Kriegsbedingte Verluste https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/ de Akademie der bildenden Künste in Wien https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/akademie-der-bildenden-kuenste-wien <span>Akademie der bildenden Künste in Wien</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/Akademie_Aula_1940_PH_15587_72dpi-.jpg?itok=vU6liRoI" width="336" height="480" alt="Blick in die Säulenhalle mit Hitler-Büste, Schwarz-Weiß-Foto" title="Akademie der bildenden Künste Wien, Jahresausstellung 1940, Ansicht der Aula mit Hitler-Büste. © Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:38</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item"><strong>Akademie der bildenden Künste in Wien</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>weitere Bezeichnungen: Academia von der Mallerey, Bildthauer, Fortification, Prospectiv und Architectur-Khunst (ab 1692), Kaiserl. Hof-Academie der Mahler- Bild-Hauer und anderer freyen Künste (ab 1725/26), k. k. Akademie der vereinigten bildenden Künste (ab 1772), k. k. Akademie der bildenden Künste (ab 1800), k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien (ab 1865), Akademie der bildenden Künste in Wien (ab 1918), Akademie der bildenden Künste Wien (ab 1998)</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Die Gründung der Akademie der bildenden Künste geht auf eine Privatinitiative des kaiserlichen Kammermalers Peter Strudel (1660–1714) zurück und fand ihre urkundliche Anerkennung durch das Kaiserhaus im Jahr 1692. Nach dem Tod Strudels erfolgte die Neugründung 1726 als öffentliche kaiserliche Hofakademie unter der Leitung von Jacob van Schuppen (1670–1751). Mit der Errichtung einer eigenständigen Kupferstecherakademie unter Jakob Mathias Schmutzer (1733–1811) 1766 wurde der Grundstock für die Sammlung des heutigen Kupferstichkabinetts gelegt. Schmutzers Kupferstecherakademie wurde 1772 in die "k. k. Akademie der vereinigten bildenden Künste", welche die bestehenden Wiener Kunstlehranstalten zu einer Institution zusammenschloss, eingegliedert und der Sammlungsbestand in Folge gezielt ausgebaut. Eine weitere am Haus existierende, ursprünglich als Lehrmittelkabinett gegründete und noch keiner expliziten Sammlungsstrategie unterliegende Bildersammlung erfuhr 1822 mit dem Legat von Anton Franz de Paula Graf von Lamberg-Sprinzenstein (1740–1822) – es beinhaltete u. a. Hieronymus Boschs Weltgerichtstriptychon sowie Werke von Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck und andere Niederländer des 17. Jahrhunderts – eine entscheidende Aufwertung hin zu einer eigenständigen Gemäldegalerie von internationaler Bedeutung. Nach wechselnden Standorten im heutigen 1. Wiener Bezirk und infolge zunehmenden Raummangels wurde 1871 der Neubau des Akademiegebäudes am Schillerplatz genehmigt, der 1877 feierlich eröffnet wurde. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gingen die Sammlungen der Akademie in das Eigentum der Republik Österreich über.</p> <p>Bereits während der Jahre des austrofaschistischen Regimes herrschte an der Akademie ein den Nationalsozialismus nicht ablehnendes Klima, das eine rasche "Gleichschaltung" nach dem "Anschluss" 1938 beförderte. Bereits am 12. März 1938 bestellte die Landesleitung Wien der NSDAP ein aus Ferdinand Andri, Wilhelm Dachauer und Alexander Popp bestehendes Leitungsgremium, das in Folge 13 Bedienstete vom Dienst entheben und bis zur Ernennung Popps zum Rektor im Sommer 1941 bestehen sollte. Die Akademie war nun der Abteilung IV des Ministeriums für innere und kulturelle Angelegenheiten unter der Leitung von <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="988faa84-04a4-4aa4-ba12-10df6b063086" href="/muehlmann-kajetan" title="Mühlmann, Kajetan">Kajetan Mühlmann</a>, ab 1940 dem Generalreferat Kunstförderung des Reichsstatthalters in Wien unterstellt. Ab dem Wintersemester 1944/45 fand an der Akademie kein regulärer Unterricht mehr statt – spätestens mit Jänner 1945 erfolgte ihre endgültige Schließung im Rahmen der allgemeinen Stilllegung der Kunsthochschulen.</p> <p>Der Gesamtbestand der Gemäldegalerie im Jahr 1938 betrug rund 1.900 Werke. Um das Sammlungsinventar zu erweitern, beabsichtigten das kommissarische Leitungsgremium und der Direktor der Gemäldegalerie, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2e6ea6cb-b35b-4fb1-8364-2d9f6914396b" href="/eigenberger-robert" title="Eigenberger, Robert">Robert Eigenberger</a>, 1939 an der Zuteilung von Kunstgegenständen aus entzogenen Sammlungen zu partizipieren – bei gegenwärtigem Forschungsstand können allerdings keine solchen Zuteilungen nachgewiesen werden. Im August desselben Jahres wurde <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2e6ea6cb-b35b-4fb1-8364-2d9f6914396b" href="/eigenberger-robert" title="Eigenberger, Robert">Eigenberger</a> beauftragt, die Bestände der Gemäldegalerie in die Kategorien A, B und C einzuteilen und angesichts des drohenden Kriegsbeginns die Bergung der Objekte der Kategorie A vorzubereiten. In den folgenden vier Bergungsphasen der Jahre 1939, 1942, 1944 und 1945 wurden mehr als 600 Objekte überwiegend der Kategorien A und B in die Bergungsstellen Stift Heiligenkreuz, Creditanstalt–Bankverein in Wien 1, Schottengasse 6-8, Schloss Schönborn in Niederösterreich und <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="707df896-7001-4eee-9618-6f529381d3c7" href="/lauffen-salzbergwerk" title="Lauffen, Salzbergwerk">Bergwerk Lauffen</a> bei Bad Ischl verbracht. Beinahe 1.700 Objekte hatte <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2e6ea6cb-b35b-4fb1-8364-2d9f6914396b" href="/eigenberger-robert" title="Eigenberger, Robert">Eigenberger</a> 1939 als drittrangige Bestände kategorisiert, von denen etwa 1.300 im Akademiegebäude zurückgelassen wurden. Durch einen Bombentreffer am 12. März 1945 wurden 520 Werke zerstört bzw. gelten seither als verschollen. Zudem gingen 120 der in externe Bergungsorte ausgelagerten Werke u. a. durch Plünderungen verloren. Ende 1942 waren auch in der Bibliothek und den ihr angegliederten Sammlungen des heutigen Kupferstichkabinetts Bergungsmaßnahmen eingeleitet worden. Die wertvollsten Bestände wurden in einen Banktresor in der Wiener Rockhgasse und weniger wertvolle Objekte in ein Kellerdepot der Akademie umgelagert, während die minderbewerteten Restbestände in den bisherigen Räumlichkeiten belassen wurden. Die aktuelle Quellenlage bietet, mit wenigen Ausnahmen, keinen detaillierten Aufschluss darüber, welche Bestände des heutigen Kupferstichkabinetts tatsächlich geborgen wurden oder kriegsbedingte Verluste erlitten.</p> <p>Am 19. April 1945, nach dem Ende der Kämpfe im Wiener Stadtgebiet, übernahm Herbert Boeckl die provisorischen Geschäfte des Rektors, die Wiederaufnahme des Unterrichts folgte nur wenige Tage später. Im Zuge der Entnazifizierung des Personalstandes kam es zu 37 Dienstenthebungen unmittelbar nach Kriegsende. Ein Großteil der betroffenen Personen wurde jedoch spätestens mit der Verabschiedung des Nationalsozialistengesetzes 1947 rehabilitiert.</p> <p>1988 wurde der Gemäldegalerie die Glyptothek der Akademie angegliedert. Im Rahmen des Kunsthochschul-Organisationsgesetzes erfuhr die Akademie 1998, unter Beibehaltung des leicht gekürzten Namens "Akademie der bildenden Künste Wien", die Ernennung zur Universität. 2003 wurde das Kupferstichkabinett als selbständige Organisationseinheit von der Bibliothek getrennt. Die systematische Provenienzforschung in den Sammlungen der Akademie startete im Jahr 2013. Basierend auf deren Forschungsergebnissen empfahl der Kunstrückgabebeirat am 11. Jänner 2019 die Rückgabe von drei Grafiken aus dem Sammlungsbestand des Kupferstichkabinetts, die sich ursprünglich im Eigentum von <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="0dbd15a2-448f-4194-8040-9d2850d38da3" href="/gruenebaum-moriz" title="Grünebaum, Moriz">Moriz Grünebaum</a> befunden hatten und im Februar 2021 an dessen ErbInnen ausgefolgt werden konnten. Im November 2021 sprach sich der Kunstrückgabebeirat zudem für die Restitution von 33 Druckgrafiken aus der Sammlung Sigmund Stiassny sowie von 319 Zeichnungen und Druckgrafiken mit der Provenienz Rudolf und Maria Perlberger aus, die sich aufgrund einer Schenkung in den 1980er-Jahren im Bestand des Kupferstichkabinetts befunden hatten.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/87" hreflang="de">Kriegsbedingte Verluste</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/171" hreflang="de">Konstantin Ferihumer</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2021-11-08T23:00:00Z">8. November 2021</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Beiratsbeschluss Sigmund Stiassny, 5.11.2021, URL: <a href="https://www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Stiassny_Sigmund_2021-11-05.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Stiassny_Sigmund_2021-11-05.pdf</a> (9.11.2021).<br /> Beiratsbeschluss Maria Perlberger, 5.11.2021, URL: <a href="https://www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Perlberger_Maria_2021-11-05.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Perlberger_Maria_2021-11-05.pdf</a> (9.11.2021).<br /> Beiratsbeschluss Moriz Grünebaum, 11.1.2019, URL: <a href="https://www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Gruenebaum_Moriz_2019-01-11.pdf">www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Gruenebaum_Moriz_2019-01-11.pdf</a> (9.11.2021).</p> <p>Beatrix Bastl, "Herrschaft des Abschaums". Universitätsbibliothek und Universitätsarchiv der Akademie der Bildenden Künste Wien von 1933 bis 1948, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich (2012) 2, 7–28.</p> <p>Beatrix Bastl/Paul Köpf, Universitätsbibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien in der Zeit zwischen 1933 und 1948, in: Bruno Bauer/Christina Köstner-Pemsel/Markus Stumpf (Hg.), NS-Provenienzforschung an österreichischen Bibliotheken. Anspruch und Wirklichkeit, Graz-Feldkirch 2011, 273–288, <span>URL: </span><a href="https://fedora.phaidra.univie.ac.at/fedora/objects/o:290050/methods/bdef:Content/download">fedora.phaidra.univie.ac.at/fedora/objects/o:290050/methods/bdef:Content/download</a> (3.12.2020).</p> <p>Martin Bilek, Die Akademie der bildenden Künste 1967/68 bis 1991/92. Statistik der Meisterschulen und Institute, Wien 1992.</p> <p>Heribert Hutter, Akademie der bildenden Künste in Wien. Akademie heute. Schenkungen d. Professoren u. andere Widmungen, Wien 1977.</p> <p>Elisabeth Klamper, Zur politischen Geschichte der Akademie der bildenden Künste 1918 bis 1948. Eine Bestandsaufnahme, in: Hans Seiger/Michael Lunardi/Peter Josef Populorum (Hg.), Im Reich der Kunst. Die Wiener Akademie der bildenden Künste und die faschistische Kunstpolitik, Wien 1990, 5–64.</p> <p>Monika Knofler, 1688, 1692, 1726, 1772. Die ersten 100 wechselvollen Gründungsjahre der Akademie der bildenden Künste Wien, in: DERDIEDAS, Akademiezeitung Sondernummer zum 325 Jahre Jubiläum, Wien 2017, 28–33.</p> <p>Carl Friedrich Arnold von Lützow, Geschichte der k. k. Akademie der bildenden Künste. Festschrift zur Eröffnung des neuen Akademie-Gebäudes, Wien 1877.</p> <p>Irene Nierhaus, Adoration und Selbstverherrlichung. Künstlerische und kunstpolitische Schwerpunkte an der Akademie der bildenden Künste von den dreißiger bis Ende der vierziger Jahre, in: Hans Seiger/Michael Lunardi/Peter Josef Populorum (Hg.), Im Reich der Kunst. Die Wiener Akademie der bildenden Künste und die faschistische Kunstpolitik, Wien 1990, 65–158.</p> <p>Verena Pawlowsky, Die Akademie der bildenden Künste Wien im Nationalsozialismus. Lehrende, Studierende und Verwaltungspersonal, Wien-Köln-Weimar 2015.</p> <p>Margatethe Poch-Kalous, Die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste in Wien, Wien 1968.</p> <p>René Schober, "...da ihre Beschädigung keinen Verlust von unersetzlichen Kulturwerten darstellen würde". Bergungen und Kriegsverluste der Akademischen Gemäldegalerie im Zweiten Weltkrieg, in: Pia Schölnberger/Sabine Loitfellner (Hg.), Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 6), Wien-Köln-Weimar 2016, 149–174, URL: <a href="https://doi.org/10.7767/9783205201564-009"><span>doi.org/10.7767/9783205201564-009</span></a><span><span><span>.</span></span></span></p> <p>Renate Trnek, Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien. Illsutriertes Bestandsverzeichnis, Wien 1989.</p> <p>Walter Wagner, Die Geschichte der Akademie der bildenden Künste in Wien, Wien 1967.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Akademie der bildenden Künste Wien, Die K. K. Akademie der Bildenden Künste in Wien in den Jahren 1892–1917. Zum Gedächtnis des zweihundertfünfundzwanzigjährigen Bestandes der Akademie, Wien 1917.<br /> Akademie der bildenden Künste in Wien, Die Akademie der bildenden Künste Wien, Jahrbuch 1940, Wien 1940.<br /> Akademie der bildenden Künste in Wien, Jubiläumsausstellung, 25.10.1942–3.1.1943, Wien 1942.</p> <p>Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste, Wien (Hg.), Meisterzeichnungen des 16. und 17. Jahrhunderts aus dem Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien. Ausgewählt und bearbeitet von Erwin Pokorny, Wien 1998.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>UAAbKW, Verwaltungsakten.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/2003761-2" rel="nofollow" target="_blank">GND: 2003761-2</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/159216717" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 159216717</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q414219" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q414219</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:38:51 +0000 acolono 1339 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Augustinerkeller, Wien https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/augustinerkeller-wien <span>Augustinerkeller, Wien</span> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:39</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item"><strong>Augustinerkeller</strong>, Wien</div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>Augustinerstraße 1, Wien 1</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Ausschlaggebend für die Einrichtung des in der Wiener Innenstadt gelegenen Augustinerkellers als Bergungsstelle war Karl Graf Lanckoronskis (1848–1939) Kunstsammlung, die im Herbst 1939 bei dessen Sohn Anton gemäß "Verordnung über Behandlung von Vermögen der Angehörigen des ehemaligen polnischen Staates" beschlagnahmt worden war. Obwohl sie damit in den Zuständigkeitsbereich der "Haupttreuhandstelle Ost" Hermann Görings fiel, stellte Adolf Hitler, der die Sammlung nach dem Krieg an österreichische Museen abzugeben beabsichtigte, die Werke unter "Führervorbehalt". Während die Gemälde zuerst 1942 in <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a1c32c94-9354-4bac-88bc-1b9814ade11a" href="/immendorf-schloss" title="Immendorf, Schloss">Schloss Immendorf</a>, dann 1943 in <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="10521d0b-31dd-4418-8cbc-9b891efd0859" href="/thuernthal-schloss" title="Thürnthal, Schloss">Schloss Thürnthal</a> geborgen wurden, musste eine Lokalität für die Unterbringung der Skulpturen der Sammlung gefunden werden. Auf der Suche nach einem solchen Raum wurde die Gemeinde Wien auf den unter dem Museumsgebäude der <a href="/node/1340">Albertina</a> gelegenen Augustinerkeller aufmerksam, in dem zu der Zeit ein Restaurant betrieben wurde. Wie der Bergungsleiter in der Reichsstatthalterei, Ludwig Berg, im Juni 1943 feststellte, wäre der 1.000 Quadratmeter umfassende Keller geeignet, "da er belüftet, beheizbar, eben zu erreichen ist, in einem staatlichen Gebäude steht und als bombensicher angesehen werden kann, weil er in den alten Befestigungen der Augustinerbastei mit ihren mehrfachen Wölbungen liegt." Nachdem Reichsstatthalter Baldur von Schirach der Verwendung als Bergungsraum zugestimmt hatte, wurden ab dem August 1943 unter der Aufsicht der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="5b7440b3-53a0-47ab-8fa3-b89335c13812" href="/albertina" title="Albertina">Albertina</a> als Depotverwalterin neben den Steinplastiken der Sammlung <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="f0a07e21-4d74-4420-a2bb-bdccb3b72ea2" href="/lanckoronski-von-brzezie-anton" title="Lanckoroński von Brzezie, Anton">Lanckoronski</a> Teile der Antikensammlung des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a>, darunter die Reliefs von Ephesus, die Stephansfiguren der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="885d4804-c544-4ae6-9be6-b410b3d6fe98" href="/historisches-museum-der-stadt-wien" title="Historisches Museum der Stadt Wien">Wiener Städtischen Sammlungen</a>, Plastiken der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e70f94cc-eb9d-48c2-b4f0-e1e26c9e3ae1" href="/oesterreichische-galerie" title="Österreichische Galerie">Österreichischen Galerie</a>, wie die berühmten Charakterköpfe Franz Xaver Messerschmidts oder die Statuen Georg Raphael Donners, sowie die marmornen Habsburgerstatuen Paul und Peter Strudels aus dem Prunksaal der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a6be3a50-68df-4e3d-9b02-b654637bf34d" href="/oesterreichische-nationalbibliothek" title="Österreichische Nationalbibliothek">Nationalbibliothek</a> in den Augustinerkeller transferiert. Das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Institut für Denkmalpflege</a> veranlasste des Weiteren die Bergung von Statuen aus privaten Gebäuden und von öffentlichen Plätzen, darunter die Hygieia-Statue Johann Martin Fischers aus dem Vorgarten des Josephinums. Eingelagert wurden außerdem einige für ein "Führer"-Relief profilierte Marmorblöcke der Schlösserverwaltung. Wohl aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit im Keller wurde Gustav Klimts Beethovenfries, der kurzfristig auch für eine Bergung unter der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="5b7440b3-53a0-47ab-8fa3-b89335c13812" href="/albertina" title="Albertina">Albertina</a> im Gespräch gewesen war, letztlich nach <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="10521d0b-31dd-4418-8cbc-9b891efd0859" href="/thuernthal-schloss" title="Thürnthal, Schloss">Schloss Thürnthal</a> verbracht. Wurden nach dem Krieg zwar Diebstähle an ebenfalls hier eingelagerten privaten Gegenständen von Angehörigen der Reichsstatthalterei gemeldet, so überstanden die Kunstwerke die Bergung schadlos. Gemeinsam mit anderen Sammlungsbestandteilen wurden die Plastiken der Sammlung <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="f0a07e21-4d74-4420-a2bb-bdccb3b72ea2" href="/lanckoronski-von-brzezie-anton" title="Lanckoroński von Brzezie, Anton">Lanckoronski</a> nach dem Krieg an <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="f0a07e21-4d74-4420-a2bb-bdccb3b72ea2" href="/lanckoronski-von-brzezie-anton" title="Lanckoroński von Brzezie, Anton">Anton Lanckoronski</a> zurückgestellt. Pläne, nach dem Krieg in der ehemaligen Bergungsstelle ein Lapidarium zu eröffnen, wurden nicht weiter verfolgt. Nachdem der Augustinerkeller im Oktober 1947 wieder gänzlich geräumt war, wurde der Restaurantbetrieb wiedereröffnet.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/140" hreflang="de">Depot</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/87" hreflang="de">Kriegsbedingte Verluste</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/192" hreflang="de">Pia Schölnberger</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Pia Schölnberger, "Hier feiert der Luftschutz Orgien". Die Bergungsmaßnahmen der Graphischen Sammlung Albertina unter George Saiko, in: Pia Schölnberger/Sabine Loitfellner (Hg.), Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 6), Wien-Köln-Weimar 2016, 129–148, URL: <span><a href="https://doi.org/10.7767/9783205201564-008">doi.org/10.7767/9783205201564-008</a></span>.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 6, M. 6, Augustinerkeller.</p></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:39:08 +0000 acolono 1359 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Gaming https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/gaming <span>Gaming</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/AR_IV_95_2_1_0_0.jpg?itok=DjoA-Y5Z" width="480" height="302" alt="Blick in das Innere der Kirche, mit drei arbeitenden Männern, deponierten Kisten und Bildern, Schwarz-Weiß-Foto" title="Bergung in der Kirche der Kartause Gaming, um 1940. © KHM-Museumsverband, FotografIn: unbekannt" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:40</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Bergungsstelle <strong>Gaming</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>Kartause 1, Gaming</p> <p>weitere Bezeichnung: Bergungsstelle Schloss</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Am 13. September 1939 wies die für das staatliche Kunstwesen zuständige Abteilung III der Reichsstatthalterei in Wien dem Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten, Abteilung IV (Erziehung, Kultus und Volksbildung) die ehemalige Kartause Gaming für Bergungszwecke zu. Die rechtliche Grundlage für die Nutzung der im Eigentum des Stiftes Melk stehenden Liegenschaft mit Kirche, Refektoriums-, Herrschafts- und Wirtschaftstrakt sowie Bibliotheksgebäude, Garten und Park bildete das am 27. Juli 1938 erlassene <em>Gesetz über die Unterbringung von öffentlichen Dienststellen</em>, das eine Heranziehung von bebauten und unbebauten Grundstücken im Bedarfsfall erlaubte. De facto war Gaming jedoch schon zwei Wochen vor der Zuweisung zum Bergungsdepot geworden: Am 31. August 1939 um 6 Uhr morgens waren 28 Kisten mit den bedeutendsten Gemälden des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> in Wien (darunter alle Bilder Pieter Bruegels des Älteren) dorthin verbracht worden. Es folgten zahlreiche weitere Transporte. Unter dem Decknamen "Schloss" sollte Gaming in den folgenden Jahren einer der wichtigsten Bergungsorte für die staatlichen Museen außerhalb Wiens sein. Temporär gelagert wurden dort Kunstgegenstände aus verschiedenen Sammlungen des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> (Ägyptisch-orientalische Sammlung, Antikensammlung, Münzkabinett, Sammlung alter Musikinstrumente, Plastiksammlung, Schatzkammer), der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="5b7440b3-53a0-47ab-8fa3-b89335c13812" href="/albertina" title="Albertina">Albertina</a> (bis 1940), dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Staatlichen Kunstgewerbemuseum in Wien</a>, der Liechtensteingalerie, dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="10f692ee-24ea-4469-a4d3-e36f6e6c59ca" href="/weltmuseum-wien" title="Weltmuseum Wien">Museum für Völkerkunde</a> und der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e70f94cc-eb9d-48c2-b4f0-e1e26c9e3ae1" href="/oesterreichische-galerie" title="Österreichische Galerie">Österreichischen Galerie</a>. Auch die<a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="885d4804-c544-4ae6-9be6-b410b3d6fe98" href="/historisches-museum-der-stadt-wien" title="Historisches Museum der Stadt Wien"> Städtischen Sammlungen Wien</a> sowie das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="ddf7d093-edfb-4481-bd38-cf1b19095a52" href="/post-und-telegraphen-museum-wien" title="Post- und Telegraphen Museum Wien">Post- und Telegraphenmuseum Wien</a> brachten Bergungsgut nach Gaming. Zutritt zu den gemeinsam verwalteten Bergungsorten <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="442ba28f-9f35-474b-b585-7a1f4fb54645" href="/steinbach-bei-goestling" title="Steinbach bei Göstling">"Jagd" (Steinbach bei Göstling)</a> und "Schloss" hatten seit September 1939 neben den Sammlungsleitern und Kuratoren des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a> <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="19a80e8d-65ff-414c-8ad1-277790cbdf48" href="/dworschak-fritz" title="Dworschak, Fritz">Fritz Dworschak</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a98adde4-4eb5-44b3-8d38-fd12e582c459" href="/noll-rudolf" title="Noll, Rudolf">Rudolf Noll</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="c623866a-bd09-46fe-b8c7-a2f26fb79337" href="/demel-von-elswehr-hans" title="Demel (von Elswehr), Hans">Hans Demel</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="66707dd0-f540-47dc-b16b-43ccd8936d8a" href="/adriani-gert" title="Adriani, Gert">Gert Adriani</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="61bf09a0-1af8-498c-bfe1-43af911d6655" href="/baldass-ludwig" title="Baldass, Ludwig">Ludwig Baldass</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="841c8597-8d55-457b-be7a-bbbb0107b0d9" href="/nadler-richard" title="Nadler, Richard">Richard Nadler</a> und <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="edba2eaa-52a7-4562-97fc-dae83b224207" href="/ortner-karl" title="Ortner, Karl">Karl Ortner</a> auch Wissenschaftler aus anderen Museen: aus dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Staatlichen Kunstgewerbemuseum</a> Direktor <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="35c9f03e-93d1-480b-8792-3cd5ad6a7d95" href="/ernst-richard" title="Ernst, Richard">Richard Ernst</a> und Kurator Siegfried Troll, aus der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e70f94cc-eb9d-48c2-b4f0-e1e26c9e3ae1" href="/oesterreichische-galerie" title="Österreichische Galerie">Österreichischen Galerie</a> Direktor <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="9be502d9-915b-4761-9686-daab11390670" href="/grimschitz-bruno" title="Grimschitz, Bruno">Bruno Grimschitz</a> sowie die Kuratoren Kurt Blauensteiner und <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="c281cac0-f6f0-4168-bb49-204fe0f2c39a" href="/novotny-fritz" title="Novotny, Fritz">Fritz Novotny</a>, aus der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="5b7440b3-53a0-47ab-8fa3-b89335c13812" href="/albertina" title="Albertina">Albertina</a> Direktor Anton Reichel und Kurator <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="ebe2cf3a-f85d-401e-9167-0a927d1db6f8" href="/saiko-emanuel-georg-josef" title="Saiko, Emanuel Georg Josef">Georg Saiko</a>. Das weitere Personal vor Ort bestand ausschließlich aus MitarbeiterInnen des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6692b23c-6604-4762-b118-45ebbf0aba96" href="/kunsthistorisches-museum" title="Kunsthistorisches Museum">Kunsthistorischen Museums</a>: ständig in Gaming waren die beiden Restauratoren Wilhelm Kainz und Eduard Kneisel, die Kanzleikräfte Anna Schöpf und <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6086f20b-818b-4704-9c7c-9e66af4a62ec" href="/berger-josefine" title="Berger, Josefine">Josefine Berger</a> sowie einige Wachmänner und Reinigungsfrauen. Auch die örtlichen Bürgermeister, zwei niederösterreichische Landes- und zwei Forstbeamte hatten die Erlaubnis, die im Klostergebäude und in der Kirche situierten Depots zu betreten. Räumlich abgegrenzt davon wurde 1940 eine landwirtschaftliche Mädchenschule im Straßen- und Verbindungstrakt der ehemaligen Kartause eingerichtet, hinzu kamen Wohnräume und ein Kindergarten. Im Kriegsverlauf reduzierte sich das ständig anwesende Bergungspersonal, im September 1944 sollte der Bergungsort schließlich geräumt werden, weil vermehrte Luftangriffe auf das nur 2 km entfernte Eisenwerk in Kienberg und den von der Wehrmacht geplanten Parkplatz für Verpflegungswagen der Luftwaffe im Park von Gaming befürchtet wurden. Wegen fehlender Kapazitäten kam es allerdings nur zu "einer Umbergung alles Wichtigen", hauptsächlich an verschiedene Bergungsorte in Wien. Im Jänner 1945 musste ein Keller an die Rüstungsinspektion XVII für ein Forschungslaboratorium abgetreten werden. Die Einrichtung eines Lazaretts sowie von Flüchtlingsunterkünften beanspruchte in den letzten Kriegswochen weitere Räume. Die Bergungstätigkeit in Gaming blieb bis zum Kriegsende – ohne Bombentreffer zu erleiden – aufrecht: noch im April 1945 fanden Gemäldetransporte von dort ins <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="707df896-7001-4eee-9618-6f529381d3c7" href="/lauffen-salzbergwerk" title="Lauffen, Salzbergwerk">Salzbergwerk Lauffen</a> statt, die Kanzlei der Bergungsstelle arbeitete bis 5. Mai 1945.</p> <p>Am 23. Mai 1945 erreichten Truppen der Roten Armee Gaming. Mit Hilfe der sowjetischen Militärregierung begann die Rückbringung der Museumsobjekte nach Wien bereits im August 1945 und war bis September 1945 weitgehend abgeschlossen. Ein Restbestand aus dem <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Kunstgewerbemuseum</a>, den <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="885d4804-c544-4ae6-9be6-b410b3d6fe98" href="/historisches-museum-der-stadt-wien" title="Historisches Museum der Stadt Wien">Städtischen Sammlungen</a> sowie einigen privaten Sammlungen verblieb noch bis 1946 in der Klosterkirche. Nur wenige Möbelstücke aus dem Bergungsgut waren abhanden gekommen.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/87" hreflang="de">Kriegsbedingte Verluste</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/174" hreflang="de">Susanne Hehenberger</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-05-29T22:00:00Z">29. Mai 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Theodor Brückler, Schutz und Bergung. Die wichtigsten Maßnahmen zur Rettung von Kulturgut, in: 50 Jahre danach. Kulturgut nach dem Krieg (= Denkmalpflege in Niederösterreich 15), Wien 1995, 6–8.</p> <p>Herbert Haupt, Jahre der Gefährdung. Das Kunsthistorische Museum 1938–1945. Wien 1995.<br /> Herbert Haupt, Getroffen, doch nicht vernichtet. Das Kunsthistorische Museum im Kriegjahr 1945. Eine Chronologie der Ereignisse in Bildern. Wien 2005.<br /> Herbert Haupt, Die Rolle des Kunsthistorischen Museums bei der Beschlagnahme, Bergung und Rückführung von Kunstgut in den Jahren 1938–1945, in: Theodor Brückler (Hg.), Kunstraub, Kunstbergung und Restitution in Österreich. 1938 bis heute. Wien 1999, 53–75.</p> <p>Susanne Hehenberger/Monika Löscher, "Geheime" Bergungsgorte. Das Rothschildsche Jagdschloss Steinbach bei Göstling (Jagd), die Kartause Gaming (Schloss), das aufgelassene Stift Klosterneuburg (Stift) und das Salzbergwerk Lauffen bei Bad Ischl (Berg). Arbeitsalltag – Sicherheitsvorkehrungen – Rückbergungen, in: Pia Schölnberger/Sabine Loitfellner (Hg.), Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 6), Wien-Köln-Weimar 2016, 35–68, URL: <span><a href="https://doi.org/10.7767/9783205201564-004">doi.org/10.7767/9783205201564-004</a></span>.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 1, K. 4/1.</p> <p>KHM-Archiv, Bergungsunterlagen: XIII 11, XIII 12, XIII 13, XIII 14, XIII 21, XIII 23, XIIII 24; Direktionsakten: 124/KL/1940, 171/KL/1940, 173/KL/1940, 194/KL/1940, 208/KL/40, 248/KL/40, 264/KL/1941 78/ED/1942, 108/ED/1942, 5/ED/1944, 10/ED/1944, 2/III/ED/1945;<br /> KHM-Archiv, Typoskript: Mathilde Pfannl, Das Kunsthistorische Museum im Zweiten Weltkrieg. Erinnerungen aus meiner Dienstzeit, Wien 1981.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/3011144-4" rel="nofollow" target="_blank">GND: 3011144-4</a></div> <div class="field__item"><a href="http://viaf.org/viaf/155471057" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 155471057</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q668023" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q668023</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:40:16 +0000 acolono 1472 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Historisches Museum der Stadt Wien https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/historisches-museum-der-stadt-wien <span>Historisches Museum der Stadt Wien</span> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:39</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item"><strong>Historisches Museum der Stadt Wien</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>weitere Bezeichnungen: Städtische Sammlungen Wien, Wien Museum</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Die Anfänge des heutigen Wien Museums gehen auf die 1860er-Jahre zurück, als der Wiener Gemeinderat eine Kommission für städtische Sammlungen einrichtete, die sich mit dem Erwerb und der Finanzierung von Objekten für ein zukünftiges Stadtmuseum befasste. Das Museum sollte "die Vereinigung aller für die Geschichte und das Culturleben Wiens werthvollen Denkmale" sammeln und diese dem Publikum zugänglich machen. Im Rahmen der Weltausstellung in Wien im Jahre 1873 wurden Am Hof in der Innenstadt das Städtische Waffenmuseum, das aus dem Bürgerlichen Zeughaus hervorging, sowie in den Räumen des Städtischen Pädagogiums in der Hegelgasse 12 eine historische Ausstellung eröffnet. Beide Unternehmungen waren durch den großen Besucherandrang auch finanziell erfolgreich und bewirkten so im Gemeinderat eine breitere Zustimmung für das Projekt eines historischen Museums für die Stadt Wien. 1874 wurde das Waffenmuseum mit dem Wiener Stadt- und Landesarchiv vereinigt. Es dauerte aber noch bis in das Jahr 1887, bis der formelle Beschluss des Gemeinderates erfolgte. 1888 konnte endlich in den Räumen des Rathauses das Historische Museum eröffnet werden. Organisatorisch umfasste das Museum die Wiener Stadtbibliothek und das Wiener Stadtarchiv (heute Wiener Stadt- und Landesarchiv), das allerdings bereits im folgenden Jahr, <span><span><span>am 25. Juni 1889</span></span></span>, als eigenständige Institution ausgegliedert wurde. Am 12. Juli 1904 wurden das Historische Museum und die Stadtbibliothek (heute Wienbibliothek im Rathaus) in einer eigenen Abteilung zusammengefasst, die auch als "Städtische Sammlungen" bezeichnet wurde. Während des Ersten Weltkriegs war das Museum geschlossen, Ausstellungsräume wurden teilweise als kriegswichtig eingestuften Ämtern überlassen und die Objekte in einigen wenigen Räumen gelagert. Im Juli 1917 erfolgte eine Wiedereröffnung in den noch verbliebenen Räumlichkeiten. Im Wesentlichen blieb das Museum dann in der Zwischenkriegszeit unverändert.</p> <p>Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 wurde das Museum in die nationalsozialistische Verwaltung eingegliedert und das Personal auf politische Einstellung und "rassische" Zugehörigkeit hin überprüft. Die Beamten mussten einen Diensteid auf Adolf Hitler leisten. Da Oskar Katann, Direktor seit 1936, als politisch nicht zuverlässig galt, wurde er im November 1938 in den Ruhestand versetzt und durch seinen bisherigen Stellvertreter Karl Wagner ersetzt. Gleichzeitig wurde die Stadtbibliothek abgetrennt, deren Leitung Ferdinand Müller übernahm. Durch eine Umstrukturierung in der Stadtverwaltung wurde Vizebürgermeister Hanns Blaschke am 22. September 1938 Leiter der neu gegründeten Gruppe VIII der Magistratsverwaltung, des Kulturamtes, und somit direkter Vorgesetzter der Direktoren von Museum und Bibliothek. In der Folge griffen sowohl Blaschke als auch Reichsstatthalter Baldur von Schirach, der anordnete, von Neuerwerbungen der Städtischen Sammlungen im Vorhinein unterrichtet zu werden, direkt in die Museumsagenden ein. Beim Entzug von Kunstgütern der Wiener jüdischen Bevölkerung fiel dem Museum als klassischem Mehrspartenmuseum, Magistratsabteilung und Museum des Reichsgaues Wien eine besondere Rolle zu. Einerseits war das Haus finanziell gut ausgestattet und konnte daher in den zahlreichen Versteigerungen der unter dem NS-Regime entzogenen Kunstgegenstände eine aktive Rolle spielen, andererseits war das Haus als einziges Museum über den Verteiler der Magistratsabteilung 50, die in Wien die "Sicherstellungsbescheide" ausstellte, bestens über Kunstgegenstände jüdischer SammlerInnen informiert. Dabei erstellten die Städtischen Sammlungen regelrechte "Wunschlisten", die an die <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="a2276f43-9407-44f4-9061-ca14b8ca1cc2" href="/bundesdenkmalamt" title="Bundesdenkmalamt">Zentralstelle für Denkmalschutz</a> weitergegeben wurden, um bei der Verteilung berücksichtigt zu werden.</p> <p>Die Luftangriffe auf Wiener Neustadt im August 1943 machten deutlich, dass nun auch für Wien eine erhöhte Gefahr bestand. Das Museum wurde für die Dauer des Krieges geschlossen. Nun begann man mit der schon seit 1941 vorbereiteten Bergung der Objekte in 16 verschiedenen Orten in Niederösterreich (Schloss Glaswein, Grusbach, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="b1604b65-0f78-4b09-acc8-15c4d0bb97b0" href="/gaming" title="Gaming">Kartause Gaming</a>, Kirchstetten, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="d0f3b1b4-5dac-4994-89e6-49512f474186" href="/klein-engersdorf-pfarrhof" title="Klein-Engersdorf, Pfarrhof">Pfarrhof Klein-Engersdorf</a>, Schloss Laudon, Kartause Mauerbach, Schloss Niederleis, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="47f3c0ab-3d44-4d2e-bd39-a29bf9a8ed87" href="/pulkau-pfarrhof" title="Pulkau, Pfarrhof">Pfarrhof Pulkau</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="969462bf-d1d7-43ad-927b-787e10c41fe5" href="/purgstall-der-erlauf-schloss" title="Purgstall an der Erlauf, Schloss">Schloss Purgstall</a>, Schloss Schönborn, Schloss Seefeld, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="0c604123-2394-4ef6-bb51-34337e489d6c" href="/stixenstein-burg" title="Stixenstein, Burg">Burg Stixenstein</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="1b7f7fba-cbfb-46cc-849c-5760fef152ee" href="/thalheim-schloss" title="Thalheim, Schloss">Schloss Thalheim</a>, Schloss Waidhofen und Schloss Wald) und einigen Einlagerungsorten in Wien (Hofburg, Teinfaltstraße, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="ce0f6a9c-9e9c-4c6f-8dd8-6876c1e21a66" href="/augustinerkeller-wien" title="Augustinerkeller, Wien">Augustinerkeller</a> und Augustinerkirche). Anfang 1944 waren die Auslagerungen abgeschlossen. Im Jänner 1944 wurde das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="8beff627-e42d-4899-8adb-e524e0c59d3a" href="/uhrenmuseum-wien" title="Uhrenmuseum Wien">Uhrenmuseum</a> am Schulhof 2 im 1. Wiener Gemeindebezirk geschlossen. Bei einem Bombenangriff im Februar 1945 wurde das Römische Museum in Wien 4, Rainergasse 15, zerstört. Zu Kriegsende waren einige der Bergungsorte von zum Teil massiven Plünderungen durch Soldaten der Roten Armee, abziehende deutsche Truppen sowie die Zivilbevölkerung betroffen, die Sammlungen erlitten bedeutende Verluste.</p> <p>Im Nachkriegsösterreich wurden sieben Rückstellungsgesetze erlassen. Von den 29 Rückstellungsanträgen dieser Zeit wurden 20 positiv erledigt, die AntragstellerInnen erhielten einen Großteil ihrer Objekte zurück; manche allerdings nur unter der Bedingung, dass sie den seinerzeitigen Kaufpreis bezahlten, obwohl dieser in der NS-Zeit vom Historischen Museum zum Beispiel an das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e3bfa5fb-d6fd-46fe-ab81-0b9e77ad805d" href="/dorotheum" title="Dorotheum">Dorotheum</a>, bezahlt worden, aber nie zu den ursprünglichen EigentümerInnen gelangt war. So geschah dies im Fall <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="f7e8550c-110c-48f1-9df7-642cac52fbcc" href="/bloch-bauer-ferdinand" title="Bloch-Bauer, Ferdinand">Ferdinand Bloch-Bauer</a>, in dem ein vom Museum im <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e3bfa5fb-d6fd-46fe-ab81-0b9e77ad805d" href="/dorotheum" title="Dorotheum">Dorotheum</a> ersteigertes Porzellanobjekt erst ausgefolgt wurde, nachdem Bloch-Bauers ErbInnen den seinerzeitigen Kaufpreis erlegt hatten.</p> <p>Eine systematische und aktive Provenienzforschung begann 1998 auf Anregung von Kulturstadtrat Peter Marboe. Mit Beschluss des Wiener Gemeinderates vom 29. April 1999, der dem Bundesgesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen aus den Österreichischen Bundesmuseen vom 4. Dezember 1998 (Kunstrückgabegesetz, BGBl I 181/1998) nachgebildet ist, wurden die Museen der Stadt Wien verpflichtet, Kunst- und Kulturgegenstände an die ursprünglichen EigentümerInnen oder deren RechtsnachfolgerInnen zu übereignen. Mit einer Novelle des Gemeinderatsbeschlusses vom 29. April 2011 wurde der Geltungsbereich erweitert. So sind nun auch Rechtsgeschäfte und Rechtshandlungen, die mit jenen gemäß § 1 des Bundesgesetzes vom 15. Mai 1946 (BGBl. 106/1946) vergleichbar sind, vom Beschluss erfasst, die zwischen dem 30. Jänner 1933 und dem 8. Mai 1945 in einem Herrschaftsgebiet des Deutschen Reiches außerhalb der heutigen Republik Österreich abgeschlossen oder getätigt wurden. Im zweiten Tatbestand wurde das Wort "unentgeltlich" gestrichen, sodass nun auch Kunst- und Kulturgegenstände zu restituieren sind, die Gegenstand von Rückstellungen waren und nach dem 8. Mai 1945 im Zuge eines Verfahrens nach dem Ausfuhrverbotsgesetz gegen Errichtung eines Kaufpreises in das Eigentum der Stadt Wien übergegangen sind, sofern ein enger Zusammenhang zwischen Verfahren, Ausfuhrverbot und Ankauf nachweisbar ist. Bis 2017 wurden mehr als 3.000 Objekte aus 50 Sammlungen oder Sammlungsteilen folgender SammlerInnen restituiert: <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="be537f86-cab3-48a2-af47-b364d7d0c1e7" href="/altmann-bernhard" title="Altmann, Bernhard">Bernhard Altmann</a>, Stefan Auspitz-Artenegg, Richard Beer-Hofmann, Auguste und <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="335a33c7-9d5e-44dc-9863-3827d9314b85" href="/blauhorn-josef" title="Blauhorn, Josef">Josef Blauhorn</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="f7e8550c-110c-48f1-9df7-642cac52fbcc" href="/bloch-bauer-ferdinand" title="Bloch-Bauer, Ferdinand">Ferdinand Bloch-Bauer</a>, Viktor Blum, Oscar Bondy, Karoline Broch, Laura Broch, Adele Duschnitz, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="f615c585-0e90-4d46-92c4-0246ef91400e" href="/egger-ernst" title="Egger, Ernst">Ernst Egger</a>, Hanns Epstein, Friedrich Fischl, Hanns Fischl, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="dcfd0c89-0405-461b-abbb-08b90f34dce2" href="/fleischner-josef-isidor" title="Fleischner, Josef Isidor">Josef Isidor Fleischner</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="966dbd4d-e90a-419e-8f06-07e30f2ab731" href="/fuchs-siegfried" title="Fuchs, Siegfried">Siegfried Fuchs</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="6b042d5a-00b4-491a-9e60-f40603f8410d" href="/goldmann-david" title="Goldmann, David">David Goldmann</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="3b2c0c8a-48ae-45e5-a328-8435ff1b4996" href="/grosz-alexander" title="Grosz, Alexander">Alexander Grosz</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="0dbd15a2-448f-4194-8040-9d2850d38da3" href="/gruenebaum-moriz" title="Grünebaum, Moriz">Moriz Grünebaum</a>, Herbert M. Gutmann, Leo und Helene Hecht, Alfred Hofmann, Josef Hupka, Israelitisches Blindeninstitut auf der Hohen Warte, Bruno Jellinek, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="dd0cf7eb-f05f-4558-977b-13a73af12a05" href="/klinkhoff-johann" title="Klinkhoff, Johann">Hans Klinkhoff</a>, Wilhelm Viktor Krausz, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="14d96ab3-3b58-4ea3-abae-262395b9d657" href="/kronfeld-ernst-moriz" title="Kronfeld, Ernst Moriz">Ernst Moriz Kronfeld</a>, Familie Lederer, Familie Mautner, Ignaz Pick, Emil Politzer, Gisela und <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="0f6c1e75-c870-4212-b0b0-b2e568006f86" href="/pollack-ernst" title="Pollack, Ernst">Ernst Pollack</a>, Max Pollak, Franz und Melanie Popper, Adolf Guido Redlich (Adolphus Redley), <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="f3d99048-0096-4fe4-9c79-fb72a248305e" href="/reichel-oskar" title="Reichel, Oskar">Oskar Reichel</a>, Heinrich Rieger, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="848d94b4-642b-42b8-9f03-c3e9305b89f8" href="/rothberger-heinrich" title="Rothberger, Heinrich">Heinrich Rothberger</a>, Alphonse und Louis Nathaniel Rothschild, Franz Ruhmann, Ignaz und Clothilde Schachter, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="5041b3d1-5520-49a6-9552-81f4ea1bab66" href="/schwarzstein-paul" title="Schwarzstein, Paul">Paul Schwarzstein</a>, Josef Simon, Strauß-Meyszner, Strauß-Simon, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="7baa61c4-16e2-4efe-ad5c-152c43a3f83d" href="/thenen-josef" title="Thenen, Josef">Josef Thenen</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="de401195-6fa2-421e-8bb5-82456eac6e46" href="/ungar-josef" title="Ungar, Josef">Josef Ungar</a>, <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="355d7dbc-ef53-4e85-9e72-fc413c06654a" href="/weinberger-charles" title="Weinberger, Charles">Charles Weinberger</a>, Leopold Weinstein, Marianne Wengraf, Ella Zirner.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/77" hreflang="de">&quot;Arisierung&quot;</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/87" hreflang="de">Kriegsbedingte Verluste</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/124" hreflang="de">Museum</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/88" hreflang="de">NS-Vermögensentzug</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/187" hreflang="de">Gerhard Milchram</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p><span><span><span>Dritter  Bericht  des  amtsführenden  Stadtrates für Kultur  und  Wissenschaft  über  die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wiener Stadt- und Landesbibliothek vom 21. November 2002 (Restitutionsbericht 2002), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2002.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2002.pdf</a></span></span></span> <span><span><span>(3.12.2020).<br /> Vierter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wiener Stadt- und Landesbibliothek vom 10. November 2003 (Restitutionsbericht 2003), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2003.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2003.pdf</a></span></span></span> <span><span><span>(3.12.2020).<br /> Fünfter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wiener Stadt- und Landesbibliothek vom 22. November 2004 (Restitutionsbericht 2004), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2004.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2004.pdf</a> (3.12.2020).<br /> Sechster Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wiener Stadt- und Landesbibliothek (Restitutionsbericht 2005), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2005.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2005.pdf</a> (3.12.2020).<br /> Siebenter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wiener Stadt- und Landesbibliothek vom 1. Dezember 2006 (Restitutionsbericht 2006), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2006.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2006.pdf</a> (3.12.2020).</span></span></span><br /> Achter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wienbibliothek im Rathaus vom 1. Februar 2008 (Restitutionsbericht 2007), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2007.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2007.pdf</a> (3.12.2020).<br /><span><span><span>Neunter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wienbibliothek im Rathaus vom 1. Februar 2009 (Restitutionsbericht 2008), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2008.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2008.pdf</a> (3.12.2020).<br /> Zehnter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wienbibliothek im Rathaus vom 1. Februar 2010 (Restitutionsbericht 2009), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2009.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2009.pdf</a></span></span></span><span><span><span> (3.12.2020).<br /> Elfter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wienbibliothek im Rathaus vom 31. März 2011 (Restitutionsbericht 2010), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_Wien_Museum_2010.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_Wien_Museum_2010.pdf</a> (3.12.2020).<br /> Zwölfter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 in der Fassung vom 29. April 2011 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wienbibliothek im Rathaus vom 2. April 2013 (Restitutionsbericht 2011), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2011.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2011.pdf</a></span></span></span> <span><span><span>(3.12.2020).<br /> 13. und 14. Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 in der Fassung vom 29. April 2011 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien, der Wienbibliothek im Rathaus sowie dem Jüdischen Museum der Stadt Wien vom 17. April 2015 Restitutionsberichte 2012 und 2013), URL: <a href="https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2012_und_2013.pdf">www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2012_und_2013.pdf</a></span></span></span><span><span><span> (3.12.2020).</span></span></span></p> <p>Sándor Békési, Das Rathaus als Museums- und Ausstellungsort. Über Formen und Funktionen städtischer Repräsentation in Wien 1886–1958, in: Susanne Pils/Martin Scheutz/Christoph Sonnlechner/Stefan Spevak (Hg.), Rathäuser als multifunktionale Räume der Repräsentation, der Parteiungen und des Geheimnisses (= Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte 55), Wien 2012, 339–370.</p> <p>Wilhelm Deutschmann, Ein Überblick zur Geschichte des Historischen Museums der Stadt Wien, in: Hundert Jahre Historisches Museum der Stadt Wien. Ausstellungskatalog zur 106. Sonderausstellung des Historischen Museum der Stadt Wien vom 21. Mai bis 30. August 1987, Wien 1987, 15–31.</p> <p>Peter Eppel, Kein "Schlussstrich", sondern viele späte Restitutionen. Provenienzforschung, Erbensuche und Restitution der Museen der Stadt Wien, in: Verena Pawlowsky/Harald Wendelin (Hg.), Enteignete Kunst. Raub und Rückgabe – Österreich von 1938 bis heute, Wien 2006, 200–208.</p> <p>N. N., Wien Museum, in: Wien Geschichte Wiki, URL: <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wien_Museum">www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wien_Museum</a> (3.12.2020).</p> <p>Hermann Reuther, Das historische Museum der Stadt Wien, in: Das neue Wien. Städtewerk 2, hg. unter offizieller Mitwirkung der Gemeinde Wien, Wien 1927, 113–130.</p> <p>Michael Wladika, Zehn Jahre Provenienzforschung, Erbensuche und Restitution in den Museen der Stadt Wien – eine vorläufige Bilanz, in: <span>Gabriele Anderl/Christoph Bazil/Eva Blimlinger/Oliver Kühschelm/Monika Mayer/Anita Stelzl-Gallian/Leonhard Weidinger</span> (Hg.), ... wesentlich mehr Fälle als angenommen. 10 Jahre Kommission für Provenienzforschung (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 1), Wien 2009, 263–280, URL: <span><a href="https://doi.org/10.7767/boehlau.9783205118862.263">doi.org/10.7767/boehlau.9783205118862.263</a></span>.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-by field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen der Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Museen der Stadt Wien/Wiener Stadt- und Landesbibliothek (Hg.), Die Restitution von Kunst- und Kulturgegenständen aus dem Besitz der Stadt Wien 1998–2001, Wien 2002.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="https://d-nb.info/gnd/2012197-0" rel="nofollow" target="_blank">GND: 2012197-0</a></div> <div class="field__item"><a href="https://viaf.org/viaf/128603098" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 128603098</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q505873" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q505873</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:39:14 +0000 acolono 1370 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Immendorf, Schloss https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/immendorf-schloss <span>Immendorf, Schloss</span> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:39</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Schloss <strong>Immendorf</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>Wullersdorf</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Das urkundlich erstmals im 13. Jahrhundert erwähnte Schloss Immendorf im nördlichen Weinviertel war ursprünglich eine zweistöckige Anlage um einen rechteckigen Hof mit quadratischen Türmen und wurde Ende des 19. Jahrhunderts restauriert und verändert. 1942 stellte Rudolf Freudenthal, der damalige Eigentümer von Schloss Immendorf, dem Reichsstatthalter in Wien Räume für Bergungen zur Verfügung. Bereits im selben Jahr wurden Teile der Sammlung <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="f0a07e21-4d74-4420-a2bb-bdccb3b72ea2" href="/lanckoronski-von-brzezie-anton" title="Lanckoroński von Brzezie, Anton">Lanckoronski</a> hier eingelagert, bis sie 1943 in das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="10521d0b-31dd-4418-8cbc-9b891efd0859" href="/thuernthal-schloss" title="Thürnthal, Schloss">Schloss Thürnthal</a> transportiert wurden. Ab März 1943 wurden Gemälde, Plastiken und kunstgewerbliche Objekte aus der Sammlung Lederer und der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="e70f94cc-eb9d-48c2-b4f0-e1e26c9e3ae1" href="/oesterreichische-galerie" title="Österreichische Galerie">Österreichischen Galerie</a>, darunter die Fakultätsbilder und andere Gemälde von Gustav Klimt, nach Immendorf gebracht. Im November und Dezember 1943 deponierte das <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Staatliche Kunstgewerbemuseum in Wien</a> in Schloss Immendorf das "Laxenburger Zimmer", diverse ostasiatische und islamische Objekte, frühneuzeitliches Kunsthandwerk, über fünfzig Möbelstücke, Ledertapeten, zwölf Teppiche und das "Möchlinger Grab", einen in Form einer gotischen Kirche geschnitzten hölzernen Schrein aus dem 15. Jahrhundert. Zudem wurden hier auch Objekte aus Privateigentum geborgen. Ende März 1945, als die Rote Armee nach Wien vorrückte, versuchte <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="35c9f03e-93d1-480b-8792-3cd5ad6a7d95" href="/ernst-richard" title="Ernst, Richard">Richard Ernst</a>, der Direktor des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Kunstgewerbemuseums</a>, ohne Erfolg, 40 Bergungskisten und drei Ledertapeten aus Immendorf nach Wien zurückzuholen. In der zweiten Aprilhälfte 1945 näherte sich die Front Immendorf. Anfang Mai waren im Schloss deutsche Verbände stationiert, die am 8. Mai 1945 gegen Mittag abzogen. Wenige Stunden später rückte die Rote Armee mit zahlreichen Lastkraftwagen in Immendorf ein und begann das Schloss und die zugehörigen Gebäude zu besetzen. Gegen 18 Uhr brach im südwestlichen Turm des Schlosses ein Brand aus, der sich rasch ausbreitete. Die sowjetischen Soldaten flüchteten aus dem Bereich des brennenden Gebäudes. Am Morgen des 9. Mai 1945, dem ersten Tag nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, schien der Brand erloschen zu sein. Allerdings flammte in der Früh des 10. Mai 1945 im zweiten Stock des Schlosses erneut Feuer auf, das auf die Räume im ersten Stock und im Parterre übergriff. Bis zum nächsten Tag war das ganze Gebäude ausgebrannt. Vom Schloss standen nur mehr die Mauern, im Inneren lag meterhoch der Schutt. Versuche, den Brand zu löschen und Kunstgegenstände zu sichern, waren erfolglos geblieben. Nur zwei Teppiche aus den Beständen des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Kunstgewerbemuseums</a> konnten gerettet werden. Alle anderen eingelagerten Objekte waren verbrannt. In den 1950er-Jahren wurden die Reste des Schlosses großteils abgetragen.</p> <p>Viele Berichte zum Brand des Schlosses Immendorf legen nahe, dass die Bergungsstelle von deutschen Truppen – wahrscheinlich SS-Verbänden – bewusst zerstört worden war, um zu verhindern, dass die dort gelagerten Kunstgegenstände der Roten Armee in die Hände fielen. Ein endgültiger Beleg dafür existiert nicht. Auch liegen keinerlei Hinweise vor, dass sowjetische Soldaten für den Brand verantwortlich waren. Darüber hinaus gab und gibt es Mutmaßungen, dass nicht alle Kunstwerke zerstört wurden, sondern einzelne Objekte vor oder während des Brandes aus dem Schloss weggebracht werden konnten. Bis heute sind allerdings keine Stücke aufgetaucht, die auf den Bergungslisten der im Schloss Immendorf eingelagerten Gegenstände angeführt waren.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/140" hreflang="de">Depot</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/87" hreflang="de">Kriegsbedingte Verluste</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/197" hreflang="de">Leonhard Weidinger</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler in der Ostmark, Band 1, Wien und Niederdonau, Wien-Berlin 1941.</p> <p>Christina Gschiel, "Transport der Teile ohne zu schneiden". Die Bergung des Beethoven-Frieses aus der Sammlung Lederer in Schloss Thürnthal, in: Pia Schölnberger/Sabine Loitfellner (Hg.), Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 6), Wien-Köln-Weimar 2016, 359–382, URL: <span><a href="https://doi.org/10.7767/9783205201564-018">doi.org/10.7767/9783205201564-018</a></span>.</p> <p>Leonhard Weidinger, "hiebei muß die Möglichkeit eines Luftangriffes und die Konservierungsfrage in gleicher Weise die Wahl bestimmen". Die Bergungsmaßnahmen des Staatlichen Kunstgewerbemuseums in Wien, in: Pia Schölnberger/Sabine Loitfellner (Hg.), Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 6), Wien-Köln-Weimar 2016, 197–218, URL: <span><a href="https://doi.org/10.7767/9783205201564-011">doi.org/10.7767/9783205201564-011</a></span>.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 1, Immendorf.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="https://d-nb.info/gnd/1073623262" rel="nofollow" target="_blank">GND: 1073623262</a></div> <div class="field__item"><a href="https://viaf.org/viaf/316533433" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 316533433</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q28533228" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q28533228</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:39:14 +0000 acolono 1369 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Klein-Engersdorf, Pfarrhof https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/klein-engersdorf-pfarrhof <span>Klein-Engersdorf, Pfarrhof</span> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:39</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Pfarrhof <strong>Klein-Engersdorf</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>Enzersfeld</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Der Pfarrhof in Klein-Engersdorf am Bisamberg war einer von insgesamt 16 Bergungsorten der <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="885d4804-c544-4ae6-9be6-b410b3d6fe98" href="/historisches-museum-der-stadt-wien" title="Historisches Museum der Stadt Wien">Wiener Städtischen Sammlungen</a> in Niederösterreich, in denen ab 1943 Museumsgut vor Luftangriffen geschützt werden sollte. Da der Pfarrhof am Ortsrand lag und nur vom Pfarrer und seiner Schwester bewohnt wurde, erachtete ihn die die Museumsleitung als idealen Ort, um im ersten Stock einen Teil der Uhrensammlung unterzubringen. In den letzten Apriltagen zu Kriegsende 1945 plünderten durchziehende sowjetische Soldaten den Pfarrhof und zerstörten auf der Suche nach Uhren die Einrichtung. Bei der Rückbergung, die erst im November 1945 erfolgte, konnten von den acht ursprünglich eingelagerten Kisten mit Uhren nur noch fünf aufgefunden werden.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/140" hreflang="de">Depot</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/87" hreflang="de">Kriegsbedingte Verluste</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/187" hreflang="de">Gerhard Milchram</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p><span>Gerhard Milchram/Michael Wladika, "Es konnte festgestellt werden, dass tatsächlich Verwüstungen und Plünderungen sowohl durch SS-Truppen als auch durch Russen und Landbewohner stattfanden". Bergungen und Rückbergungen der Städtischen Sammlungen (Museen der Stadt Wien), in: Pia Schölnberger/Sabine Loitfellner (Hg.), Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 6), Wien-Köln-Weimar 2016, 219–248, URL: </span><span lang="DE" xml:lang="DE" xml:lang="DE"><span><span><a href="https://doi.org/10.7767/9783205201564-012"><span>doi.org/10.7767/9783205201564-012</span></a></span></span></span><span>.</span></p> <p>Heinz Schöny, Erinnerungen an die Rückbergungen nach dem Krieg, in: Hundert Jahre Historisches Museum der Stadt Wien, Katalog der 106. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 21. Mai bis 30. August 1987, Wien 1987, 87.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>Chronik der Pfarre Enzersfeld, Jänner bis 31. Mai 1945, S. 475–476.</p> <p>Museen der Stadt Wien (Städtische Sammlungen, MA 10), Bestand Bergungen, K. 2, Bergungsorte, I. u. II. Kistenverzeichnis.<br /> Museen der Stadt Wien (Städtische Sammlungen, MA 10), Bestand Bergungen, K. 3, Kriegsverluste 1.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="http://d-nb.info/gnd/1052086284" rel="nofollow" target="_blank">GND: 1052086284</a></div> <div class="field__item"><a href="https://viaf.org/viaf/313418282" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 313418282</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q37874618" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q37874618</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:39:12 +0000 acolono 1367 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Pulkau, Pfarrhof https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/pulkau-pfarrhof <span>Pulkau, Pfarrhof</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/Pulkau_Pfarrhof_01.JPG?itok=XeTtooeE" width="480" height="360" alt="Blick hangaufwärts auf ein großes Gebäude sowie weitere Häuser und einen Kirchturm, Farbfoto" title="Pfarrhof Pulkau. © Gerhard Milchram, Fotograf: Gerhard Milchram" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:39</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Pfarrhof <strong>Pulkau</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Der am Rande des Marktes Pulkau gelegene Pfarrhof stammt ursprünglich aus dem 16./17. Jahrhundert und wurde nach einem Brand im Jahre 1709 in einen repräsentativen zweigeschossigen Bau mit barocker Fassadengliederung umgestaltet. Durch die abgeschiedene Lage wurde er von den <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="885d4804-c544-4ae6-9be6-b410b3d6fe98" href="/historisches-museum-der-stadt-wien" title="Historisches Museum der Stadt Wien">Wiener Städtischen Sammlungen</a> 1943 als einer von insgesamt 16 Orten in Niederösterreich als Bergungsort für Sammlungsgut ausgewählt. Hier wurden am Schüttboden im ersten Stock Bilder, Teppiche und Teile der Sammlung Strauß-Meyszner, die den Nachlass von Johann Strauß Sohn beinhaltet, eingelagert. Im April 1945 diente der Pfarrhof als Unterbringungsort für Flüchtlinge aus Schlesien und Verwundete aus geräumten Lazaretten der Deutschen Wehrmacht. Nach dem kampflosen Abzug der Wehrmacht am 7. Mai 1945 übernahmen Sowjettruppen den Ort und quartierten ihrerseits Soldaten im Pfarrhof ein. Dabei kam es auch zu Plünderungen durch Sowjetsoldaten und Angehörige der einheimischen Bevölkerung. Von den eingelagerten Museumsgegenständen fehlte einzig die Geige von Johann Strauß. Ihr Verbleib ist bis heute unbekannt.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/140" hreflang="de">Depot</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/87" hreflang="de">Kriegsbedingte Verluste</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/187" hreflang="de">Gerhard Milchram</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p><span>Gerhard Milchram/Michael Wladika, "Es konnte festgestellt werden, dass tatsächlich Verwüstungen und Plünderungen sowohl durch SS-Truppen als auch durch Russen und Landbewohner stattfanden". Bergungen und Rückbergungen der Städtischen Sammlungen (Museen der Stadt Wien), in: Pia Schölnberger/Sabine Loitfellner (Hg.), Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 6), Wien-Köln-Weimar 2016, 219–248, URL: </span><span lang="DE" xml:lang="DE" xml:lang="DE"><span><span><a href="https://doi.org/10.7767/9783205201564-012"><span>doi.org/10.7767/9783205201564-012</span></a></span></span></span><span>.</span></p> <p>Heinz Schöny, Erinnerungen an die Rückbergungen nach dem Krieg, in: Hundert Jahre Historisches Museum der Stadt Wien, Katalog der 106. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 21. Mai bis 30. August 1987, Wien 1987, 87.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q37879772" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q37879772</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:39:05 +0000 acolono 1357 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Purgstall an der Erlauf, Schloss https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/purgstall-der-erlauf-schloss <span>Purgstall an der Erlauf, Schloss</span> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:39</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Schloss <strong>Purgstall</strong> an der Erlauf</div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Schloss Purgstall befand sich seit 1933 im Besitz des Prager Bankdirektors Florian Klement. Wegen seiner abgelegenen Lage am Rande des Ortes Purgstall an der Erlauf wurde es von den <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="885d4804-c544-4ae6-9be6-b410b3d6fe98" href="/historisches-museum-der-stadt-wien" title="Historisches Museum der Stadt Wien">Städtischen Sammlungen Wien</a> als Bergungsort ausgewählt. Ab August 1943 wurden hier Möbel, Waffen und Harnische eingelagert, wofür Klement einen Raum im Erdgeschoß und vier Zimmer im ersten Stock des Gebäudes zur Verfügung stellte. An diesem Ort gab es nur geringe Verluste in Folge von Kriegshandlungen oder durch Diebstahl.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/140" hreflang="de">Depot</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/87" hreflang="de">Kriegsbedingte Verluste</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/187" hreflang="de">Gerhard Milchram</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p><span>Gerhard Milchram/Michael Wladika, "Es konnte festgestellt werden, dass tatsächlich Verwüstungen und Plünderungen sowohl durch SS-Truppen als auch durch Russen und Landbewohner stattfanden". Bergungen und Rückbergungen der Städtischen Sammlungen (Museen der Stadt Wien), in: Pia Schölnberger/Sabine Loitfellner (Hg.), Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 6), Wien-Köln-Weimar 2016, 219–248, URL: </span><span lang="DE" xml:lang="DE" xml:lang="DE"><span><span><a href="https://doi.org/10.7767/9783205201564-012"><span>doi.org/10.7767/9783205201564-012</span></a></span></span></span><span>.</span></p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>Museen der Stadt Wien (Städtische Sammlungen, MA 10), Bestand Bergungen, K. 2, Bergungsorte I. u. II. Kistenverzeichnis.<br /> Museen der Stadt Wien (Städtische Sammlungen, MA 10), Bestand Bergungen, K. 3, Kriegsverluste 1.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="https://d-nb.info/gnd/1068411317" rel="nofollow" target="_blank">GND: 1068411317</a></div> <div class="field__item"><a href="https://viaf.org/viaf/315099161" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 315099161</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q37857774" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q37857774</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:39:05 +0000 acolono 1356 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Sonnberg, Schloss https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/sonnberg-schloss <span>Sonnberg, Schloss</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/Bergungsstelle__Sonnberg_Schloss__BDA-Archiv_RestMat_Kt02_M72_Sonnberg_55_2.jpg?itok=-KJsXZA9" width="299" height="480" alt="Gebäude in einem Park, Schwarz-Weiß-Foto" title="Sonnberg Schloss, um 1943. © BDA-Archiv, FotografIn unbekannt" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:39</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Schloss <strong>Sonnberg</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-biographical-data field--type-text-long field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Zusatzinformationen</div> <div class="field__item"><p>Sonnberg, Kreis / Bezirk Hollabrunn</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Das Schloss Sonnberg, seit dem 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt, wurde 1596 im Stil der Renaissance als dreigeschossiges Gebäude mit einem Torturm und einem rechteckigen Hof errichtet. Seit 1934 stand es im Eigentum von Anton Habsburg-Lothringen (1901–1987) und seiner Frau Ileana, née Hohenzollern-Sigmaringen (1909–1991), Tochter des rumänischen Königs Ferdinand I. (1865–1927). Im August 1942 besichtigte Ludwig Berg mit Mitarbeitern des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Staatlichen Kunstgewerbemuseums in Wien</a> das Schloss Sonnberg, ob es als Bergungsstelle geeignet sei. In der Folge stellte das Ehepaar Habsburg-Lothringen vier Räume zur Verfügung, in denen 60 Objekte des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Kunstgewerbemuseums</a>, vor allem Möbel, eingelagert wurden. Im Frühjahr 1943 wurde im Schloss Sonnberg ein Lazarett eingerichtet. In den letzten Tagen des Kriegs transportierten deutsche Soldaten einige Stücke des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Kunstgewerbemuseums</a> aus dem Schloss ab. Sieben dieser Objekte sollten später in Maissau wieder auftauchen und von dort im September 1945 ins <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Kunstgewerbemuseum</a> gebracht werden. Von Kriegshandlungen nicht betroffen, wurde Schloss Sonnberg erst nach dem Ende der Kämpfe von sowjetischen Truppen besetzt. Im Zuge der Einquartierung von Soldaten der Roten Armee wurden eingelagerte Kunstgegenstände beschädigt und zerstört. Dabei kam es offenbar auch zu Plünderungen durch Angehörige der einheimischen Bevölkerung. 1945 und 1946 erfolgten die Rücktransporte aus Sonnberg ins <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="2dfbad8d-9498-46d3-a5cd-de0167e9c8ee" href="/oesterreichisches-museum-fuer-angewandte-kunst" title="Österreichisches Museum für angewandte Kunst">Kunstgewerbemuseum</a>. Einige Stücke waren schwer beschädigt oder – wie die Wiege der Kaiserin Maria Theresia – nur mehr in Teilen vorhanden. Jene 30 Objekte, die in Sonnberg nicht mehr auffindbar waren, wurden als Kriegsverluste abgeschrieben.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/140" hreflang="de">Depot</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/87" hreflang="de">Kriegsbedingte Verluste</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/197" hreflang="de">Leonhard Weidinger</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Ileana, Princess of Romania, I Live Again, New York 1952.</p> <p>Olga Kronsteiner, Erhebliche Mängel einer Expertisierung, in: Der Standard, 13./14.7.2013, URL: <a href="http://derstandard.at/1373512479741/Erhebliche-Maengel-einer-Expertisierung">derstandard.at/1373512479741/Erhebliche-Maengel-einer-Expertisierung</a> (3.12.2020).<br /> Olga Kronsteiner, Mak-Kriegsverluste: Verwahrt und doch verloren, in: Der Standard, 19.7.2013, URL: <a href="http://derstandard.at/1373513120038/Mak-Kriegsverluste-Verwahrt-und-doch-verloren">derstandard.at/1373513120038/Mak-Kriegsverluste-Verwahrt-und-doch-verloren</a> (3.12.2020).</p> <p>Leonhard Weidinger, "hiebei muß die Möglichkeit eines Luftangriffes und die Konservierungsfrage in gleicher Weise die Wahl bestimmen" – Die Bergungsmaßnahmen des Staatlichen Kunstgewerbemuseums in Wien, in: Pia Schölnberger/Sabine Loitfellner (Hg.), Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen (= Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung 6), Wien-Köln-Weimar 2016, 197–217, URL: <span lang="DE" xml:lang="DE" xml:lang="DE"><span><span><a href="https://doi.org/10.7767/9783205201564-011"><span>doi.org/10.7767/9783205201564-011</span></a></span></span></span>.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>BDA-Archiv, Restitutionsmaterialien, K. 2, M. 72, Sonnberg.</p> <p>MAK-Archiv, Hauptakt Zl. 1-1944, Zl. 386-1944, Zl. 432-1944, Zl. 671-1944, Zl. 680-1944, Zl. 687-1944; Hauptakt Zl. 4-1945: Zl. 363-1945, Zl. 364-1945, Zl. 649-1945, Zl. 687-1945, Zl. 727-1945, Zl. 761-1945, Zl. 771-1945, Zl. 772-1945, Zl. 783-1945.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="https://d-nb.info/gnd/4800015-2" rel="nofollow" target="_blank">GND: 4800015-2</a></div> <div class="field__item"><a href="https://viaf.org/viaf/242760019" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 242760019</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q2243535" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q2243535</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:39:01 +0000 acolono 1350 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org Stams, Stift https://staging.lexikon-provenienzforschung.org/stams-stift <span>Stams, Stift</span> <div class="field field--name-field-figure field--type-image field--label-hidden field__item"> <img loading="lazy" src="/sites/default/files/styles/large/public/prov_article/W_28499_1.jpg?itok=vMdDwlst" width="338" height="480" alt="Großes Gebäude mit zwei Zwiebeltürmen, Schwarz-Weiß-Foto" title="Stift Stams, um 1955. © Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Fotograf: Hermann Faschingbauer" /> </div> <span><a title="View user profile." href="/user/1">acolono</a></span> <span>Thu, 09/03/2020 - 14:38</span> <div class="text-content clearfix field field--name-field-display-name field--type-text field--label-hidden field__item">Stift <strong>Stams</strong></div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-lexicon-entry field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Die Gründung des Zisterzienserklosters Stams im Tiroler Oberland erfolgte 1273 durch Graf Meinhard II. von Görz-Tirol und seine Frau Elisabeth von Bayern als Grabstätte der Tiroler Landesfürsten. Die Barock- und Rokokoausstattung des Klosters stammt aus der Zeit zwischen 1650 und 1750. Während der bayerischen Besatzungszeit wurde das Stift 1807 aufgehoben und erst 1816 nach der Rückgabe Tirols an Österreich unter Kaiser Franz I. wieder als Kloster in Betrieb genommen. Die nationalsozialistischen Machthaber beschlagnahmten das Stift 1938 und hoben es im Jahr darauf auf. Bedeutende Bestände des Klosters, darunter Münzen, Exlibris, Musikalien, Musikinstrumente und Handschriften, wurden in den Jahren 1941 bis 1943 den Sammlungen des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="040e190b-0432-44e6-a785-dbec004d0586" href="/tiroler-landesmuseum-ferdinandeum" title="Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum">Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum</a> einverleibt und verblieben dort bis Kriegsende. Die wertvollsten Bestände des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="040e190b-0432-44e6-a785-dbec004d0586" href="/tiroler-landesmuseum-ferdinandeum" title="Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum">Ferdinandeums</a> wiederum wurden Ende 1942 nach <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="8d88873a-bf25-459c-9cad-4c79d521067b" href="/ambras-schloss" title="Ambras, Schloss">Schloss Ambras</a> verbracht. Im März 1944 erging die Anordnung des Reichsstatthalters von Tirol und Vorarlberg zur Räumung des Schlosses binnen drei Tagen, nachdem aufgrund der neu errichteten Umfahrungslinie der Brennereisenbahn, die knapp am nahe gelegenen Dorf Amras vorbeiführte, die Bombardierungsgefahr zu hoch geworden war. Zur Umbergung wählte man vor allem das Kloster Stams und dessen Stiftskirche aus. Auch ein kleiner Teil des Bestandes des Tiroler Volkskunstmuseums wurde hier gelagert. Die Klosterräumlichkeiten beherbergten außerdem UmsiedlerInnen aus Südtirol ("Optanten") und gegen Ende des Krieges Flüchtlinge. Nach Kriegsende 1945 kehrten die Zisterziensermönche in das Gebäude zurück.</p> <p>Laut einem Bericht des Leiters des Tiroler Volkskunstmuseums Karl Moeser und des Aufsehers des <a data-entity-substitution="canonical" data-entity-type="node" data-entity-uuid="040e190b-0432-44e6-a785-dbec004d0586" href="/tiroler-landesmuseum-ferdinandeum" title="Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum">Ferdinandeums</a> Franz Staud fand am 3. Mai 1945 ein Einbruch in das Depot in Stams statt, bei dem verschiedene Kisten geöffnet wurden. Die Plünderungen richteten aber keinen großen Schaden an den Museumsobjekten an, es waren nur wenige Objekte aus den Beständen des Tiroler Volkskunstmuseums (Bücher und einzelne Möbelstücke) gestohlen worden. Im Sommer 1945 erfolgte die Rückführung der geborgenen Museumsgüter in die Museen nach Innsbruck.</p></div> <div class="field field--name-field-keywords field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">Schlagwörter</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/139" hreflang="de">Bergungsmaßnahmen</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/140" hreflang="de">Depot</a></div> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/87" hreflang="de">Kriegsbedingte Verluste</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-author field--type-entity-reference field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">AutorIn</div> <div class="field__items"> <div class="field__item"><a href="/taxonomy/term/169" hreflang="de">Sonia Buchroithner</a></div> </div> </div> <div class="field field--name-field-publication-date field--type-datetime field--label-visually_hidden"> <div class="field__label visually-hidden">Veröffentlichungsdatum</div> <div class="field__item"><time datetime="2019-01-06T23:00:00Z">6. Jänner 2019</time> </div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-publications-about field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Publikationen zur Person / Institution</div> <div class="field__item"><p>Gert Ammann, Stift Stams, München-Zürich 1990.</p> <p>Michael Forcher, Stift Stams. Ein Tiroler Juwel mit wechselvoller Geschichte, Innsbruck-Wien 2016.</p> <p>Oswald Trapp, Die Denkmäler Tirols in Not und Gefahr. Bericht des Landeskonservators über die Geschehnisse in den Jahren 1938–1945, Innsbruck-Wien 1947.</p> <p>Veröffentlichungen des Vereins Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.</p></div> </div> <div class="text-content clearfix field field--name-field-archive-records field--type-text-long field--label-above"> <div class="field__label">Archivalien</div> <div class="field__item"><p>Archiv Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Verhandlungsschriften der Ausschusssitzungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum.<br /> Archiv Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Hausakten.</p> <p>Archiv Tiroler Volkskunstmuseum, Hausakten.</p></div> </div> <div class="field field--name-field-links-external field--type-link field--label-hidden field__items"> <div class="field__item"><a href="https://d-nb.info/gnd/1035060-3" rel="nofollow" target="_blank">GND: 1035060-3</a></div> <div class="field__item"><a href="https://viaf.org/viaf/130809091" rel="nofollow" target="_blank">VIAF: 130809091</a></div> <div class="field__item"><a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q385797" rel="nofollow" target="_blank">Wikidata: Q385797</a></div> </div> Thu, 03 Sep 2020 14:38:59 +0000 acolono 1349 at https://staging.lexikon-provenienzforschung.org