildungszentren für Jugendliche (in Ouahigouya) und Behinderte (in Ouagadougou) sowie die Kirche St. Pierre in Ouagadougou. Im Laufe ihrer Tätigkeit als Architektin, u. a. als Mitglied der International Union of Women Architects und als Prüforgan für geförderte Bauvorhaben bei der Wiener Landesregierung, erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Helene Koller-Buchwieser war bis 1995 beruflich aktiv.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/18" hreflang="de">Architektur</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/174" hreflang="de">Susanne Hehenberger</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-07-29T22:00:00Z">29. Juli 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Ute Georgeacopol-Winischhofer, Koller-Buchwieser, Helene, geb. Buchwieser, in: Brigitta Keintzel/Ilse Korotin (Hg.), Wissenschafterinnen aus und in Österreich. Leben, Wer, Wirken, Wien-Köln-Weimar 2002, 396–399.</p> <p>Herbert Haupt, Das Kunsthistorische Museum. Die Geschichte des Hauses am Ring. Hundert Jahre im Spiegel historischer Ereignisse, Wien 1991.</p> <p>N. N., Eintrag zu Koller-Buchwieser, in: International Archive of Women in Architecture (IAWA), Biographical Database, URL: <a href="https://iawadb.lib.vt.edu/view_all.php?person_pk=26">iawadb.lib.vt.edu/view_all.php?person_pk=26</a> (3.12.2020).</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>KHM-Archiv, III 196, PA Helene Buchwieser; Direktionsakten: I 27, I 28 (Sonderbestand Bauwesen/Architektur); 327/KL/1938, 68/KL/1939, 94/KL/1939, 111/KL/1939.</p> <p>OeStA/AdR, Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau, Zl. 30486/45, 31062/45, 31244/45 und Zl. 35391/48.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/106912771X" rel="nofollow" target="_blank">GND: 106912771X</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/315115175" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 315115175</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q20752131" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q20752131</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:40:39 +0000 acolono 1497 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Buschbeck, Ernst https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/buschbeck-ernst <span>Buschbeck, Ernst</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/Foto%20Buschbeck%20Ernst.jpg?itok=Mh8QMz2o" width="338" height="480" alt="Porträt, Schwarz-Weiß-Foto" title="Ernst Buschbeck, undatiert. © KHM-Museumsverband, Fotografin: Elisabeth Schwenk" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:38</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Ernst <strong>Buschbeck</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>7.1.1889 Wien – 13.5.1963 Portugal</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Nach ersten Studienjahren in Philosophie und Rechtswissenschaften in Wien wandte sich Ernst Buschbeck dem Studium der Kunstgeschichte in Berlin, Halle und Wien zu und absolvierte die Ausbildung am Institut für Österreichische Geschichtsforschung. 1913 promovierte er bei Max Dvořák über die französische und spanische Skulptur im 12. Jahrhundert. Er war kurz als Volontär am <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museum</a> in Wien, ehe er von August 1914 bis Ende 1918 seinen Militärdienst versah. Anfang 1919 kehrte er an das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorische Museum</a> zurück, wo er mit der Reorganisation der österreichischen Museen und der Abwehr ausländischer Forderungen nach österreichischem Museumsbesitz betraut war. Als er 1923 Kommissar für die Innenräume der ehemaligen kaiserlichen Schlösser wurde, begann er gleichzeitig auch in der Gemäldegalerie des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> zu arbeiten. Buschbeck hielt kunsthistorische Vorträge am Pädagogium der Stadt Wien und war zudem als Kunstreferent für das <em>Neue Wiener Tagblatt </em>tätig. Gemeinsam mit Hans Tietze gründete er die Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst in Wien und war Mitbegründer und Vorstand des Wiener Kulturbundes sowie des Vereins für Denkmal- und Stadtbildpflege. Aufgrund seiner oppositionellen Haltung gegen das mittlerweile an die Macht gekommene nationalsozialistische Regime und weil seine Großmutter mütterlicherseits als Jüdin galt, kehrte er von einer Englandreise im Juni 1939 nicht mehr nach Wien zurück. In London arbeitete Buschbeck für die BBC und engagierte sich im Free Austrian Movement. Nach seiner Rückkehr nach Österreich im Februar 1946 konnte Buschbeck seine frühere Stelle an der Gemäldegalerie wieder antreten, deren Direktor er 1949 wurde. 1953 avancierte er zum Administrativen Direktor des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a>. Nach seiner Pensionierung 1954 war er verantwortlich für den Transfer der Czerninschen Gemäldegalerie von Wien nach Salzburg und deren Neuaufstellung in der Residenzgalerie sowie für die Neuaufstellung der Harrachschen Gemäldegalerie im Palais auf der Freyung in Wien.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/10" hreflang="de">Kunstgeschichte</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/19" hreflang="de">NS-Verfolgte/r</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/37" hreflang="de">Publizistik</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/183" hreflang="de">Monika Löscher</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Rudolf Bachleitner, Dr. Ernst H. Buschbeck, in: Steine sprechen 4 (1962), 1–2.</p> <p>Friderike Klauner, Ernst H. Buschbeck † (Wien 1899 – Lissabon 1963), in: Österreichische Zeitschrift für Kunst- und Denkmalpflege 17 (1963) 4, 191–192.</p> <p>Vinzenz Oberhammer, Ernst Heinrich Buschbeck, in: Mitteilungsblatt der Museen Österreichs 12 (1963), 86–89.</p> <p>Karl Maria Swoboda, Ernst H. Buschbeck †, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 73 (1965), 242 ff.</p> <p>Robert Teichl, Österreicher der Gegenwart. Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen, Wien 1951, 33.</p> <p>Ulrike Wendland, Biographisches Handbuch deutschsprachiger Kunsthistoriker im Exil: Leben und Werk der unter dem Nationalsozialismus verfolgten und vertriebenen Wissenschaftler. Teil 1: A–K, Berlin 1999.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Ernst Buschbeck, Der Portico de la Gloria von Santiago de Compostela. Beiträge zur Geschichte der französischen und der spanischen Skulptur im 12. Jh. Berlin, Wien 1919.<br /> Ernst Buschbeck, Frühmittelalterliche Kunst in Spanien, Leipzig 1923.<br /> Ernst Buschbeck, Führer durch die Gemäldegalerie, 3. Auflage, Wien 1931.<br /> Ernst Buschbeck, Poussin. Gemälde u. Zeichnungen; Leihgaben aus dem französischen Nationalmuseum im Louvre, der Albertina und aus Wiener und Pariser Privatbesitz (Katalog), Wien 1935.<br /> Ernst Buschbeck, Führer durch die Gemäldegalerie, 4. Auflage, Wien 1936.<br /> Ernst Buschbeck, Primitifs autrichiens, Bruxelles 1937.<br /> Ernst Buschbeck, Wissenschaft der letzten hundertfünfzig Jahre in Österreich, Zürich-Wien 1947.<br /> Ernst Buschbeck, Rembrandt und seine Zeit: Meisterwerke der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Sonderausstellung der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums, Wien im Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum, Graz, Mai - Oktober 1950, Graz 1950.<br /> Ernst Buschbeck, Residenzgalerie Salzburg. Romantik in Österreich (Ausstellung) Juni - September 1959, Salzburg 1959.<br /> Ernst Buschbeck, Residenzgalerie Salzburg. Die Alpen. Malerei u. Graphik aus 7 Jahrhunderten (Ausstellung) Juni - September 1960, Salzburg 1960.</p> <p>Ernst Buschbeck/Franz Fuhrmann/Annemarie Ingram, Residenzgalerie Salzburg mit Sammlung Czernin und Sammlung Schönborn-Buchheim, Salzburg 1962.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>KHM-Archiv, III 2286, III 2287, Biographie Ernst Buschbeck; 21/KORR/1939-40, 23/ED/1935, 236/KL/1938, 259/KL/1938, 360/KL/1938.</p> <p>WStLA, Opferausweis Ernst Buschbeck.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/121798046" rel="nofollow" target="_blank">GND: 121798046</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/13173451" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 13173451</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q19753843" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q19753843</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:38:04 +0000 acolono 230 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org