Archäologie https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/ de Christian, Viktor https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/christian-viktor <span>Christian, Viktor</span> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:38</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Viktor <strong>Christian</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>30.3.1885 Wien – 28.5.1963 Walchsee</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>1922 habilitierte Viktor Christian an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien im Fach "Semitisch mit besonderer Berücksichtigung der Keilinschriften" und wurde 1924 zum außerordentlichen Professor, sechs Jahre später zum ordentlichen Professor für altsemitische Philologie und orientalische Archäologie ernannt. Er gehörte der "Bärenhöhle", einem antisemitischen Professorennetzwerk, an, welches die Berufung und Habilitation jüdischer und/oder politisch links stehender WissenschaftlerInnen an der Universität Wien zu verhindern suchte. Dementsprechend meldete sich Christian bereits 1933 bei der NSDAP als Mitglied an, ohne jedoch eine Mitgliedsnummer zu erhalten. Nachdem er 1934 wegen seiner nationalsozialistischen Betätigung entlassen worden war, konnte er – wohl infolge des Juliabkommens rehabilitiert – ab 1936 wieder als Professor tätig sein. Im Mai 1938 beantragte er erneut die Aufnahme in die NSDAP und erhielt nun die Mitgliedsnummer 6,127.801; ab November war er außerdem Mitglied der allgemeinen SS (1943 SS-Sturmbannführer).</p> <p>Nach dem "Anschluss" wurde Christian zum Vorstand des Orientalischen Instituts der Universität Wien bestellt und Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Zunächst kommissarischer Dekan der Philosophischen Fakultät, wurde er im April 1939 als Dekan bestätigt. 1938 wurde Christian aber auch interimistischer Leiter des Instituts für Völkerkunde und des Instituts für Anthropologie der Universität Wien. Um "jüdisches Skelettmaterial" für anthropologische Forschungen zu erhalten, leitete er 1941 die Exhumierung jüdischer Gräber am Friedhof Wien-Währing ein. Dank seiner Verbindungen in nationalsozialistische Kreise wurde Christian zudem Leiter der Lehr- und Forschungsstelle für den vorderen Orient des SS-Ahnenerbes. Von Juni 1943 bis 1945 war er auch im NS-Altherrenbund als Gauverbandsleiter von Wien tätig. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte Christian kurz vor Kriegsende, als er im April 1945, nach zwei Jahren als Prorektor, zum Rektor der Universität Wien avancierte. Dieses Amt übte er allerdings nur wenige Tage aus. Ab Mitte Mai 1945 (bis Juli 1947) war er in verschiedenen Lagern interniert und wurde im Juni 1945 vom Staatsamt für Volksaufklärung, für Unterricht und Erziehung und Kultusangelegenheiten aufgrund seiner NSDAP-Mitgliedschaft entlassen. Die Dienstenthebung Christians wurde im Rahmen der Amnestiegesetzgebung 1950 in einen Ruhestand mit Bezügen umgewandelt. Nach einer Festschrift zu Ehren seines 70. Geburtstages im Jahr 1955 erhielt Christian 1960 das Goldene Doktordiplom der Universität Wien.</p> <p>In der NS-Zeit versuchte Viktor Christian nachweislich immer wieder jüdischen EigentümerInnen entzogene Bücher an sein Orientalisches Institut zu bringen. Im Fall des SS-Ahnenerbes war er erfolgreich, in anderen belegten Fällen gelang es ihm nicht. So wollte er etwa die Bibliothek des Albanologen Norbert Jokl (1877–1942) an die Universität Wien bringen zu lassen, hatte aber gegen den Generaldirektor der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a6be3a50-68df-4e3d-9b02-b654637bf34d" href="/oesterreichische-nationalbibliothek" title="Österreichische Nationalbibliothek">Nationalbibliothek</a> <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="8434ea72-4797-42d7-9060-a0ddcba7cdde" href="/heigl-paul" title="Heigl, Paul">Paul Heigl</a> (1887–1945) das Nachsehen. Insgesamt übernahm das Orientalische Institut der Universität Wien unter dem Titel "Leihgabe Ahnenerbe" mehr als 8.000 Druckschriften aus den jüdischen Gemeinden des Burgenlandes (Kittsee, St. Peter, Frauenkirchen und Lackenbach), von den Privatpersonen Samuel Krauss (1866–1949) und Ludwig Feuchtwanger (1865–1947) sowie von der "Zentralstelle für jüdische Auswanderung" und dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="10f692ee-24ea-4469-a4d3-e36f6e6c59ca" href="/weltmuseum-wien" title="Weltmuseum Wien">Völkerkundemuseum Wien</a>. Diese Bestände waren im Zuge der NS-Verfolgung entzogen worden. Nach Kriegsende wurde ein Großteil davon an die IKG Wien übergeben und schließlich nach Israel verschickt.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/46" hreflang="de">Archäologie</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/63" hreflang="de">NSDAP-Mitgliedschaft</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/126" hreflang="de">SS-Mitglied</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/67" hreflang="de">Universitätsprofessur</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/196" hreflang="de">Markus Stumpf</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Adolf Grohmann, Viktor Christian †, in: Almanach der Österreichische Akademie der Wissenschaften 114, 1964, 421–436.</p> <p>Christina Köstner-Pemsel/Markus Stumpf, "Machen Sie es ordentlich, damit man nachher, wenn wir die Bücher ihren Besitzern zurückgeben, nicht sagt, es hätten Schweine in der Hand gehabt." Die Orientalistik – Ergebnisse der Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Wien, in: VÖB (= Mitteilungen der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare) 65 (2012) 1, 39–78, URL: <a href="https://fedora.phaidra.univie.ac.at/fedora/objects/o:107200/methods/bdef:Content/download">fedora.phaidra.univie.ac.at/fedora/objects/o:107200/methods/bdef:Content/download</a> (3.12.2020).</p> <p>Katharina Kniefacz, Viktor Christian, Prof. Dr., in: 650 Plus - Geschichte der Universität Wien, URL: <a href="http://geschichte.univie.ac.at/de/personen/viktor-christian-prof-dr">geschichte.univie.ac.at/de/personen/viktor-christian-prof-dr</a> (3.12.2020).</p> <p>Irene Maria Leitner, "Bis an die Grenzen des Möglichen": Der Dekan Viktor Christian und seine Handlungsspielräume an der Philosophischen Fakultät 1938–1943, in: Mitchell G. Ash/Wolfram Nieß/Ramon Pils (Hg.), Geisteswissenschaften im Nationalsozialismus. Das Beispiel der Universität Wien, Göttingen 2010, 49–77.</p> <p>Kurt Schubert (Hg.), Festschrift für Prof. Dr. Viktor Christian (Vorderasiatische Studien), Wien 1956.</p> <p>Gerd Simon, Tödlicher Bücherwahn. Der letzte Universitätsrektor im 3. Reich und der Tod seines Kollegen Norbert Jokl, s.l., s.a., URL: <a href="https://homepages.uni-tuebingen.de//gerd.simon/buecherwahn.pdf">homepages.uni-tuebingen.de//gerd.simon/buecherwahn.pdf</a> (3.12.2020).</p> <p>Gerd Simon [u. a.], Chronologie Viktor Christian, Tübingen 2006, URL: <a href="https://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/ChrChristian.pdf">homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/ChrChristian.pdf</a> (3.12.2020).</p> <p>Markus Stumpf, Ergebnisse der Provenienzforschung an der Fachbereichsbibliothek Judaistik der Universität Wien, in: Bruno Bauer/Christina Köstner-Pemsel/Markus Stumpf (Hg.), NS-Provenienzforschung an österreichischen Bibliotheken. Anspruch und Wirklichkeit (= Schriften der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare 10), Graz-Feldkirch 2011, 155–188, <span>URL: </span><a href="https://fedora.phaidra.univie.ac.at/fedora/objects/o:290050/methods/bdef:Content/download">fedora.phaidra.univie.ac.at/fedora/objects/o:290050/methods/bdef:Content/download</a> (3.12.2020).</p> <p>Josef Wastl, Viktor Christian und die Anthropologische Gesellschaft in Wien. In: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien 93-94 (1964), 9–11.</p> <p>Mechthild Yvon, Der jüdische Albanologe Nobert Jokl und seine Bibliothek. Spielball zwischen Begehrlichkeit und akademischer Solidarität?, in: Murray G. Hall/Christina Köstner/Margot Werner (Hg.), Geraubte Bücher. Die Österreichische Nationalbibliothek stellt sich ihrer NS-Vergangenheit, Wien 2004, 104–117.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Viktor Christian, Die Namen der assyrisch-babylonischen Keilschriftzeichen (= Mitteilungen der Vorderasiatischen Gesellschaft, 18,1), Leipzig 1913.<br /> Viktor Christian, Akkader und Südaraber als ältere Semitenschichte, in: Anthropos 14/15.1919/20, [729]–739.<br /> Viktor Christian, Altertumskunde des Zweistromlandes. Von der Vorzeit bis zum Ende der Achämenidenherrschaft. Leipzig 1940.<br /> Viktor Christian, Die Stellung des Mehri innerhalb der semitischen Sprachen (= Sitzungsberichte / Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, 222,3) Brünn/Wien [u.a.] 1944.<br /> Viktor Christian, Untersuchungen zur Laut- und Formenlehre des Hebräischen (= Sitzungsberichte / Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, 228,2), Wien 1953.<br /> Viktor Christian, Beiträge zur sumerischen Grammatik (= Sitzungsberichte / Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, 231,2), Wien 1957.<br /> Viktor Christian,  Die Herkunft der Sumerer (= Sitzungsberichte / Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, 236,1), Graz-Wien [u.a.] 1961.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>BArch Berlin, SS-Ahnenerbe, G0115.<br /> BArch Berlin, Reichserziehungsministerium (REM), PA Viktor Christian.</p> <p>OeStA/AdR, UWK, 02/K4, Der Kurator für die wissenschaftlichen Hochschulen in Wien, Zl. 1328.<br /> OeStA/AdR, UWK, BMU, Personalakten, PA Viktor Christian.</p> <p>UAW, Institut für Orientalistik.<br /> UAW, PA Viktor Christian.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/116509171" rel="nofollow" target="_blank">GND: 116509171</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/30289653" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 30289653</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q4501432" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q4501432</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:38:16 +0000 acolono 414 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Eichler, Fritz (Friedrich) https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/eichler-fritz-friedrich <span>Eichler, Fritz (Friedrich)</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/AR_XV_2073_0.jpg?itok=4fEv2QGh" width="329" height="480" alt="Porträt, Schwarz-Weiß-Foto" title="Fritz Eichler, ca. 1940. © KHM-Museumsverband, Fotografin: Elisabeth Schwenk" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:38</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Fritz <strong>Eichler</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>12.10.1887 Graz – 16.1.1971 Wien</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Der in Graz promovierte Archäologe Fritz Eichler begann seine Laufbahn am <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museum</a> in Wien 1913 als Volontär. In den folgenden Jahren führten ihn kürzere Studienreisen nach Deutschland, Frankreich, Italien, die Balkanstaaten und in die Türkei. Zugleich avancierte er über die Positionen eines Assistenten, eines Kustos-Adjunkten sowie eines Kustos II. und I. Klasse im Jahr 1933 zum Leiter und 1935 schließlich zum Direktor der Antikensammlung. Diese Funktion übte er über Austrofaschismus und NS-Zeit hinweg bis zu seiner Pensionierung Ende 1952 aus. Eichler war kein NSDAP-Mitglied, stand dem Regime aber auch nicht ablehnend gegenüber. Anlässlich einer bevorstehenden Beförderung charakterisierte ihn die Gauleitung Wien 1941 als "national, antisemitisch und antiklerikal". Neben dem Archäologen <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a98adde4-4eb5-44b3-8d38-fd12e582c459" href="/noll-rudolf" title="Noll, Rudolf">Rudolf Noll</a> engagierte sich Fritz Eichler bei den verpflichtenden Luftschutzübungen im Museum. Nach <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a98adde4-4eb5-44b3-8d38-fd12e582c459" href="/noll-rudolf" title="Noll, Rudolf">Nolls</a> Einberufung zur Wehrmacht wurde Eichler vom Stellvertreter zum Betriebsluftschutzleiter und verfasste in dieser Funktion eine Chronik von August 1942 bis April 1945. Mit Blick auf seine Nachfolge als Direktor der Antikensammlung bemühte er sich nach Kriegsende erfolgreich um die Rückkehr des aufgrund seiner NSDAP-Mitgliedschaft entlassenen <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a98adde4-4eb5-44b3-8d38-fd12e582c459" href="/noll-rudolf" title="Noll, Rudolf">Noll</a>. Eichler war 1951 und 1952 auch Administrativer Direktor im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museum</a>. Neben seiner Museumskarriere lehrte er an der Universität Wien, erlangte 1937 eine außerordentliche Professur und wurde 1953 Ordinarius für Klassische Archäologie. 1959 wurde ihm anlässlich seiner Emeritierung ein Ehrenjahr an der Universität gewährt. 1962, im Alter von 74 Jahren, wurde Eichler Direktor des Österreichischen Archäologischen Instituts und übte diese Funktion bis 1969 aus. 1966 erhielt er das silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich, 1967 folgte die goldene Ehrenmedaille der Stadt Wien.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/46" hreflang="de">Archäologie</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/44" hreflang="de">Luftschutzmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/43" hreflang="de">SammlungsdirektorIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/67" hreflang="de">Universitätsprofessur</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/174" hreflang="de">Susanne Hehenberger</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-16T23:00:00Z">16. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, 2, Wien 1993.</p> <p>Felix Czeike u. a., Fritz Eichler, in: Wien Geschichte Wiki, URL: <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Fritz_Eichler">www.geschichtewiki.wien.gv.at/Fritz_Eichler</a> (3.12.2020).</p> <p>Deutsche Biographische Enzyklopädie, hg. v. Walter Killy, 3, 1996.</p> <p>Rudolf Noll, Fritz Eichler. Nachruf. Sonderabdruck aus dem Almanach der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 121 (1971), Wien 1972.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Fritz Eichler, Zwei Athletenstatuen (= Meisterwerke in Wien 3), Wien 1922.<br /> Fritz Eichler, Führer durch die Antikensammlung (= Führer durch die kunsthistorischen Sammlungen 2), Wien 1926.<br /> Fritz Eichler, Die Reliefs des Heroon von Gjölbaschi-Trysa (= Kunstdenkmäler 8), Wien 1950.<br /> Fritz Eichler, Die rotfigurigen attischen Trinkgefäße und Pyxiden (= Corpus vasorum antiquorum I), Wien 1951.</p> <p>Die Kameen im Kunsthistorischen Museum, bearbeitet von Fritz Eichler und Ernst Kris, Wien 1927.</p> <p>Fritz Eichler, Alfred Bernhard-Walcher, Rotfigurige attische Vorratsgefäße (= Corpus vasorum antiquorum II), Wien 1959.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>KHM-Achiv, IV 29, NL Fritz Eichler;  III 2291, Selbst-Biografie; 223/KL/1941 (Ernennung zum Direktor); 76/ED/1943 (Einweisung); 9/ED/1944 (UK-Stellung); 9/ED/1945 (UK-Stellung)<br /> KHM-Archiv, III 1212, PA Rudolf Noll.</p> <p>OeStA/AdR, UWK, BMU, Personalakten, K. 03/30, Fritz Eichler.<br /> OeStA/AdR, UWK, BMU, Personalakten, K. 12/10, Fritz Eichler.<br /> OeStA/AdR, ZNsZ, Gauakt 233.409, Fritz Eichler.</p> <p>WStLA, Historische Wiener Meldeunterlagen, Meldeauskunft Fritz Eichler.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/130144681" rel="nofollow" target="_blank">GND: 130144681</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/7548148269785905230006" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 7548148269785905230006</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q89217" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q89217</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:38:14 +0000 acolono 403 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Ernst, Richard https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/ernst-richard <span>Ernst, Richard</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/1940_Ernst_0.jpg?itok=aIsnEUml" width="348" height="480" alt="Porträt, Schwarz-Weiß-Foto" title="Richard Ernst, um 1940. © MAK, Wien, FotografIn unbekannt" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:40</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Richard <strong>Ernst</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>1.2.1885 Eger / Cheb, Böhmen – 7.7.1955 Wien</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>An- und Abmeldung Johann Nikolaus Richard Ernst, Sohn eines Kaufmanns, absolvierte Schule und Studium in Prag und promovierte 1909 in Kunstgeschichte und klassischer Archäologie. Nach kurzer Tätigkeit als "wissenschaftlicher Hilfsarbeiter" am kunsthistorischen Institut der deutschen Universität Prag kam Richard Ernst am 29. November 1911 als Kustosadjunkt und Abteilungsvorstand an das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">k. k. Österreichische Museum für Kunst und Industrie</a> und war hier vorerst für Metallarbeiten zuständig. 1915 bis 1918 war er als Soldat der k. u. k. Armee eingerückt. In den folgenden Jahren übernahm er die nun dem Museum zugeordnete Hoftafel- und Silberkammer, die Sammlungen Glas und Keramik sowie die Teppich- und Textilsammlung und verfasste u. a. 1923 den ersten Führer durch die Hofsilber- und Tafelkammer sowie 1925 eine Monografie zum Wiener Porzellan des Klassizismus aus der Sammlung <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="f7e8550c-110c-48f1-9df7-642cac52fbcc" href="/bloch-bauer-ferdinand" title="Bloch-Bauer, Ferdinand">Bloch-Bauer</a>. 1928 wurde Ernst zum Vizedirektor ernannt. Ab 1931 leitete er nach der krankheitsbedingten Beurlaubung von Direktor August Schestag interimistisch das Museum, am 5. August 1932 erfolgte seine offizielle Ernennung zum Direktor. Ab Februar 1936 war Ernst zusätzlich als Experte für altes Kunstgewerbe im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e3bfa5fb-d6fd-46fe-ab81-0b9e77ad805d" href="/dorotheum" title="Dorotheum">Dorotheum</a> tätig, im Jänner 1938 gab er aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit der Leitung des Auktionshauses diese Funktion wieder auf. Parallel zur Weltausstellung 1937 präsentierte sich Österreich mit einer Ausstellung im Musée du Jeu de Paume in Paris, bei der Ernst den Bereich zum österreichischen Kunstgewerbe u. a. mit Leihgaben aus den Porzellansammlungen von <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="f7e8550c-110c-48f1-9df7-642cac52fbcc" href="/bloch-bauer-ferdinand" title="Bloch-Bauer, Ferdinand">Ferdinand Bloch-Bauer</a>, Anton Redlich und Franz Ruhmann kuratierte. Während 1937 die Werke Oskar Kokoschkas in der NS-Propagandaschau <em>Entartete Kunst</em> in München desavouiert wurden, stellte Ernst im selben Jahr das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Österreichische Museum</a> für eine Ausstellung anlässlich des 50. Geburtstags des Künstlers zur Verfügung. Nach dem "Anschluss" wurde Ernst daher vorgeworfen, politisch unzuverlässig zu sein. Das konnte aber seine Position als Direktor des im Mai 1938 in <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Staatliches Kunstgewerbemuseum in Wien</a> umbenannten Hauses kaum gefährden. Sowohl in Wien als auch international etabliert und gut vernetzt erhielt er u. a. positive Bewertungen durch Robert Schmidt, Direktor des Schlossmuseums Berlin, und Adolf Feulner, Generaldirektor der kunstgewerblichen Museen von Köln. Ernst agierte bis 1945 einerseits durchaus im Sinn des NS-Regimes und erweiterte die Bestände des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Kunstgewerbemuseums</a> um zahlreiche Objekte aus entzogenen bzw. zwangsverkauften Sammlungen, wobei er auf sein Wissen um die privaten Sammlungsbestände in Wien zurückgreifen konnte. Andererseits unterstützte er z. B. den aus "rassischen Gründen" zwangspensionierten Leiter der Bibliothek des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Staatlichen Kunstgewerbemuseums</a> Hans Ankwicz-Kleehoven, indem er ihm weiterhin einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellte. Ab Februar 1940 war Ernst für zwei Jahre auch kommissarischer Leiter der Sammlung für Plastik und Kunstgewerbe, der heutigen Kunstkammer, im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museum</a> in Wien und wickelte in dieser Zeit eine schon seit den 1920er-Jahren geplante Tauschaktion von kunsthandwerklichen und antiken Objekten zwischen dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museum</a> und dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Staatlichen Kunstgewerbemuseum</a> ab. Ernst gelang es sogar, während des Kriegs eine Sonderdotation von 250.000 Reichsmark in Devisen für Ankäufe des Museums in Italien zu bekommen. Bei zwei Reisen nach Florenz, Pisa, Rom und Bologna im Frühjahr und im Herbst 1942 erwarb er 16 Renaissancemöbel. Dass Ernst auch in Frankreich für den Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg und in den Niederlanden für die Dienststelle <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="988faa84-04a4-4aa4-ba12-10df6b063086" href="/muehlmann-kajetan" title="Mühlmann, Kajetan">Mühlmann</a> tätig war, wie Berichte aus der unmittelbaren Nachkriegszeit nahelegen, konnte bisher nicht verifiziert werden. Laut eigenen Angaben verhinderte Ernst Ende März / Anfang April 1945 die Einlagerung von Waffen und Sprengmaterial im Museumsgebäude sowie am 7. April 1945 gemeinsam mit Museumsmitarbeitern und einer Widerstandsgruppe die Sprengung der Stubenbrücke.</p> <p>Auch in der wieder errichteten österreichischen Republik behielt Ernst seinen Direktionsposten. Im Zuge von Erhebungen der österreichischen Staatspolizei 1946 bestritt Ernst den Vorwurf, er sei Mitglied der NSDAP gewesen. Vielmehr habe man ihn 1943 "ungebeten" in den Reichsbund der Deutschen Beamten eingereiht, seine Gegnerschaft gegen die NSDAP sei vor wie nach 1938 bekannt gewesen. Bereits unmittelbar nach Ende der Kampfhandlungen in Wien am 16. April 1945 hatte Ernst die Instandsetzungsarbeiten am von Bombentreffern beschädigten Museum eingeleitet, die erst Anfang der 1950er-Jahre abgeschlossen wurden. Weitere wichtige Aufgaben Ernsts von 1945 bis 1948 waren die Rückführung der zum Schutz vor Luftangriffen ausgelagerten Objekte und die Restitutionen. Die von 1946 bis 1948 gemäß der Vermögensentziehungs-Anmeldungsverordnung und im Auftrag des Alliierten Rats erstellten Listen erfassten nahezu alle Objekte, die aus in der NS-Zeit entzogenen Sammlungen ins Museum gelangt waren. SammlerInnen, die er persönlich kannte, unterstützte Ernst zum Teil nicht nur bei den Rückstellungen jener entzogenen Objekte, die sich das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Kunstgewerbemuseum</a> angeeignet hatte, sondern half auch bei der Auffindung weiterer Stücke. In anderen Fällen folgte er allerdings der damals gängigen Praxis, Objekte zwar rückzustellen, diese dann aber für die Ausfuhr zu sperren und so für die österreichischen Museen zu sichern. Am 31. März 1949 konnte Ernst das 1947 in <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Österreichisches Museum für angewandte Kunst</a> umbenannte Haus offiziell wiedereröffnen. 1950 wurde mit <em>Große Kunst aus Österreichs Klöstern</em> die letzte Ausstellung unter der Direktion von Richard Ernst gezeigt, mit 31. Dezember 1950 erfolgte seine Pensionierung.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/46" hreflang="de">Archäologie</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/10" hreflang="de">Kunstgeschichte</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/32" hreflang="de">MuseumsdirektorIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/79" hreflang="de">Sachverständige/r</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/197" hreflang="de">Leonhard Weidinger</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-05-29T22:00:00Z">29. Mai 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Rai<span>nald Franz/Leonhard Weidinger, Die Direktion Richard Ernst. Vom Österreichischen Museum für Kunst und Industrie zum Österreichischen Museum für angewandte Kunst, in: Gabriele Anderl/Christoph Bazil/Eva Blimlinger/Oliver Kühschelm/Monika Mayer/Anita Stelzl-Gallian/Leonhard Weidinger (Hg.), … wesentlich mehr Fälle als angenommen. 10 Jahre Kommission für Provenienzforschung (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 1), Wien-Köln-Weimar 2009, 412–430, URL: <a href="https://doi.org/10.7767/boehlau.9783205118862.412">doi.org/10.7767/boehlau.9783205118862.412</a>.</span></p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Richard Ernst, Führer durch die ehemalige Hoftafel- und Silberkammer, Zürich-Leipzig-Wien 1923.<br /> Richard Ernst, Wiener Porzellan des Klassizismus. Die Sammlung Bloch-Bauer, Wien 1925.</p> <p>Richard Ernst/Ernst Garger, Die früh- und hochgotische Plastik des Stefansdoms. Tafelband, München 1927.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>MAK-Archiv, Akten 1932–1950.<br /> MAK-Archiv, NL Richard Ernst.</p> <p>MAK-Personalakten, PA Ernst, Richard.</p> <p>OeStA/AdR, UWK, BMU, Personalakten Sign 3, Ernst, Richard.<br /> OeStA/AdR, ZNsZ, GA 935, Ernst, Richard.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/116557761" rel="nofollow" target="_blank">GND: 116557761</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/25356895" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 25356895</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q94848390" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q94848390</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:40:18 +0000 acolono 1474 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Frodl, Walter https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/frodl-walter <span>Frodl, Walter</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/Frodl%20und%20Walliser%20.jpg?itok=FOsqoqNQ" width="349" height="480" alt="Zwei Männer mit Mänteln und Hüten vor einer alten Türe, Schwarz-Weiß-Foto" title="Walter Frodl und Franz Walliser, undatiert. © Bundesdenkmalamt Fotoarchiv, Fotograf/in unbekannt" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:39</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Walter <strong>Frodl</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>16.12.1908 Straßburg im Elsass – 10.4.1994 Wien</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Walter Frodl promovierte im Juli 1930 an der Universität Graz in den Fächern Kunstgeschichte und Archäologie. Anschließend arbeitete er als Volontär für das Kärntner Landesdenkmalamt. Nachdem Frodl einige Semester Architektur an der Technischen Hochschule in Graz studiert hatte, folgte seine Anstellung in der Zweigstelle des Österreichischen Verkehrsbüros in Klagenfurt. Im Mai 1933 trat er der NSDAP bei. Als wissenschaftlicher Assistent setzte er im Dezember 1936 seine Tätigkeit im Bereich der Denkmalpflege fort und wurde im April 1937 als nicht ständiger Vertragsbeamter der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Zentralstelle für Denkmalschutz</a> dem Landeskonservatorat in Klagenfurt zugeteilt, dessen Leitung er im folgenden Jahr übernahm. Aufgrund der enormen Anzahl an Ausfuhransuchen und der damit verbundenen Überprüfungen der Kunst- und Kulturgüter, u. a. als Konsequenz der Verfolgung von Jüdinnen und Juden durch das NS-Regime, wurde Walter Frodl im Juli 1938 aushilfsweise dem Ausfuhrdienst der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Zentralstelle</a> in Wien zugeteilt, zeitweilig übernahm er auch die Mitbetreuung des Landeskonservatorates Salzburg. Zwei Jahre später folgte seine Tätigkeit für die Kulturkommission in Südtirol im Auftrag der SS-Forschungseinrichtung "Deutsches Ahnenerbe e. V." zur Aufnahme des deutschen Kulturgutes. Ab dem Winter 1941 war Walter Frodl als Berater für Denkmalpflege beim Bau der Reichsautobahnen beim Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt, im Einsatz. Nach der Umstrukturierung und der Umbenennung der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Zentralstelle für Denkmalschutz</a> im Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten in das direkt dem Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin unterstellte <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Institut für Denkmalpflege</a> 1940, wurden die einzelnen Gaukonservatorate in die jeweiligen Reichsstatthaltereien eingegliedert. Die Tätigkeit Walter Frodls als Gaukonservator für Kärnten erfolgte nebenamtlich. Im Februar 1942 ernannte ihn Friedrich Rainer, Gauleiter und Reichsstatthalter in Kärnten, zum Direktor des Gaumuseums in Klagenfurt und zum Beamten auf Lebenszeit. Ende des Jahres 1942 habilitierte er sich und wurde Dozent für Kunstgeschichte und Denkmalpflege an der Universität Graz bzw. Lehrbeauftragter für Denkmalpflege an der Technischen Hochschule in Graz. Von September 1943 bis Kriegsende war Frodl der Beauftragte für den Denkmalschutz in der Operationszone Adriatisches Küstenland.</p> <p>1946 entließ die Kärntner Landesregierung Walter Frodl nach § 14 Verbotsgesetz als "Illegalen" aus dem öffentlichen Dienst, hob die Entlassung aber im Juni 1947 rückwirkend auf und schied Frodl aus dem Dienststand der Kärntner Landesregierung aus. Laut Bescheinigung des Magistrats Klagenfurt vom 25. Juli 1947 war Frodl als minderbelastet eingestuft worden. Zur gleichen Zeit wurde ihm seine Venia legendi aberkannt. In der Person Otto Demus fand er allerdings einen Fürsprecher für sein Ansuchen, wieder in die <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Denkmalbehörde</a> aufgenommen zu werden. Sein Wiedereinstieg in den Denkmalbetrieb erfolgte vorerst auf Werkvertragsbasis in der Restitutionsabteilung des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Bundesdenkmalamtes</a>, bis er im Herbst 1948 die Agenden des Landeskonservators für die Steiermark übernahm. 1948 konnte Walter Frodl – nach Rückerlangung der Venia legendi – seine Lehrtätigkeit im Fach Denkmalpflege an der Technischen Hochschule in Graz wiederaufnehmen. Seine Lehrbefugnis an der Karl-Franzens-Universität Graz erlangte er ein Jahr später zurück. Ab 1952 war Walter Frodl als Leiter des Instituts für Österreichische Kunstforschung am <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Bundesdenkmalamt</a> tätig. Im gleichen Jahr erfolgte seine Ernennung zum Staatskonservator II. Klasse, zwei Jahre später zum Staatskonservator I. Klasse. 1956 erhielt er die Lehrbefugnis für die Technische Hochschule in Wien, wo er 1958 zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. Seine universitäre Laufbahn im Bereich Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Bauaufnahme setzte er in den Folgejahren an verschiedenen ausländischen Universitäten fort. Neben der Ausübung weiterer Funktionen wie jener des Fachbeirates für Stadtplanung in Wien oder als Mitglied der Prüfungskommission "Höherer Technischer Dienst" übernahm Walter Frodl 1965 bis 1970 die des Präsidenten des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Bundesdenkmalamtes</a>. Im Oktober 1970 erhielt er das große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/46" hreflang="de">Archäologie</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/49" hreflang="de">Denkmalpflege</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/10" hreflang="de">Kunstgeschichte</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/63" hreflang="de">NSDAP-Mitgliedschaft</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/67" hreflang="de">Universitätsprofessur</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/190" hreflang="de">Anneliese Schallmeiner</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Ernst Bacher, Univ.-Prof. Dr. Walter Frodl 80 Jahre, in: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 42 (1988), 195–200.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Walter Frodl, Fresken des Heiligen Riesen Christophorus in Kärnten, Dissertation Universität Graz 1930.<br /> Walter Frodl, Kärntner Denkmalpflege im Jahre 1938, in: Carinthia I. Geschichtliche Beiträge zur Heimatkunde Kärntens. Mitteilungen des Geschichtsvereines für Kärnten 129 (1939) 1, 202–208, URL: <a href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1939&amp;page=211">anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1939&amp;page=211</a> (3.12.2020).<br /><span>Walter Frodl, Zur Unterschutzstellung denkmalwürdiger Gebäude in Kärnten, in: Carinthia </span>I. Geschichtliche Beiträge zur Heimatkunde Kärntens. Mitteilungen des Geschichtsvereines für Kärnten 129 (1939) 2,<span> 297–305, URL: </span><a href="https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1939&amp;page=308">anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1939&amp;page=308</a><span> (3.12.2020).</span><br /> Walter Frodl, Meister Thomas von Villach, in: Carinthia I. Geschichtliche Beiträge zur Heimatkunde Kärntens. Mitteilungen des Geschichtsvereines für Kärnten 130 (1940) 1/2, 354–379, URL: <a href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1940&amp;page=360">anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1940&amp;page=360</a> (3.12.2020).<br /> Walter Frodl, Die Wandgemälde zu St. Gandolf im Glantal, in: Carinthia I. Geschichtliche Beiträge zur Heimatkunde Kärntens. Mitteilungen des Geschichtsvereines für Kärnten 131 (1941) 2, 471–473, URL: <a href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1941&amp;page=485">hanno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1941&amp;page=485</a> (3.12.2020).<br /> Walter Frodl, Die Kärntner Denkmal- und Museumspflege in den Jahren 1940 bis 1942, in: Carinthia I. Geschichtliche Beiträge zur Heimatkunde Kärntens. Mitteilungen des Geschichtsvereines für Kärnten 132 (1942) 1–2, 262–334, URL: <a href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1942&amp;page=264">anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1942&amp;page=264</a> (3.12.2020).<br /> Walter Frodl, Die romanische Wandmalerei in Kärnten, Klagenfurt 1942.<br /> Walter Frodl, Neue Werke Josef Ferdinand Fromillers, in: Carinthia I. Geschichtliche Beiträge zur Heimatkunde Kärntens. Mitteilungen des Geschichtsvereines für Kärnten 133 (1943) 1–3, 82–95, URL: <a href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1943&amp;page=88">anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1943&amp;page=88</a> (3.12.2020).<br /> Walter Frodl, Ein neues Werk des Malers Simon von Taisten, in: Carinthia I. Geschichtliche Beiträge zur Heimatkunde Kärntens. Mitteilungen des Geschichtsvereines für Kärnten 133 (1943) 1–3, 126–134, URL: <a href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1943&amp;page=144">anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ca1&amp;datum=1943&amp;page=144</a> (3.12.2020).<br /> Walter Frodl, Die gotische Wandmalerei in Kärnten, Klagenfurt 1944.<br /> Walter Frodl, Die romanische Wandmalerei in Kärnten, Klagenfurt 1944.<br /> Walter Frodl, Die romanischen Wandgemälde in Pürgg nach der Entrestaurierung, in: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege (ÖZKD) (1948) 2, 148.<br /> Walter Frodl, Glasmalerei in Kärnten, 1150–1500, Klagenfurt-Wien 1950.<br /> Walter Frodl, Kärntner Kunststätten, Klagenfurt-Wien 1955.<br /> Walter Frodl, Kunst in Südtirol, München 1960.<br /> Walter Frodl, Denkmalbegriffe, Denkmalwerte und ihre Auswirkung auf die Restaurierung, Wien 1963.<br /> Walter Frodl, Idee und Verwirklichung: das Werden der staatlichen Denkmalpflege in Österreich, Wien 1988.</p> <p>Franz Fuhrmann/Walter Frodl (Hg.), Salzburger Kunststätten, Klagenfurt-Wien 1956.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>BDA-Archiv, PA Walter Frodl; NL Walter Frodl, K. 7.</p> <p>OeStA/AdR, UWK, BMU Personalakten, Sign. 19/23, Walter Frodl.<br /> OeStA/AdR, UWK, BMU Personalakten, Sign. 3/38, Walter Frodl.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/118536273" rel="nofollow" target="_blank">GND: 118536273</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/42629291" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 42629291</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q15241018" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q15241018</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:39:36 +0000 acolono 1403 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Noll, Rudolf https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/noll-rudolf <span>Noll, Rudolf</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/Foto%20Noll%20Rudolf.jpg?itok=dzyHpMIE" width="342" height="480" alt="Museumsausweis mit Porträt, Schwarz-Weiß-Foto" title="Rudolf Noll, um 1940. © KHM-Museumsverband, Fotografin: Elisabeth Schwenk" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:40</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Rudolf <strong>Noll</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p><span><span><span>17.4.1906 Gänserndorf – 27.4.1990 Wien</span></span></span></p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p><span><span>Rudolf Noll studierte klassische Archäologie und Philosophie an der Universität Wien und reichte im Dezember 1929 seine Dissertation <em>Studien zu den Anfängen der Karikatur in der griechischen Vasenmalerei</em> ein. Er war Mitglied der Akademischen Legion und der deutsch-völkischen Fraktion der Wiener Studentenschaft. Nach der Promotion 1930 arbeitete er einige Monate als Bibliothekar am Archäologisch-epigraphischen Seminar der Universität Wien und schloss ein Volontariat in der Antikensammlung des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> (<a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">KHM</a>) in Wien an. 1932 bearbeitete er die archäologischen Bestände im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="040e190b-0432-44e6-a785-dbec004d0586" href="/tiroler-landesmuseum-ferdinandeum" title="Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum">Ferdinandeum</a> in Innsbruck und 1933 inventarisierte er Steinskulpturen der Antikensammlung, bevor er im selben Jahr als Beamter des höheren wissenschaftlichen Dienstes ins <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">KHM</a> aufgenommen wurde. 1935 engagierte er sich als Dienststellenleiter für die wissenschaftlichen Beamten bei der Vaterländischen Front, "um einen echten 'Vaterländer' auszuschalten", wie er 1938 bei seinem Antrag auf NSDAP-Mitgliedschaft angab. Bereits kurz nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich sorgte Noll als von der Gauleitung Wien ernannter "Betriebszellenleiter" für regelmäßige Appelle und Turnveranstaltungen im Museum sowie für die politische Überwachung der MitarbeiterInnen, ab August 1938 auch in der Funktion eines Vertrauensmannes des Reichsbundes der Deutschen Beamten. Im Vorfeld der Volksabstimmung über den "Anschluss" organisierte er die am 26. März 1938 in Saal VII der Gemäldegalerie eröffnete Propagandaausstellung <em>Zum 10. April 1938</em>. Im Mai 1938 absolvierte er einen Luftschutz-Ausbildungslehrgang in Berlin und wurde Luftschutzbeauftragter des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">KHM</a>. Da Noll im Juni 1938 angab, bereits von 1932 bis zum Verbot der NSDAP Mitglied des Kampfopferringes gewesen zu sein, seine Mitgliedskarte jedoch anlässlich einer Hausdurchsuchung verbrannt zu haben, erhielt er rückwirkend die NSDAP-Mitgliedsnummer 6,127.590 mit Eintrittsdatum 1. Mai 1938. Gemeinsam mit dem Numismatiker und Parteigenossen Fritz Manns nahm Noll 1939 an den Ausgrabungen des römischen Carnuntum/Petronell in Niederösterreich teil und unternahm im selben Jahr Studienreisen nach Berlin, Frankfurt am Main und Bad Homburg. Zwar galt er als Luftschutzreferent im Herbst 1939 als unabkömmlich, er ließ die UK-Stellung jedoch im darauffolgenden Jahr aufheben, um im Dezember 1940 zur Wehrmacht bei einer Einheit der Luftnachrichtentruppe einzurücken. 1941 erfolgte seine Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit und zum Kustos im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">KHM</a>.</span></span></p> <p><span><span>Von 1945 bis Anfang 1947 befand sich Noll in jugoslawischer Kriegsgefangenschaft. Als ehemaliges NSDAP-Mitglied war er im Juli 1945 des Dienstes enthoben worden und schied nach seiner Rückkehr nach Wien 1947 "mangels eines freien Dienstpostens" als Kustos aus dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">KHM</a> aus. Zwar beantragte er bereits wenige Wochen später die Wiederaufnahme in den Bundesdienst mit der Begründung, dass er seine Zugehörigkeit zur NSDAP nie missbraucht, keine persönlichen Vorteile daraus gezogen und sich nicht bereichert habe, doch blieb ihm vorerst die Rückkehr verwehrt. Noll lebte anfangs mit seiner Familie von der Kriegsversehrtenrente, 1948 bis 1952 verdiente er seinen Lebensunterhalt als Platzanweiser in einem Kino, bis er nach weiteren Bewerbungen, aufgrund seiner fachlichen Kompetenz und einer frei werdenden Stelle infolge der Pensionierung von Direktor <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="023b18a9-fe7a-45fc-a7f4-6e02a5b75eb8" href="/eichler-fritz-friedrich" title="Eichler, Fritz (Friedrich)">Fritz Eichler</a> Ende 1952 als Vertragsbediensteter in die Antikensammlung des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">KHM</a> zurückkehren konnte. 1955 erfolgte seine Ernennung zum wirklichen Mitglied des Österreichischen Archäologischen Instituts sowie zum Kustos 2. Klasse. Nach der Suspendierung von <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="023b18a9-fe7a-45fc-a7f4-6e02a5b75eb8" href="/eichler-fritz-friedrich" title="Eichler, Fritz (Friedrich)">Eichlers</a> Nachfolger als Leiter der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">KHM</a>-Antikensammlung Rudolf Sunkowsky wegen Herstellung und Verkaufs von Falsifikaten übernahm Noll 1956 de facto dessen Funktion, formal stieg er 1957 zum Kustos 1. Klasse, 1958 zum Leiter und 1963 schließlich zum Direktor der Antikensammlung auf. Im selben Jahr verlieh ihm die philosophische Fakultät der Universität Wien die Lehrbefugnis für klassische Archäologie mit besonderer Berücksichtigung der römischen Provinzialarchäologie und den Titel Honorarprofessor. Seit 1961 war Noll ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts, ab 1966 korrespondierendes und ab 1970 wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Ende 1971 ging Noll in Pension, lehrte jedoch noch an der Universität Wien bis 1980. 1972 erhielt er den Kulturpreis des Landes Niederösterreich, 1982 den Wilhelm Hartel-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.</span></span></p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/46" hreflang="de">Archäologie</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/24" hreflang="de">MuseumsmitarbeiterIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/63" hreflang="de">NSDAP-Mitgliedschaft</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/43" hreflang="de">SammlungsdirektorIn</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/67" hreflang="de">Universitätsprofessur</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/174" hreflang="de">Susanne Hehenberger</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-05-29T22:00:00Z">29. Mai 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Herbert Haupt, Jahre der Gefährdung. Das Kunsthistorische Museum 1938–1945, Wien 1995.<br /> Herbert Haupt, Getroffen, doch nicht vernichtet. Das Kunsthistorische Museum im Kriegjahr 1945. Eine Chronologie der Ereignisse in Bildern, Wien 2005.</p> <p><span>Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, </span>Rudolf Noll, in: Verzeichnis der künstlerischen, wissenschaftlichen und kulturpolitischen Nachlässe in Österreich, URL: <a href="http://data.onb.ac.at/nlv_lex/perslex/NO/Noll_Rudolf.htm">data.onb.ac.at/nlv_lex/perslex/NO/Noll_Rudolf.htm</a> (3.12.2020).</p> <p>N. N., Rudolf Noll, in: Wien Geschichte Wiki, URL: <a href="http://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Rudolf_Noll">www.geschichtewiki.wien.gv.at/Rudolf_Noll</a> (3.12.2020).</p> <p><span>Susanne Hehenberger/Monika Löscher, Akteurinnen und Akteure im Kunsthistorischen Museum Wien. Personelle Kontinuitäten und Brüche 1933/34 – 1938 – 1945, in: Tanja Baensch/Kristina Kratz-Kessemeier/Dorothee Wimmer (Hg.), Museen im Nationalsozialismus: Akteure – Orte – Politik, Köln-Weimar-Wien 2016, 129–146.</span></p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Rudolf Noll, Führer durch die Sonderausstellung Der Grosse Dolichenusfund von Mauer a. d. Url, Wien 1938.<br /> Rudolf Noll, Eugippius, Das Leben des hl. Severin, Lateinisch und Deutsch. Übersetzung, Kommentar, Einleitung und Anhang: Denkmäler des frühen Christentums in Österreich, Linz 1947.<br /> Rudolf Noll, Die Kunst der Römerzeit in Österreich, Salzburg 1949.<br /> Rudolf Noll, Frühes Christentum in Österreich. Von den Anfängen bis um 600 n. Chr., Wien 1954.<br /> Rudolf Noll, Vom Altertum zum Mittelalter. Spätantike, altchristliche, völkerwanderungszeitliche und frümittelalterliche Denkmäler der Antikensammlung, Wien 1958.<br /> Rudolf Noll, Römische Siedlungen und Straßen im Limesgebiet zwischen Inn und Enns (Oberösterreich), Wien 1958.<br /> Rudolf Noll, Griechische und lateinische Inschriften der Wiener Antikensammlung. Ein Verzeichnis, Wien 1962.<br /> Rudolf Noll, Neues zu altbekannten Kunstwerken der Wiener Antikensammlung, Wien 1970.<br /> Rudolf Noll, Das Heroon von Gölbaşi-Trysa. Ein fürstlicher Grabbezirk griechischer Zeit in Kleinasien, Wien 1971.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>AÖAW, PA Rudolf Noll; NL Rudolf Noll, K. 5, M. 3, Schriftenverzeichnis, Lebenslauf.</p> <p>KHM-Archiv, III 1212, PA Rudolf Noll; III 2130, Parte Rudolf Noll; III 1755, PA Rudolf Sunkowsy; Direktionsakten, 19/KL/1938, 20/KL/1938, 21/KL/1938.</p> <p>OeStA/AdR, UWK, BMU, Personalakten, K. 03/117, Rudolf Noll.<br /> OeStA/AdR, ZNsZ, Gauakt 12532, Rudolf Noll.</p> <p>UAW, PH RA 10436, Rigorosenakt Rudolf Noll, 6.12.1929, Promotion: 30.5.1930.</p> <p>WStLA, Historische Wiener Meldeunterlagen, Meldezettel Rudolf Noll, URL: <a href="http://www.wien.gv.at/actaproweb2/benutzung/archive.xhtml?id=Akt+++++93660314-c5b4-4f1d-9a1a-8144b8c955f8VERA#Akt_____93660314-c5b4-4f1d-9a1a-8144b8c955f8VERA">www.wien.gv.at/actaproweb2/benutzung/archive.xhtml?id=Akt+++++93660314-c5b4-4f1d-9a1a-8144b8c955f8VERA#Akt_____93660314-c5b4-4f1d-9a1a-8144b8c955f8VERA</a> (3.12.2020).</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="https://d-nb.info/gnd/119491869" rel="nofollow" target="_blank">GND: 119491869</a></div> <div class="field__item"><a href="https://viaf.org/viaf/115556379" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 115556379</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q55843281" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q55843281</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:40:21 +0000 acolono 1476 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org